British Steel (2017) - ein Review von JollyRoger

British Steel - Cover
1
Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Sampler
Genre(s): Metal Heavy Metal
Werbung


JollyRoger Avatar
14.12.2017 12:03

In den Anfangstagen unserer hartmetallischen Welt gehörten Samplerbeiträge einfach dazu, um auf sich aufmerksam zu machen und trugen zum Teil maßgeblich dazu bei, eine Band überhaupt erst bekannt zu machen. So zählen „Metal For Muthas“ oder „Roxcalibur“ mittlerweile zu Sammlerobjekten. In diese Reihe von Samplern mit Bands von der britischen Insel reiht sich „British Steel“ ein.

Zuerst muss vorangestellt werden, dass es sich bei „British Steel“ zwar um einen Sampler mit ausnahmslos britischen Bands handelt, diese genremäßig aber durchaus unterschiedlich aufgestellt sind. Insgesamt bewegt es sich jedoch im Bereich des melodischen Old-School Heavy Metals mit Ausreißern in Richtung Speed bzw. Thrash. Auch haben wir es, bis auf wenige Ausnahmen, mit Bands zu tun, die bislang noch kein vollwertiges Album herausgebracht haben.

Die bekanntesten Bands dürften die NWoBHM-Metaller Dark Forest und die folkigen Wytch Hazel mit ihren Beiträgen sein. Dark Forest sind mit einem sehr starken Song ihres letzten Albums, nämlich „Where The Arrow Falls“ vertreten. Wytch Hazel’s „Freedom Battle“ ist ebenfalls eine starke Wahl vom letzten Longplayer.

Amulet spielen klassischen Heavy Metal und sind mit einem scheinbar neuen Song vertreten. „Highwayman“ klingt mir jedoch etwas zu durchschnittlich, um mich voll zu überzeugen, zumal das letzte Album deutlich mehr zu bieten hatte. Die noch junge Band Aggressive Perfector bringt dann jedoch mit „Harlot’s Spell“ordentlich Schwung. Der raue Mix aus speedigem Heavy-Thrash überzeugt und erinnert mich, auch aufgrund des rauen Gesangs und der melodiösen Gitarrenarbeit, an Kryptos. „Lost In The Void“ von Eliminator ist ebenfalls ein starker, im Midtempo gehaltener melodischer Song.

Für die etwas härteren Ausschläge sind dann als erstes Dungeon zuständig. Mit „Queen Of Desire“ wird ein ziemlich räudiger Motörhead on Speed Song von der Leine gelassen. Vuil schlagen dann mit „Iron Witch“ in eine ähnliche Kerbe, gehen jedoch nicht ganz so ungehobelt zu Werke und haben einen Sänger in den Reihen, der auch gern hohe Töne einstreut. Den härtesten Beitrag leisten dann Insurgency mit ihrem 80er Thrash und „Destined To Death“. Ist eher ungewöhnlich bei der restlichen Bandauswahl, bringt jedoch Abwechslung, zumal der Song ordentlich Spaß macht!

Eine weitere kleine Enttäuschung, nach den von mir geschätzten Amulet, sind dann leider Toledo Steel die mit „Rock Nights“ ebenfalls nur einen sehr durchschnittlichen, zu generischen, Song zum Sampler beisteuern. Ich weiß nicht ob es sich hier um einen neuen Song handelt oder eine B-Seite. Die EP war jedoch unglaublich stark, und diesen Qualitätsabfall hätte ich nicht erwartet. Das genaue Gegenteil bieten dann Seven Sisters, die mich mit ihrem Debut-Album 2016 trotz einiger Vorschusslorbeeren im Gepäck nicht restlos überzeugen konnten. Doch „The Witch’s Eye“ überzeugt auf ganzer Linie, vor allem mit toller Dynamik und Melodien. Auf dem Album wäre der Song meines Erachtens mit der Beste gewesen!

Ein weiteres Highlight kommt dann noch zum Abschluß dieses Reviews. Neuronspoiler! Mir bislang noch völlig Unbekannt, musste ich nach dem Genuss von „Slay The Beast“ den bald erscheinenden zweiten Longplayer gleich auf meine Must-Have Liste setzen. Ein Song der einfach schön durcharrangiert ist, von vorne bis hinten ne Menge Spaß macht und zum Mitsingen einlädt, ohne cheesy zu sein. Granatenstarker klassischer Heavy Metal mit einem klasse Sänger.

„British Steel“ ist am Ende ein toller Sampler geworden, auf dem es einige Perlen zu entdecken gibt. Vielleicht kommt er nicht ganz an den „Heavy Metal Killers“ Sampler heran. Mit dem „Well ‚eavy“ steht er aber auf jeden Fall auf Augenhöhe, um nur ein paar aktuellere Vergleiche zu bemühen. Es wird ein hohes Niveau, ohne Abfälle nach unten, geboten. Ganz besonders muss man diesen Sampler -und Sampler dieser Art allgemein- Heavy-Fans ans Herz legen, die sonst nicht soviel Zeit besitzen im Underground zu wühlen wie manch anderer. Der faire Preis macht den Kauf dann noch Lohnenswerter.

Original Review auf: http://heavystageforce.rocks/v-a-british-steel-the-rising-force-of-british-heavy-metal

Punkte: 8 / 10


Werbung

Judas Priest: British Steel

Audio CD

für 6,99 €
Amazon icon Kaufen bei amazon.de - Mehr Angebote

Tracklist:

  1. Rapid Fire
  2. Metal Gods
  3. Breaking The Law
  4. Grinder United
  5. You Don't Have To Be
  6. Old To Be Wise
  7. Living After Midnight
  8. The Rage
  9. Steeler
  10. Red, White & Blue (Bonus Track)
  11. Grinder (Live) (Bonus Track)

Weitere Angebote:


Weitere Angebote:


Login
×