Sorcerer (1995) - ein Review von Leodoom

Sorcerer: Sorcerer - Cover
1
Review
7
Ratings
8.71
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Doom Metal


Leodoom Avatar
08.05.2011 19:23

Erbarmen! Endlich gibt es das musikalische Schaffen der vergessenen Schweden-Doomer für die breite Masse auf CD zu kaufen. Und wer dies nicht wahrnimmt, braucht sich nicht weiter Doom-Fan zu schimpfen.

Sorcerer bieten hier epischen Metal, der locker auf dem Niveau von Größen wie Candlemass oder Solitude Aeturnus mitspielt. Die meist im gemäßigten Midtempo gehaltenen Songs sind auf den ersten Blick nicht allzu auffällig oder komplex (der Opener "The Sorcerer" z. B. lebt genau genommen über Minuten von einem einzigen Riff), entfalten aber eine unglaubliche Atmosphäre. Treibendes Drumming, Messerschaffes Riffing im Melancholisch-Moll, pumpende Basslines (die man erfreulicherweise auch raushören kann) und - als stärkstes Markenzeichen - ein Sänger, der von atmosphärischem Gegrolle bis zu hohen Screams (die er selten, aber umso gezielter und dominanter einsetzt) alles drauf hat. Hier und da gesellen sich noch Keyboards in die Arrangements und verfeinern die Atmosphäre mit Glockenschlagen oder sanften Synthie-Teppichen. Die Soli sind ebenfalls gut plaziert und allerfeinste Sahne.

Alle Songs halten ein durchweg hohes kompositorisches Niveau. Einige Hits stechen trotzdem heraus:
Der erwähnte Opener "The Sorcerer" lebt von einer unglaublich dichten Atmosphäre und lässt einem gleich zu Anfang die Nackenhaare hochstehen. Der drive des Songs ist unwiderstehlich - abbangen vorprogrammiert!
Das folgende, etwas gemächtlichere "Northern Seas" lebt von einem wundervollen Gitarrenriff und fast schon Power Metal-ähnlichem Gesang. Der Song hätte auf Candlemass' "Chapter XI" (einem der unterbewertetsten Doom-Alben der Geschichte) zu den absoluten Highlights gehört.
Mit "Queen In Black" folgt dann der vielleicht beste Song des Albums. Der Track hätte auf jedem Solitude Aeturnus-Album geglänzt und bietet tiefe Melancholie, eingebettet in wunderschöne, düstere Gitarrenriffs. Einer der besten Doom-Songs überhaupt.
"The Battle" wartet dann noch Melodien auf, die am ehesten an "Samarithan" von Candlemass errinnern. Der Refrain setzt sich im Ohr fest und will nicht mehr raus. Großartig!

Außerdem gibt es noch eine tolle Cover-Version von Rainbow's "Stargazer"!

Ich sags zum Schluss nochmal: Hier gebts um ein vergessenes Schätzchen, das nicht, wie viele andere Platten, auf der Retro-Welle der Schönreder und Kultfanatisten mitschwimmen muss, sondern auch für sich stehend mit den ganz großen Klassikern mithalten kann. Wer "Epicus Doomicus Metallicus" oder "Where Angels Dare To Tread" liebt, darf das hier nicht verpassen!

Punkte: 9 / 10


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