Samen (2016) - ein Review von marty-party

öOoOoOoOoOo: Samen - Cover
1
Review
2
Ratings
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock, Crossover, Psychedelic Rock, Post Rock, Art Rock


marty-party Avatar
05.01.2017 01:36

öOoOoOoOoOo!
Das klingt durch und durch nach einem Kunstprojekt. Und sieht auch so aus. öOoOoOoOoOo ist die bildliche Buchstaben-Darstellung einer Raupe, französisch: "Chenille" (oder wer es lieber auf englisch mag: "Caterpillar").
KUNST?!
Yep! Wenn man das Cover der CD-Version (jede Menge nackte Menschen!) betrachtet und den dazugehörigen Text liest, dann soll die Musik auf dem Silberling wohl die Vertonung einer Installation bestehend aus - na ja - vielen nackten Menschen darstellen.
KUNST!!!!
Eine vertonte Ausstellung, also. Das mag erst einmal abschrecken. Intellektualistischer Scheiß!!!
Weit gefehlt...
Die Musik auf der CD ist bonbon-bunt. Irgendwo zwischen Metal, Art-Rock, Prog, Postrock (oder -Pop), etwas, das man gemeinhin als Crossover bezeichnen könnte, Jazz-Rock, Ambient und Zeuhl. Und nicht einmal unbedingt dazwischen, sondern schön von einer Stilrichtung in die andere hüpfend. Disco kann das Duo aus Frankreich auch. Die Musik ist wie eine Achterbahnfahrt, ein Feuerwerk der Stil-Mischung, sicher aber immer im Bereich Rock verhaftet. Im Sinne der Durchhörbarkeit sogar Pop. Tendenz Metal. Pop-Metal? Ja. das würde passen.
Das Album, die Musik, das PROJEKT lebt aber vor allem durch den Gesang der liebreizenden Asphodel. Ihre Stimme changiert zwischen Sandra Nasic (Guano Apes), Sally Oldfield, Mike Patton (Faith No More/Mr. Bungle), Alwin Chipmunk, Oper und Kehlkopfgesang! Sie singt, schreit, growlt, miaut und schnurrt sich 45 Minuten lang durch diese Kunstinstallationsvertonung. Das klingt total spinnert, "Samen" (was für ein Name!) ist in sich aber schlüssig - vorausgesetzt man lässt sich auf diese stilistische Achterbahnfahrt ein. The Dear Hunter treffen auf Faith No More!
Meine persönliche Entdeckung des Jahres 2016!

Punkte: 10 / 10


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