Into The Dark Past (1986) - ein Review von quellecair

Angel Dust: Into The Dark Past - Cover
1
Review
20
Ratings
8.57
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal, Thrash Metal


quellecair Avatar
30.03.2015 21:22

Während die glorreichen 80er für viele Metalbands zur Geburtsära ihrer Karriere wurde, litten etliche unter unvorteilhaften oder gar desaströsen Bedingungen ihrer Labels. So blieb es vor allem für Underground-Bands eher schwierig, sich durchzusetzen und einen Namen zu machen. Jedenfalls ging es auch Angel Dust in der ersten Phase ihrer musikalischen Laufbahn so ziemlich an den Kragen. Ihre ersten beiden Scheiben, welche 1986 und 1988 auf den Markt kamen, machten vorerst hauptsächlich in ihrer Heimat Deutschland die Runde und gesellten sich lediglich unter einer nahezu unübersichtlichen Anzahl vielversprechender Newcomer. Dies hatte zur Folge, dass man die Band schliesslich auflöste, um sie dann zehn Jahre später wieder ins Leben zu rufen - allerdings mit einer komplett anderen Besetzung und einem Stilwechsel: statt schnellem und melodischem Thrash Metal, richtete man sich einem gemächlicheren Power Metal aus.

Die beiden Scheiben aus den 80ern "Into the Dark Past" und "To Dust you will Decay" geniessen mittlerweile Kultstatus, sind zudem komplett vergriffen und gehören zu den grössten Sammlerperlen unter Metallern, für die man über Auktionsplattformen wie Ebay ganz tief in die Tasche greifen muss. Aber sind es die Scheiben musikalisch auch Wert oder geht's nur um den Sammlerwert? Nun, das bleibt im Endeffekt immer noch Geschmacksache, aber wer technisch gut gespieltem, schnellem und dennoch melodischem Thrash Metal etwas abgewinnen kann, der sollte vor allem das Debut "Into the Dark Past" mal genauer ins Visier nehmen. Denn während "To Dust you will Decay" mit neuem Sänger bereits etwas gedrosselter daherkommt und streckenweise sogar wie eine Brücke zur zweiten Phase der Band anmutet, wird auf "Into the Dark Past" gnadenlos aufs Gaspedal gedrückt. Unverständlich, wie man eine solche Scheibe dem Durchschnitt zu Futter machen konnte. Aber eben, das Niveau der Stahlschmiede hatte Anno 86 mittlerweile ein wahrhaft königliches Level erreicht.

So wird nach einer kurzen akustischen Einstimmung mit "I'll come back" im Eilzugstempo losgelegt. Man hört auf Anhieb heraus, welch grossen Einfluss die beiden ersten Metallica-Scheiben "Kill 'em all" und "Ride the Lightning" auf die gesamte Thrash Metal-Szene ausübten, denn genau in diese Kerbe hauen auch Angel Dust. Trotz hohem Tempo verliert man nie die Übersicht und ballert Riffs en masse in allen möglichen Tempolagen - ein regelrechtes Freudenfest für jeden Thrasher! "Legions of Destruction" entpuppt sich gar als echter Knaller und gehört für mich zu den absoluten Top-Tracks im gesamten Speed/Thrash-Sektor. Der Rest ist grundsolides Handwerk, durchgehend auf technisch hohem Niveau und kurzweilig gezockt, auch wenn es am Schluss dann halt doch etwas die Abwechslung missen lässt. Aber bei einer Spielzeit von knapp 40 Minuten ist dies leicht zu verschmerzen.

"Into the Dark Past" ist also nicht nur eine erwerbliche Rarität, sondern auch eine regelrechte Genre-Perle, die jedem Fan von schnellem und melodischem Thrash Metal den Puls höher schlagen lässt. Wer auch immer die Gelegenheit hat, in irgendeiner Form zu einem vernünftigen Preis an diese Scheibe heranzukommen - ungezögert zugreifen!


(Original Review: http://quellecair.blogspot.ch/2015/03/aus-der-raritatenkiste.html)

Punkte: 9 / 10


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Tracklist:

  1. Princess of the light
  2. Caughr in a warzone
  3. The dance of the dragonfly
  4. Gambling fever
  5. Run to the West
  6. Holy knight
  7. We don't trust you
  8. Cry wolf
  9. When midnight falls
  10. Keep on metal
  11. Don't look back
  12. Rock cliché
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