Body Count Murder 4 Hire (2006) - ein Review von gravedancer

Body Count: Murder 4 Hire - Cover
1
Review
3
Ratings
6.33
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Crossover


gravedancer
07.10.2020 20:12

Zugegeben, ich habe recht spät zu dieser Band gefunden. 'Bloodlust' war es, gerade einmal 3 1/2 Jahre her, dass mich eiskalt erwischte...druckvolle Gitarren, hier und da mit Höchstgeschwindigkeit gespielt, machten mich schnell zum Fan. Vor allem Ice T empfand ich als Ermittler bei Law and Order schon immer als Sympathieträger (ja ja, lacht nur lol), hatte er da sein Gangster Image freilich längst abgelegt. Denn jetzt, wo er ein alter Mann ist, kann er sagen: "Seht, einst war ich auch ein böser schwarzer Junge, der vom Cop killen brüllte, aber nun bin ich alt und weise und habe aus meinen Fehlern der Jugend gelernt und singe über die Missstände dieser kaputten Welt". Recht so, mir egal. Der gesamte Backkatalog folgte und ich stellte fest, dass jedes Album seine Höhepunkte hat. Nur 'Murder 4 Hire' fehlte noch. Längst vergriffen wird das Teil auf Ebay, wenn überhaupt einmal gesichtet, zu horrenden Preisen gehandelt. Doch nicht etwa weil es so gut ist...
Die Höhepunkte aus diesem Teil herauszupicken fällt mir sichtlich schwer...ein Durchlauf reicht um genug Minuspunkte aufzuzählen, die das Teil direkt unten durch fallen lassen. Und die haben alle mit der Produktion der Platte zu tun. Die hat nämlich scheinbar niemals stattgefunden. Ganz im Vordergrund setzt sich neben Herrn "T"s Gesang nur ein unsäglich lästiger Drumcomputer fest. Das Ding mag vielleicht bewusst billig programmiert worden sein. Punkt. Das allein würde ja verschmerzlich sein, wenn da noch 2 fette Gitarren rechts und links wären, die die sterilen Trommeln erträglich machten. Dem ist aber nicht so...Die Gitarre ist zwar da aber irgendwie steht Ernie wohl mit seinem kleinen 50 Watt Amp100 Meter hinter der Bühne. Na da hört man den kleinen Mann natürlich nicht mehr. Tja was habt ihr euch nun dabei gedacht. Bei so einem Mist brauchen wir wahrlich kein Re-release dieses Meisterwerks mehr.

Ein Paar Songs, drei an der Zahl, immerhin, picke ich dennoch heraus. Allen voran "Mr. C's Theme". Der Rausschmeißer ist ein Instrumental, mit dem man sich bei Ernie scheinbar entschuldigen wollte, ob der bis zur Unkenntlichkeit heruntergedrehten Lautstärke seiner Klampfe auf dem Rest des Albums. Die cleane Gitarre hört man dieses mal laut und deutlich und da der Mann ja wirklich auch spielen kann, höre ich ihm in diesem Song am liebsten zu. Ansonsten möchte ich noch den Opener "Invincible Gangsta" und den Titelsong herausheben, die mit etwas Wiedererkennungswert punkten. Durch die mega arschige Produktion sind die Dinger aber leider nicht wirklich gut sondern maximal erträglicher als der Rest. Achja hervorheben möchte ich noch das Cover Artwork, welches, wie ich finde, besser ist als alle anderen davor und danach. Aber das ist ja auch Geschmackssache und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Über zu leise Gitarren und billige Drumcomputer jedoch beileibe schon.

Punkte: 3.5 / 10