Stockroom Recordings No. 2 (2016) - ein Review von only vinyl

Christoph Bouet: Stockroom Recordings No. 2 - Cover
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Review
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Rating
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock


only vinyl Avatar
09.10.2016 17:14

Da capo e.K., Schallplatten, Fürth schreibt:
Christoph Bouet hat alle Songs selbst geschrieben, produziert und dabei alle Instrumente meisterlich eingespielt. Über allem steht seine sonore warme Stimme. Sie erinnert ein wenig an eine Mischung aus Chris Rea und J.J. Cale. Aber genau betrachtet bzw. erhört ist sie sehr eigenständig und outstandig. Der Opener „Things Go Wrong“ ist ein (vermutlich authentischer) Love Song, der die Sehnsucht nach einer verflossenen Liebe beschreibt. Mit ihr ging es nicht und ohne auch nicht. Lieder, die das Leben schreibt. „Black Birds“ ist ein wunderschön relaxtes mid-Tempo Stück, das vorwärts treibt und zum Davonschweben einlädt. Der ideale Song für einen luftig-sonnigen Frühlingsanfang. Bouets Gitarrenarbeit ist fantastisch. Er weiß seine Fender Telecaster und seine Gibson Les Paul nach allen Regeln der Kunst zu bedienen und seinen Fender Tweed Deluxe Röhren Amp anzublasen.
„Lucille“ kommt mystisch und dunkel. Aus schwarzem Mississippi-Wasser geboren. Ausgefeilte Percussion treibt den Song in extreme Spannung. Und der Sound steht wie eine Wand im Hörraum. Ein Vinyl-Schmankerl für jede gute Anlage. Schön, wie das Wah Wah am Schluss des Liedes aus den Boxen schwebt, directly from the turntable into your heart. Hohe analoge Kunst! Seite 2 beginnt mit „House Of The Devil“. Wunderschön verschlüsselte Lyrics, die natürlich alle auf einem aufwändig gestaltetem Beiblatt enthalten sind. Klasse die rauchig angezerrten Gitarrensounds und das federnde Schlagzeug. Herrlich räumlich gezeichnete Becken machen das Zuhören zu einem wahren Vergnügen. „Slow Train“ ist ein altes immer wieder gern gemaltes Blues-Bild, das hier in um so schöneren Klang-Farben strahlt, weil einfach jeder einzeln gespielte Ton so leidenschaftlich und musikalisch präzise gesetzt ist. Zudem verströmt der Song eine enorme Wärme. Verabschiedet wird man mit „Drive My Car“. Groovig geht es auf den Highway. Geile Gitarren-Soli treiben den Sound-Motor an. Volle High-Fi-PS-Zahl!! Gas geben und abheben.
Und weil wir schon beim Auto sind. Das wunderschöne, ganz in schwarz-weiß gehaltene Klapp-Cover in festem, wertigen Karton, zeigt das Foto eines alten Cadillac Straßenkreuzers. Deswegen auch der Augenschmauß!

Punkte: 9 / 10


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