Nightmarer Cacophony Of Terror (2018) - ein Review von blackening

Nightmarer: Cacophony Of Terror - Cover
1
Review
2
Ratings
8.75
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Progressive Metal, Sludge


blackening Avatar
01.04.2018 12:30

In Zeiten von Catharsis, Die letzen Jedi, Star Trek Discovery und Alien Covenant wirds mal wieder Zeit für etwas Positives. Und VERDAMMT, beeindruckt mich dieses Album.
Nightmarer aus den USA bestehen aus ehemaligen Mitgliedern von Gourmetkrachbands wie Gigan, War From A Harlots Mouth und The Ocean und bieten eine recht bizarre Mischung aus Mathcore und Blackened Death Metal. Dabei sind sie weit mehr als die Einzelsumme ihrer Vorgängerbands, sondern liefern einen höchst eigenen Stil.

Der Stil:
8saitergitarren werfen sich höchst dissonant Riffs zu. Anders als viele " möglichst fies!" Bands lösen sie diese Dissonanz auch gelegentlich auf, schaffen damit den benötigten Kontrast. Meist spielt eine Gitarre sehr tiefe, stampfende Riffs im Krummtaktprinzip, die zweite Gitarre sorgt für Akkordbrechungen und verwehte Melodien, die eine Mischung aus Jazz und Black Metal zweiter Generation zu sein scheinen. Häufig entsteht dadurch Polyrhythmik oder Polymetrik, würde ich meinen. Genau sicher bin ich mir auch nach sehr vielen Durchläufen der Platte nicht. Jedenfalls genug " was zur Hölle war DAS?" für meinen Geschmack. In der Aufgabenverteilung erinnern Nightmarers Gitarren also an Fit For An Autopsy, jedoch weit düsterer und komplexer.
Die Drums spielen selten Straight. Oft halten sie durch Blastbeats den Song zusammen, aber wirklich normale Beats sucht man hier, ähnlich wie bei Ulcerate, eher selten. Stimmung geht hier ganz klar über headbangen, und die erzeugte Stimmung hat teils sogar etwas von den australischen Portal: es ist ein Krachrätsel, ein Blastbeatzauberwürfel, es will vom Hörer analysiert und aufgesogen werden.
Der Gesang erinnert an Behemoth ab dem Demigod-Album, weswegen die Band häufig mit den Polen verglichen wird. Aber abzüglich des Gesangs sehe ich da keine Ähnlichkeiten.
Insgesamt also richtig richtig dunkel.

Einzelne Songs hervorheben macht hier in meinen Augen wenig Sinn, da die Platte klar so konzipiert ist, dass sie am Stück gehört und hinterfragt wird.Außerdem ist hier wenig wirklich "eingängig", sprich Hooklines sind eher selten. Wäre für das, was erreicht werden soll, aber auch kontraproduktiv. Meine Highlights der Platte wären aber:
Ceremony Of Control, Death,Bleach,The Descent.

Ok im Ernst, wer bei den genannten Bands nicht zumindest ein wenig erregt wird, braucht das Album nicht. Freunde der genannten Bands oder allgemein Freunde des experimentellen Krachs werden hier wirklich sehr auf ihre Kosten kommen.

Punkte: 9 / 10


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Tracklist:

  1. The descent
  2. Stahlwald
  3. Skinner
  4. Bleach
  5. Cave digger
  6. Fetisch
  7. Tidal waves of terror
  8. Ceremony of control
  9. Death
  10. Swansong
  11. Cave digger (Lymbs Remix)