Code666 - Better Undead Than Alive II (0) - ein Review von walzenstein

Code666 - Better Undead Than Alive II - Cover
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1 Rating
9.00
∅-Bew.
Typ: Sampler
Genre(s): Metal


walzenstein
06.04.2018 11:23

HAPPY BIRTHDAY CODE 666!!!

Zehn Jahre gibt es nun das Kult-Label Code666 schon und das wird mit einem Sampler erstmal gefeiert. Das Label, das ungewöhnlichen und guten Bands eine Lobby bietet und somit Scheiben von NEGURA BUNGET, HERRSCHAFT, MINETHORN oder auch FEN herausgebracht hat, hat nun ein Leckerli herausgehauen, das gut 80 Minuten unveröffentlichte Songs enthält. Sämtliche Songs wurden nur für diese Compilation aufgenommen. Na das ist doch schon mal was für Fans.

Den Anfang machen MINE[THORN] mit ihrem Industrial. Teils an GODFLESH erinnernd, stampft sich “Icons (of the cursed earth)” durch die Spielzeit und wird zum Ende hin sogar mal atmosphärisch.
THE AXIS OF PERDITION sind zu 80% gleich MINE[THORN] und spielen etwas vertrackten Industrial, der im höheren Tempo angelegt ist. Auch soundtechnisch sind THE AXIS OF PERDITION sauberer und erinnern manchmal, dank der Gitarren, an EMPEROR.
Die Ungarn DAMNED SPIRITS DANCE hauen dann technisch sauber und melodisch in die Black Metal-Kerbe. Spacige Keyboard-Klänge unterlegen geile Gitarrenläufe und dann geht’s auch in die Vollen. Kraftvolles Highspeed-Drumming und Vocals, die durch Mark und Bein gehen, wechseln sich mit dissonanten Gitarren und auch mit Klargesang ab. Geiler Beitrag.
Keine Ahnung, wo sich Niklas Kvarforth noch überall so rumtreibt. Auf jeden Fall auch bei den schwedischen DIABOLICUM, die nun folgen. Und das ist puristischer, dreckiger Black Metal. Scheppernd und mit Niklas’ typischen Vocals.
Instrumental und träumerisch geht es weiter mit VOID OF SILENCE, um dann der HERRSCHAFT Platz zu bieten. Für mich ja sowieso eine sehr geile Band. Die Franzosen mixen EBM, Industrial und Black Metal zu einem Guss mitreißender Musik.
So bleibt man in Frankreich mit THE OATH. Ziemlich modern, aber einer der Schwachpunkte dieses Samplers, auch wenn die Drums schön knallen.
Doom kommt nun mit THE PROPHECY. Akustische Momente wechseln sich mit Death-Doom ab und somit auch Growls und Klargesang. Umhauen tut es mich nicht.
Sehr schwarzmetallisch und ohne rumänische Folklore, aber nicht minder perfekt kommen mit “Cumpana” nun NEGURA BUNGET an die Reihe. Sicherlich ein Highlight der Compilation und auch hier zeigen sich die Rumänen unverwechselbar.
Die britischen FEN bilden dann den Rausschmeißer. Irgendwo zwischen atmosphärischem Black Metal, akustischer Träumerei und Gänsehaut bereitender Stimmung haben die Briten den längsten Song am Start.

Zwischen allen Beiträgen gibt als Highlight immer wieder ein Interludium von Davide Tiso, den einige von EPHEL DUATH kennen dürften. Disharmonie, Industrialklänge und Drumcomputer werden zu einer ungewöhnlichen Mischung zusammengetan. Auf jeden Fall kommt das sehr gut. Zum Schluss hin wird es aber leider etwas zu monoton.

Code 666 hat einen Sampler auf den Markt geschmissen, der auf jeden Fall begeistern dürfte, wenn man nicht grad auf BULLET FOR MY VALENTINE, SCOOTER oder AGNOSTIC FRONT steht. Einige, für mich, unbekannte Bands geben hier einen Appetizer und somit Verlangen nach Mehr.
Ein sehr gelungener Silberling.

Punkte: 9 / 10