Seedy Jeezus (2014) - ein Review von iheardeadpeople

Seedy Jeezus: Seedy Jeezus - Cover
1
Review
1
Rating
9.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Stoner Rock, Psychedelic Rock


iheardeadpeople Avatar
01.09.2016 19:27

All praise to you, Seedy Jeezus! In you we have redemption...

Seedy Jeezus, das sind Trommler Mark Sibson, Basser Paul Crick, sowie Sänger und Gitarrist Lex Waterreus, der seine Klampfe auf dem selbstbetitelten Debüt so unglaublich unter Dampf setzt, als gäbe es kein Morgen...
Stilistisch geht das Ganze schnurstracks und ohne große Umwege in Richtung Heavy Psych/Stoner Rock... Dass die Australier dabei ansteckende Intensität und ungestüme Dynamik beinahe lässig mit spielerischer Akribie und einem stetig groovenden Drive verbinden, begeistert nicht nur ungemein, sondern liefert - und das ist für ein Debüt bemerkenswert und umso erstaunlicher - fast ausnahmslos bestechende Highlights, die allesamt mehr Biss haben als ein kleiner, giftiger Zwergpinscher!

Schon in "Shakin' The Fuse" mutieren Seedy Jeezus zu Speedy Jeezus und lassen spätestens mit "Wormhole", "Universal Overdrive" und "Pick Up" in feinster Manier und dank brachialer Gitarrenläufe kräftig die Nackenmuskulatur durchrühren und gewaltige Feuersbrünste entstehen, die einfach alles niederbrennen... Hallelujah, hallelujah!
Etwas geschmeidiger geht es im herrlich verspielten "How Ya Doin'" zu - für mich ohne jeden Zweifel das viertelstündige Sahnestück des Albums - beginnend mit Black Sabbath-Reminiszenz, im Vergleich fast schon kontemplativen Gesang, einem chillig-smoothen Soundgeflecht, hemmungslos ausufernden Gitarrensoli und einem wahnsinnig gekonnten Schlenker Richtung Space Rock nach dem ersten Drittel... Spätestens hier haben mich dieser Song und der von Tony Reed (Mos Generator) angepeitschte Taurus Moog-Synthesizer vollends in ihren Bann gezogen! Ist aber auch einfach ein geiler und umtriebiger Tüpp, dieser Tony Reed, der hier gastweise aus dem Trio ein Quartett werden lässt... In die Spur finden die Vier dann nach einer gefühlten Unendlichkeit (Gott, kann die schön sein...) von knapp dreieinhalb Minuten mit energetischen, beinahe Hard-Rock-artigen Riffs, welche einen zwangsläufig die eben noch aufgehoben geglaubte Schwerkraft und die Gesetze der Zeit wieder spüren lassen...

Genreübergreifend sicher eine der besten Entdeckungen der letzten 2, 3 Jahre für mich...
...und grade in den letzten Wochen und Monaten wieder würdiger Dauergast auf meinem Plattenspieler!
Amen!

Danke für's Zulesen!

Punkte: 9.5 / 10


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