Cattle Decapitation The Anthropocene Extinction (2015) - ein Review von blackening

Cattle Decapitation: Anthropocene Extinction, The - Cover
3
Reviews
10
Ratings
8.90
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Death Metal, Grindcore


blackening
31.10.2017 15:59

Die Menscheit geht an sich selbst zu grunde, das wird ja auch Zeit. Den Soundtrack liefern Cattle Decapitation.Hier thematisieren sie die Auswirkungen des Menschen auf die Erde. Die amerikanischen Deathgrindler liefern ein derart intensives Album ab, wie man es sehr sehr selten hört. Jede Note ist wütend, anklagend, frustriert, nihilistisch. Im Prinzip genau die Platte, die man nach dem Sehen der Nachichten oder zu langer Zeit auf sozialen Netzwerken braucht, um sich vor der menschlichen Schwarmdummheit zu befreien. Reine Katharsis.

Instrumental schwankt man hier von Slam zu Blast Beat über Black Metal über Thrash rüber zu cleanparts. Vielleicht "Progressive Blackened Deathgrind"?? Wirklich, keine Ahnung, ist was ganz Neues. Wilde Soli, unmenschliche Stimme. Ohne Mist, die Stimme muss man gehört haben. Neben dem Standart ( extrem tief, extrem hoch, mittig) gibt es hier diverse einfach nur kranke neue Techniken zu hören.

Alle Songs sind hervorragend, ich gehe hier nur die Highlights durch:

Manufactured Extinct:
gleichermaßen apokalyptisch wie heroisch, es impliziert: "Der Untergang naht, freut euch!" Beginnend in sich langsam aufbauendem Black Metal Riffing, slamt das Ding bald guttural um sich, bis Sänger Travis seine inzwischen patentpflichtigen "Pseudo-Cleans" auspackt...anders vermag ich das echt nicht zu umschreiben. Generell haut er einige nicht allzu gesund klingende Laute aus seinem Leib, dass es eine wahre Freude ist.
Ein paar Spannungsbögen ,Soli, Slams und Blastbeats über Black Metal später ist auch das letzte anklagende Wort gegen die Menscheit gefallen und der Song verendet.

Mammals In Babylon:
diese kurze Pause, bevor es im Black Metal explodiert...shit. Ich glaub, auf einer Kassette wäre die Stelle inzwischen so abgenutzt, dass ich sie nicht mehr hören könnte. Wahnsinn, wie aggressiv das ist.

Not Suitable For Life
"How can you look me in the eyes and tell me you're proud of what you've done within this life?" klagt Travis, um ihn herum die völlige Apokalypse.

Endlich mal ultra-aggressive Mucke mit guten, wichtigen Texten. Der linksversiffte Vegetariergutmensch in mir wurde jedenfalls hervorragend unterhalten, ja mehr noch zum Nachdenken gebracht.
Aber auch, wer einfach nur auf die Fresse will und leider nix auf Texte gibt, wird hier bestens beballert. Garantiert.

Fast so sehr wie die textliche Thematik begeistert mich hier aber etwas, dass ich für unmöglich gehalten hatte: eine Band mit individuellem Stil, ja die etwas Neues versucht und der dies auch gelingt, wird von der Metalszene gefeiert statt verachtet. Passiert einfach mal viel viel zu selten...

Punkte: 10 / 10


Cattle Decapitation: The Anthropocene Extinction

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Tracklist:

  1. Manufactured extinct
  2. The prophets of loss
  3. Plagueborne
  4. Clandestine ways (Krokodil rot)
  5. Circo inhumanitas
  6. The burden of seven billion
  7. Mammals in Babylon
  8. Mutual assured destruction
  9. Not suitable for life
  10. Apex blasphemy
  11. Ave exitium
  12. Pacific grim