Nevermore Dreaming Neon Black (1999) - ein Review von adarkmind

Nevermore: Dreaming Neon Black - Cover
1
Review
42
Ratings
9.24
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal, Thrash Metal


adarkmind Avatar
17.12.2017 12:00

Aus aktuellem Anlass möchte ich die Gelegenheit nutzen und euch mein Lieblingsalbum vorstellen, um Warrel Dane meinen Respekt zu zollen. Und bevor ich damit starte muss ich etwas ausholen.

Damals in der Ausbildung hatte ich einen Englisch for Business Kurs und irgendwie kam es dazu dass eines Tages keiner außer mir Zeit hatte. So saß ich allein mit der Lehrerin und sie meinte es wäre doch eine tolle Idee über Musik bzw. über Lyrics zu sprechen. Dazu sollte ich doch bitte ein Album meiner Wahl nehmen und die Texte mit ihr durchzugehen. Eine tolle Idee wie ich fand. Sie hatte ja keine Ahnung worauf sie sich eingelassen hatte.
Ich werde darauf jetzt nicht explizit eingehen. Ihr solltet selbst die Lyrics lesen. Meine Lehrerin war jedenfalls sehr begeistert von der Vielschichtigkeit und dem Verständnis des Sängers mit Metaphern umzugehen. Sie hat sich sogar das eine oder andere Lied angehört. Gefallen hat ihr natürlich nichts davon. Cenotaph hat ihr aber eine Gänsehaut verpasst aufgrund der ganzen Konzeptes.

Etwas Vorgeschichte:
Warrel Dane hat in einem Interview hat er durchblicken lassen, dass dieses Album eigentlich anders geplant war. Die Bandkollegen waren vorher immer gegen ein Konzeptalbum, doch Warrel hat sich darum nicht geschert. Er hat die Lyrics den Kollegen vorgelegt und nach dem ersten Einspielen fragte er: „Na was haltet ihr von unserem ersten Konzeptalbum?“. Und es gab keine Einwende weil jeder Song auch für sich stehen kann, aber im Ganzen noch größer wirkt, da die Songs untereinander aufeinander referenzieren.

Um zu verstehen warum dieses Album so tiefgründig ist muss man sich auch mit Warrels Vorgeschichte befassen, denn das Konzept und die Lyrics sind allein von ihm selbst geschrieben worden.
Warrel hatte in den 80ern eine enge Freundin die sich einem religiösen Kult angeschlossen hat. Er hat sie nie wiedergesehen, außer in einem Traum, welchen er in diesem Album verarbeitet hat. Der Traum ist schon auf dem CD Cover dargestellt wie sie erst im Wasser treibt (Front) und dann ertrinkt (Rückseite).
Dieses Album ist sein Tribut an jene Freundin und macht es zu dem wahrscheinlich „gefühlvollsten“ Nevermore Album.

In diesem Konzept muss man keinem Handlungsstrang folgen und zum interpretieren reichen die Überschriften aus dem Booklet, welche mit – markiert sind.
1. Ophidian
2. Beyond within – welcome to the fall -
3. The Death of Passion - Time has no meaning for me. She is gone and the void speaks to me -
4. I am the dog - The darkwave came again last night. I want it all to end, I want the world to end -
5. Dreaming neon black
- Again it poured over me in waves.
When she left with them she said I must
break free from the dark. I tried to tell her
of their poison, she chose not to hear.
She was never seen again -
6. Deconstruction - My perfect reflection swims
through the drowning pool. The sky is gone.
My world is in deconstruction -
7. the fault of the flesh - Sometimes bitterness is all you can hold on to, and within the bitterness I realized my weakness -
8. the lotus eater - Why is this happening to me? Why have I been forsaken? Nothing numbs the pain any longer......please....I'm slipping away -
9. Poison godmachine - I know what it wants now...the void has swallowed the light and the machine wants my soul -
10. All play dead - I know she can hear me still. I know she can feel me. The velvet sleep has stilled her, for they are feeding, while time is ever shifting -
11. Cenotaph - And I will build this in her name. The dream will not allow failure, only servitude, for I am it's slave -
12. No more will - For some there are no choices -
13. Forever - What has been put asunder shall again be whole -

Schlusswort:
- As the curtain calls, and the cast recedes,
I am all that ever was and all that ever will be.
In wither and repose this frayed chapter
now does close, and fade into neon black -

Wer bis zum Ende von „Forerver“ (die ganzen 9 Minuten) aufgepasst hat, merkt dass es sich um einen Kreislauf handelt. Der Herzmonitor startet den Kreislauf neu.

Ein Großartiges tiefgehendes Album bei dem es keine Anspieltipps gibt. Einfach durchhören denn es fesselt von Anfang bis Ende. Volle Punktzahl.

Punkte: 10 / 10