Kissin' Dynamite Generation Goodbye - Dynamite Nights (2017) - ein Review von Tammaray

Kissin' Dynamite: Generation Goodbye - Dynamite Nights - Cover
1
Review
2
Ratings
8.50
∅-Bew.
Typ: Live
Genre(s): Metal Hardrock, Glam Metal


Tammaray Avatar
14.02.2018 19:36

Um es gleich vorwegzunehmen: Diese Anschaffung lohnt sich. Mittlerweile auch schon wieder ein gutes Jahr alt, war eine solche Veröffentlichung nach 11 Jahren Bandexistenz und 5 Alben nicht nur angebracht, sondern auch fällig.
Ich selbst habe in den letzten Jahren nur noch mit einem Auge auf die Band geschielt, was vermutlich auch daran lag, dass meine Sleaze-Phase nicht von Dauer geblieben ist. Auch habe ich ein wenig den Enthusiasmus verloren, weil mir das 2012er-Album "Money, Sex And Power" damals etwas aufgesetzt und gekünstelt vorkam. Es scheint, als hätte die Band mittlerweile einen definitiven Stil gefunden.
Wer sie selbst erlebt hat, kann bestätigen, dass die Band auf der Bühne eine enorme Energie ausstrahlt, die einen unweigerlich mitreisst. Die meisten ihrer Songs sind schnell und actionreich, also nichts, was man mit Kopfhörern auf dem Sofa geniesst. Die Aufnahmen auf dieser DVD mit Doppel-CD nehmen diese Energie auf. Das Konzert vom 3. Dezember 2016 in Stuttgart wurde professionell und passend in Szene gesetzt.
Der Spruch "Das Auge hört mit" ist ja bei allen Bands des Genres zutreffend, hier jedoch wie bei kaum einer anderen. Bei den fünf jungen Schwaben muss eben alles stimmen, auch das Drumherum. Wer nun aber denkt, dass man hier musikalisch nichts Anständiges geboten bekäme, irrt sich gewaltig. Hier geht etwas, von den eingängigen, druckvollen Gitarren, über das menschliche Uhrwerk am Schlagzeug bis hin zum kernigen Gesang.
Die Setlist zieht einen gut durchdachten Querschnitt durch die ganze Diskographie. Begonnen wird mit den Krachern "Generation Goodbye" und "Money, Sex And Power" (jeweils die Titeltracks der gleichnamigen Alben). Das Publikum wird damit von Anfang an von den Füssen gerissen und man spürt selbst vor dem Bildschirm noch, wie die Temperatur in der Halle ansteigt.
Wie bereits erwähnt, bieten Kissin' Dynamite auch optisch etwas. Nicht nur ihr genregetreues Äusseres besticht, sondern auch die enthusiastische Performance aller Musiker. Hier wird mit Herzblut gespielt und nicht an Showeinlagen gespart. Die Jungs sind ein eingespieltes Team, was angesichts der Tatsache, dass sie schon seit ihrer Schulzeit zusammen Musik machen, auch kein Wunder ist. Einzig die Backgroundsängerinnen, die gelegentlich auf der Bühne erscheinen, wirken etwas verloren,um nicht zu sagen, deplatziert.
Doch weiter im Set; Schlag auf Schlag haut die Band uns eine kraftvolle Hymne nach der anderen um die Ohren. Der Titel "Highlight Zone" sagt, was Programm ist. Einen ersten ruhigen Moment bietet die Superschnulze "If Clocks Were Running Backwards", dicht gefolgt von weiteren Krachern, wie z.B. "She's A Killer" und "She Came She Saw".
Die zweite Hälfte geht es etwas ruhiger an, mit einem atemberaubenden Balladendoppel aus "Only The Good Die Young" und "Out In The Rain". Sänger Hannes bringt hier Abwechslung in die Show und zeigt sein Können am Piano. Wo anderen allmählich die Luft ausgehen und der Ausklang beginnen würde, begnügen sich Kissin' Dynamite mit diesen wenigen langsamen Liedern und sorgen sogleich wieder für Action. Das Energiebündel an der Front lässt sich nicht lange bitten, aufzustehen und auch die anderen Bandmitglieder finden ihre Freude daran, wieder Vollgas geben.
Wer sie mag, bekommt noch ein Duett mit Beyond The Black-Sängerin Jennifer Haben ("Masterpiece") gratis obendrauf, wer sie nicht mag, konzentriert sich einfach auf Hannes' Stimme und den Augenschmaus an den Gitarren. ;-)
Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss und so lässt uns die Band fast bis zum Ende auf den Publikumsliebling "Six Feet Under" warten, gekrönt von einer bodenständigen Umsetzung von "I Will Be King" und einem letzten Feuerwerk aus "Flying Colours".

Fazit: Diese CD/DVD ist eine Bereicherung für jede Sammlung. Wer kernigen, bodenständigen Heavy Metal, Sleaze oder klassischen Hardrock mag, kommt hier vollständig auf seine Kosten. Alle anderen werden mit Gewissheit bekehrt. Wer die Band ausserdem noch nicht selbst live erlebt hat, sollte dies bei Gelegenheit nachholen.

Punkte: 8 / 10


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Tracklist:

  1. Intro
  2. Generation goodbye
  3. Money, sex and power
  4. DNA
  5. Highlight Zone
  6. Running free
  7. Love me hate me
  8. If clocks were running backwards
  9. She's a killer
  10. Deadly
  11. She came she saw
  12. Somebody to hate
  13. Operation supernova
  1. Only the good die young
  2. Out in the rain
  3. Against the world
  4. Masterpiece
  5. Supersonic killer
  6. Sex is war
  7. Hashtag your life
  8. Steel of Swabia
  9. Ticket to paradise
  10. Six feet under
  11. I will be King
  12. Flying colours
  1. Intro
  2. Generation goodbye
  3. Money, sex and power
  4. DNA
  5. Highlight Zone
  6. Running free
  7. Love me hate me
  8. If clocks were running backwards
  9. She's a killer
  10. Deadly
  11. She came she saw
  12. Somebody to hate
  13. Operation supernova
  14. Only the good die young
  15. Out in the rain
  16. Against the world
  17. Masterpiece
  18. Supersonic killer
  19. Sex is war
  20. Hashtag your life
  21. Steel of Swabia
  22. Ticket to paradise
  23. Six feet under
  24. I will be King
  25. Flying colours