Wolfheart Shadow World (2015) - ein Review von bodominjaervi

Wolfheart: Shadow World - Cover
1
Review
3
Ratings
9.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Melodic Death Metal


29.11.2016 16:15

Nachdem Toumas Saukkonen Ende 2012 bekanntgab seine bisherigen Bandprojekte wie Black Sun Aeon, Before The Dawn oder auch Dawn of Solace mit welchen er sich größtenteils im Alleingang einen Namen im Melodic Death Metal Bereich erarbeitete und viele Songs schrieb, die sehr bekannt wurden und es auch immer noch sind (z.B. „Deadsong“ von Before The Dawn), zu beenden, brach dies vielen Fans das Herz. Denn diese wussten an was oder wem sie waren: Einem Mann, der mit viel Herzblut und Feingefühl Musik voller Emotionen und Dramatik schrieb…und dies fasst immer allein.
Im selben Zug jedoch anzukündigen, dass er dies tut, um sich komplett auf seine neue Band Wolfheart zu konzentrieren lies die Hoffnung auf mehr Hymnen nicht sterben und er konnte mit „Winterborn“ (2013) auch eindrucksvoll beweisen, dass es sich ausgezahlt hat.
Nun steht der Nachfolger „Shadow World“ zu diesem Meisterwerk an, zudem sich Toumas außerdem eine komplette Bandbesetzung zusammengesucht hat, um das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente weiter zu verfeinern und Wolfheart auf internationalen Bühnen präsentieren zu können. Doch schafft es Toumas mit „Shadow World“ in die Fußstapfen von „Winterborn“ (2013) zu treten?

In „Shadow World“ steckt was draufsteht. Ein Abstecher in eine dunkle Welt voller hymnischer Melodien, treibender Rhythmen und packender Riffs gepaart mit düsterer finnischer Melancholie.
(Dieses Album entfaltet seine ganze Wirkung erst, wenn man es sich am Stück mit Kopfhörern anhört.)
Beginnen tut das Album passend mit dem bereits vorher veröffentlichten Song „Aeon of Cold“ und seinen atmosphärischen Klavier Intro um nur wenig später in wilde Blast Beast zu verfallen und feine Melodien erst zum Refrain wieder zu finden. Dies wird jedoch sehr passend inszeniert. Hier fällt auch sofort die erste Änderung am Konzept von Wolfheart auf, denn Toumas hat das Gesangsspektrum um dezente Clean Vocals erweitert, wie sie auch in anderen Songs auf dem Album (z.B. „Zero Gravity) auftauchen. Dies steht dem ganzen Soundgewand jedoch sehr gut!
Beim folgenden Song „Zero Gravity“ fällt sofort auf, dass das Songwriting stärker von Black Metal beeinflusst wurde, als noch auf dem Vorgänger. Dies steht dem ganzen Stil jedoch sehr gut, da dies sehr fein ins Gesamtgerüst der Songs eingebaut wurde und sehr gut harmoniert.
Mit „Last Of All Winters“ wird auf dem Album wohl der Song veröffentlicht, der am ehesten aus dem ganzen Konzept hervorsticht, da dieser einen relativ fröhlich und leicht folkig angehauchten Charakter besitzt. Dies wurde jedoch so gut umgesetzt, dass dies wohl DER heimliche Gewinner des Albums ist.
Im Ganzen lässt sich sagen, dass Wolfheart sich um sehr viel Abwechslung bemüht haben. Denn ob ein Song (z.B. „Nemesis“) mit einem Klavierintro startet oder wie „Abyss“ sofort mit kratzenden Gitarren, die Herren verstehen ihr Handwerk und haben es geschafft jedem Song einen eigenen Charakter einzuhauchen.
Zu loben ist hierbei auch die entstehende Atmosphäre: Es ist einfach nur mitreißend, wenn wie in „Resistance“ die Doublebass zu einer mitreißenden Melodie durchrattert, das Ganze von epischen Synthies unterlegt wird und Toumas seine harschen Growls darüberlegt. Gänsehaut pur!
Mit „Veri“, dem längsten Song auf dem Album endet die Platte. Dieser wurde sehr passend also letzter Song gewählt und endet (wie sollte es sein) mit einem sehr langen Klavier Outro, welches wiederrum einen Bogen zum Intro vom ersten Song spannt. So wirkt die Platte in sich komplett und abgeschlossen.
Fans des letzten Wolfheart Albums sollten also voll auf ihre Kosten kommen. Des Weiteren dürfen alle Fans von vorherigen Projekten von Toumas getröst reinhören. Auch Melodic Death Metal Jüngern oder interessierten Musikhörern sollte diese Platte auf jeden Fall mal durch die Finger geglitten sein. Gut gemacht Wolfheart!!!


Anspielstipps:
“Aeon Of Cold“
„Last Of All Winters“
„Resistance“

Punkte: 9.5 / 10


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Tracklist:

  1. Aeon Of Cold
  2. Zero Gravity
  3. Storm Centre
  4. Last Of All Winters
  5. Nemesis
  6. Abyss
  7. Resistance
  8. Veri