Erasement It Comes To Life (2015) - ein Review von Heavy Flame

Erasement: It Comes To Life - Cover
1
Review
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Rating
10.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal


Heavy Flame Avatar
03.11.2018 22:10

Dieses wird ein längeres Review, also haltet schon einmal Bier und Grillhähnchen bereit.

Bekanntlich sind die bekanntesten Thrash Metal Bands aus Deutschland TANKARD, KREATOR, SODOM und DESTRUCTION; für mich in dieser Reihenfolge. Die Frage wäre nun: Welche Bands könnte man in die zweite Reihe setzen? Mir fallen da nicht viele ein.

Das Problem dabei ist, das Bands gesucht werden, die Thrash Metal mit Heavy Metal kombinieren. Also in etwa dass, was METALLICA und ein wenig MEGADETH spielen. Kombinationen mit Punk, Black Metal, Death Metal oder modernem Metal wird nicht gesucht. Auch sehr schneller Thrash Metal ala SLAYER (also Speed Metal) passt ebenfalls nicht so ganz.

Eines der ersten Alben war 1997 'Sloth' von BLACKEND. Aber leider war nach drei Alben Feierabend. Die Band BLOOD RED ANGEL brachte es schon auf vier Alben, aber auch hier ist schon lange Schluss. Bands wie ASSASSIN, CONTRADICTION oder TORMENT TOOL sind ebenfalls die musikalisch passende Richtung, haben aber schon länger Sendepause.

Dann wären noch Bands wie ERADICATOR, die neue VENDETTA, mit Abstrichen ACCU§ER / PROTECTOR oder eventuell auch GODSLAVE. Alle oben genannten Bands haben gute Alben am Start, konnten mich aber auf lange Sicht nicht dauerhaft fesseln.

Umso überraschender ist dann die Tatsache, wenn man den gesuchten Thrash Metal findet bei einer Band, die fast keiner kennt. Von der kein Magazin Notiz nimmt. Das Leben ist nicht fair, aber einer muss anfangen. Dieses Review soll sich einer deutschen Thrash Metal Band widmen, wo ich der Meinung bin, dass ihr Album den Langzeittest besteht. Mit Höchstnote.

Obwohl ihr Debüt-Album 'It Comes to Life' von 2015 ist, habe ich von ERASEMENT bisher nichts gelesen. Die vier Jungs spielen den von mir gesuchten Thrash Metal und agieren zum Glück auch mit zwei Gitarristen und verzichten auf ein Keyboard. Um deren Album ausgiebig unter die Lupe zu nehmen, kommt jeder Song einzeln dran. Ich höre mir das Album an, und schreibe dabei meine Meinung auf. Zuerst noch ein paar Fakten.

Gegründet wurde die Band 2011 und stammt aus Niedersachsen. 2012 gab es bereits ein Demo und auch schon eine EP. Die war bereits gut. Die Akteure auf dem Debüt-Album sind:

Kevin T. - Vocals & Gitarre
Tobias S. - Gitarre
Daniel S. - Bass
Thilo S. - Schlagzeug

Das Album wurde von der Band in Eigenregie veröffentlicht, hat zehn Songs und dauert 50 Minuten. Für ein Thrash Metal Album schon einmal nicht zu kurz.

1.
Der erste Song nennt sich 'Choose Your Weapon'. Was ein goiler Titel. Und noch goiler der Refrain. Dabei erinnert mich die Band an ERADICATOR. Hat aber einen Shouter am Mikro, der aggressiv ist, aber ausgewogen klingt. Die Gitarrensolis sind schön heavy und der Drummer holzt mal eben alles in Grund und Boden. Einfach nur perfekt, genau diese Headbangergranate braucht es gleich zum Anfang. 10 Punkte.

2.
Nun folgt 'Machines Of War'. Geballer ohne Ende mit erhöhtem Tempo im Vergleich zum ersten Song. Mit einem grandiosen 'WAR'-Refrain. Vergleichbar mit BLOOD RED ANGEL. Hammergeil und 10 Punkte.

3.
'Face The Devil' beginnt mit einem geilen Gitarrensound. Und erinnert mich sofort an die verblichene Götterband WARHEAD. Die waren zwar nicht Thrash Metal, hatten aber ähnlichen Gitarrensound und das Songwriting ist vergleichbar. Was dieser Song vom Leder ablässt ist einfach perfekt in Bezug auf Härte, Melodie, Spielfreude und Eingängigkeit. Das der Devil den Namen Kevin tragen muss, ist eine Randnotiz. Dieser Song ist so perfekt zum abmoshen, aber mehr als 10 Punkte ist leider nicht möglich.

4.
'This Horror - This Life' hat einen minimalen Speed Metal Touch und ballert MOTÖRHEAD-like durch die Botanik. Aber immer noch mit viel Abwechslung und tollen Solis. Eine Band mit Songs, die eingängig UND mit vielen Ideen gespickt sind UND thrashig sind. ERASEMENT können dies. Weitere 10 Punkte.

5.
Albumtitel 'It Comes To Life' beginnt etwas lahm. Aber wenn die Rhythmusmelodie zusammen mit den Solis startet, dann hat man wieder die perfekte Symbiose von Thrash Metal und Heavy Metal. Selbst dieser Song gibt keinen Grund für eine niedrigere
Wertung als 10 Punkte.

6.
'Soldiers Of Insanity' gibt wieder mehr Gas und es dominiert wie beim ersten Song das Schlagzeug. Hinzu gibt es Solis am laufendem Band und textlich ein M*therf*ckers. So muss Metal sein! 10 Punkte!

7.
Beim Song 'On His Crown' muss ich wieder den WARHEAD Vergleich bringen. Dieser spezielle Gitarrensound kombiniert mit einer J. Hetfield Gesangslinie bringt diesen Song locker 10 Punkte. Einfach der Hammer. Auch der Rhythmus und die Solis könnten von METALLICA sein.

8.
'Run for Your Life' ist wieder eine schnelle Headbangernummer mit einem Göttersoli. 10 Punkte.

9.
'Last Fight' ist ein schneller Song und erinnert wieder an ERADICATOR. Auch hier 10 Punkte.

10.
Der längste Song kommt zum Schluss und nennt sich 'At The Mountains Of Madness'. Schön heavy Gitarren, präzises und druckvolles Schlagzeug und ein ausgewogenes Songwriting überzeugen schon beim ersten Durchgang. Und die Vocals passen perfekt zu diesem Midtempo-Song. Auch hier 10 Punkte.

Und nun zum Fazit:
Selten lief ein Thrash Metal Album solange auf Dauerrotation, wie 'It Comes To Life' von ERASEMENT. Vergleichbar wäre es mit dem 'Black Album' (1991) von METALLICA oder auch GRIP INC. 'Nemesis' von 1997. Und dies ist schon sehr lange her. Aber woran liegt das?

Fakt ist, das ERASEMENT ein ausgewogenes Songwriting an den Tag legen und die perfekte Abstimmung von Härte (Thrash Metal) sowie Abwechslung (Heavy Metal) gefunden haben und dies mit einem passenden Shouter kombinieren. Und man hat hervorragende Musiker am Start, die mit ihren Instrumenten wissen umzugehen. Vorallem der Schlagzeuger erinnert mich immer wieder an GRIP INC. Und wer dort Schlagzeug gespielt hat, wird wohl jeder Metaler wissen. Hinzu kommt eine ausgezeichnete Produktion, die alle Facetten der Musik gleichberechtigt darbietet.

Jeder Metaler, der Thrash Metal hört, sollte diese Band unterstützen. Von mir gibt es klaren Pflichtkauf und die Höchstnote: 10 Punkte.

Punkte: 10 / 10