Lucifugus Aphel (2001) - ein Review von MLSnick

Lucifugus: Aphel - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal, Progressive Metal


MLSnick Avatar
17.12.2016 21:39

Manchmal gibt es ja so Momente wo einem der Kopf quer und verdreht von hinten und unten äußerst ruppig durch und mitten in die Arschbacken gezogen wird. Wenn die Ohren nicht mehr wissen, was sie da genau ans Hirn weiterleiten und das graue Organ vor Synapsenaktivität zu implodieren droht.
So ging es mir in etwa, als ich freudigst den neusten Narbentage -Output ins Tapedeck steckte und die Play-Taste betätigte.

Ich bin ja schon geilen undergroundigen Scheiß von diesem kleinen Label gewohnt und ich versuche auch mein bestes, alle Tapes zu sammeln, aber mit LUCIFUGUS bin ich so übelst überrascht worden, dass mir die Buxe zu eng wurde. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir eine Jogginghose angezogen und ein paar Küchentücher bereit gelegt.

Das 'Aphel'-Demo ist 2001 aufgenommen worden und dies nicht gerade ganz so professionell. Der Sound ist schön "BlackMetal-Underground-Keller" und doch ist jedes Instrument gut raus zu hören. Das Schlagzeug scheppert und poltert an der Grenze zum Matsch, dennoch wird die Rübe sehr gerne dazu geschüttelt, wenn es denn der 'Beat' zuläßt. Das Gekrächze hält sich meist im hinteren Grund und passt für meinen Geschmack herrlich in die Gesamtsuppe. Sehr gut gefällt mir nicht nur der Klang, sondern auch die Spielweise des Basses, welcher nicht, wie sonst üblich, nur auf spiritueller Ebene vernehmbar ist. Die Gitarren haben einen seltsamen Tune und quirlen mir stellenweise herrlichst den Verdauungsapparat durcheinander. So etwas schräges bin ich normal von französischen Kapellen gewohnt und ich würde das als eine Mischung aus 'Nattens Madrigal' von ULVER und XASTHUR's 'Nocturnal Poisening' be-; ver-; ent- schreiben. Leute, die da mehr Ahnung von undergroundigem haben, könnten da wohl mehr und passendere Referenzen aus dem Hut zaubern.

Auf jeden Fall sitzt hier jeder Song und fährt jeweils mit anderen irrsinnigen Ideen auf, weit weg vom üblichen Tralala und Geschrubbe. Auch deswegen kann ich seitdem nicht mehr die Patschehändchen von der Kassette lassen. Zur Abwechslung studiere ich dann seit geraumer Zeit auch die anderen Veröffentlichungen von Narbentage genauer und entdeckte da so einiges, was mir beim erst-und zweitmaligen Hören seinerzeit durch die Ohrmuscheln flutschte. Man kann sagen, dass LUCIFUGUS mich dazu verleiteten, mich wieder lustvoller mit Material aus dem Schwarzstahl-Untergrund zu beschäftigen, wobei da in den letzten Tagen und Wochen Narbentage vorrangig behandelt wurde. Da werde ich wohl noch ein wenig was zu schreiben müssen.
Aber 'Aphel' von LUCIFUGUS wird wohl mein absoluter Fave aus deren Katalog bleiben! Wahnsinnig geil!

Die MC ist auf 66 Einheiten limitiert, handnummeriert und kommt mit Textblatt. 4€ sind für den gierig-sabbernden Freund entrückt-harter Mucke da wohl bestens angelegt. Insgeheim hoffe ich ja, dass dieses fast 30minütige Wunderwerk noch in anderer Form aufgelegt wird, aber da steckt man ja nicht drin.
Aaaaaaaaaaaaaaargh!!!

Auf der Facebook-Seite von Narbentage Produktionen heißt es wie folgt zu 'Aphel':

" 'Aphel', 2001 aufgenommen aber bisher nie veröffentlicht, erblickte gestern über Narbentage als Tape (Lim. 66) das Licht der Öffentlichkeit. Enthalten sind 5 Black Metal Lieder und ein Akustik Stück.
Die Idee zu Lucifugus kam Alex Ithymia (Hermann) im Jahre 2000. Ein Freund, Gaston Latz, hatte 1999 mehrere Texte aus dem Cthulhu Mythos verfasst, die Alex vertonen wollte. Da diese Thematik nicht zu seinem Soloprojekt Eisenfaust passte, wurde Lucifugus ins Leben gerufen. Nach den Aufnahmen zum dritten Eisenfaust Demo wurden neue Lieder geschrieben, die schließlich im Sommer 2001 innerhalb von 2 Tagen im Schimmel-Bunker (Proberaum in Saarbrücken) aufgenommen wurden. Kurze Zeit danach wandte Ithymia sich vom Black Metal ab und Eisenfaust und Lucifugus wurden ad acta gelegt und das Demo blieb unveröffentlicht. Danach war Alex in Bands anderer Genres wie Nihil Obstat, Mental Decay oder The Razorquillz (noch aktiv) unterwegs. Erst 2012 kehrte er mit der Gründung von Sunshine & Lollipops zum Black Metal zurück."

Punkte: 7.5 / 10