SinisTerra (2016) - ein Review von Metal Steam

Mightiest: SinisTerra - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


Metal Steam Avatar
27.03.2016 08:30

Ein Album von Mightiest. Moment, da war doch mal etwas.

Gegründet 1994 schafft es diese Band aus Deutschland, innerhalb der nächsten
20 Jahre mit nur wenigen Demos und EPs sich einen Mythos zu erschaffen, den
es so wohl nur sehr selten gibt. Aber der Reihe nach.

Die Band spielt in den Neunzigern in erster Linie melodischen Black Metal, der
weniger skandinavisch, sondern eher die ruppige, evilistsche Version darstellt.
Auch wird der Thrash Metal gerne mal zitiert. Auch ein Vergleich mit der Band
Desaster muss genannt werden, da doch einige Merkmale sich ähneln. Der Sänger
faucht und keift in typischer Black Metal Manier und ab und wann wird dies mit
Backgroundgesang unterstützt. Auch verwendet die Band für ihren Sound Keyboards,
die eher im Hintergrund agieren als Untermalung und selten im Vordergrund stehen.

Das besondere wie ich finde sind aber die Drums. Nicht nur, dass die superb gespielt
werden, sie stehen sehr vordergründlich und haben für die damalige Zeit einfach den
perfekten Wumms und klingen nicht hölzern oder blechernd. Auch war die Produktion
für diese Zeit sehr gut. Alles klingt homogen und nicht zu hell.

2008 erschien die Compilation 'Bloodyssey 1994-2003', wo man alle Songs von damals
auf eine CD packt. Und damit war das Kapitel Mightiest beendet. Denkste!!

Wie aus dem heiteren Fegefeuer veröffentlicht Mightiest 2016 ihr erstes Album unter
dem Namen 'Sinisterra'. Wie klingen Mightiest 2016, wo doch einige neue Leute am Start
sind? Der erste Unterschied ist der Sänger. Es wird nicht mehr gefaucht und gekeift,
sondern mehr majästetisch gesungen und gegrowlt. Und dies macht der neue Sänger
hervorragend. Die einzigartige Stimme passt zum neuen Soundgewand der Band perfekt.

Und genau hier liegt nun der entscheidene Unterschied zu früher. Eine deutsche Band,
die wie eine Kombination aus norwegischen Viking Metal trifft schwedischen Black Metal
klingt. Bands wie alte Borknagar, Covenant, Enslaved, Satyricon und beim letzten Song
dürfte man wohl Emperor sofort im Ohr haben. Dabei setzt die Band ihren eigenen
ursprünglichen Stil so gekonnt ein, dass es nur Mightiest sein kann. Die Songs bleiben
sofort hängen, wobei man nicht mehr ruppig oder rasend, sondern erhaben spielt. Die
Gitarren spielen eine grandiose Melodie nach der anderen, am besten im Duell. Das
Schlagzeug ist sogar noch ein Tacken tiefer als früher und gefällt mir noch besser.
Keyboards gibt es ebenfalls und trägt zur dichten Atmosphäre bei.

Die Produktion ist wieder sehr druckvoll, detailreich und homogen, was ebenfalls nur
positiv ist.

Das Fazit: Liebe Jungs aus Freiburg, ich will nicht wieder 20 Jahre auf die nächsten
sechs (6!!!) Songs warten müssen. Denn diese sind wahrhaft meisterlich und mir zehn
Punkte wert.

Punkte: 10 / 10


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