Lee Abraham The Seasons Turn (2016) - ein Review von Mystic Melissa

Lee Abraham: Seasons Turn, The - Cover
1
Review
2
Ratings
9.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


03.02.2017 02:14

LEE ABRAHAM ist ein britischer Progressive Rock Musiker, der 2004 mit „Pictured Life“ sein erstes Soloalbum veröffentlichte. Er ist in der Progszene seiner Heimat bestens vernetzt und hat unter anderem schon mit Karl Groom von THRESHOLD und Martin Orford (ex-IQ, ex-JADIS) zusammengearbeitet. Zwischenzeitlich war er auch mal Mitglied bei GALAHEAD. Seasons Turn ist bereits das fünfte Album des britischen Gitarristen und Keyboarders.

Der Titeltrack eröffnet zunächst mit besinnlichen Pianoklängen, ehe die Gitarrenfraktion mit einsteigt und das Tempo anzieht. Der Song spielt mit Laut-Leise-Dynamik und schafft es dadurch eine Atmosphäre, die winterliche verschneite Landschaften vor dem geistigem Auge erscheinen lässt. Gastsänger Mark Atkinson von RIVERSEA sorgt mit seiner einfühlsamen Performance besonders im Refrain für Gänsehaut. LEE ABRAHAM und seine Kollegen agieren sehr mannschaftsdienlich, für sie steht der Song im Mittelpunkt. So kommt es, dass die 24 Minuten des Openers wie im Flug vergehen – keine Spur von Langatmigkeit. Das Lied ist mit einem wunderschönen Ohrwurmrefrain gesegnet und auf ellenlange Frickelpassagen wird verzichtet, stattdessen gibt es gefühlvolle Gitarrensoli an den passenden Stellen. „Live For Today“ ist ein typischer mit Modern-Prog-Track, der von harten Riffs eröffnet wird. Eingesungen hat ihn Declan Burke (KIAMA, ex-FROST), der hier für seine Verhältnisse eher sanft agiert. Mit „Harbour Lights“ - wieder mit Marc Atkinson am Gesang - folgt eine mit Piano beginnende, sich dann steigernde Halbballade, die auch von SUBSIGNAL stammen könnte. Das von Marc Colton (CREDO) gesungene „Say Your Name Aloud“ klingt wie ein lupenreiner beschwingter AOR-Track mit Ohrwurmpotenzial. Der zweite Longtrack des Albums „The Unknown“ - gesungen von Simson Gedfrey (Tinyfish) ist deutlich verspielter und sperriger. Er beginnt ebenfalls ruhig, ehe spannungsgeladene Instrumentalpassagen das Tempo anziehen. Stimmungsmäßig wird an die mystische Winterlandschaft des Openers angeknüpft. Das Klangbild ist modern und dennoch wirken die Songs zeitlos.

LEE ABRAHAM und seine Mitstreiter legen ein facettenreiches Album mit sowohl Ohrwurm- als auch Wachstumspotenzial vor. Tipp für Anhänger aller genannter Bands!


geschrieben für FFM-Rock

Punkte: 8.5 / 10