Written In Blood (2015) - ein Review von Metal Steam

Raise Hell: Written In Blood - Cover
1
Review
2
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal, Melodic Death Metal


Metal Steam Avatar
30.08.2015 00:00

Jawohl!!!! Nach 9 Jahren erhebt sich die Hölle wieder und wirft Album #5 auf die dahin
siechenden Metalerschaft. Zu diesem Anlass muss es ein ausführliches Review geben.

Gemeint sind Raise Hell aus Schweden und einer meiner favorisierten Bands überhaupt.

Aber erstmal ein wenig die Vergangenheit bemühen.

Gestartet als Demo-Band 'In Cold Blood' anno 1995, wo heute noch die beiden Musiker
N. Sjöström und J. Nilsson mit von der Partie sind.

1998 wurde unter dem heutigem Banner 'Raise Hell' ihr erstes Album 'Holy Target' auf
die verzweifelte Menschheit losgelassen. Damals war der Vergleich mit Dissection
unvermeidbar, waren auch die bei Nuclear Blast gross geworden. Für mich noch heute
eines der wichtigsten Platten, die NB rausbrachte. Raise Hell waren nämlich weniger
schwedisch melodischer Black Metal, sondern mehr die bolzene, thrashig-evilistische
Version des schwedischen Black Metals.

Danach gab es (4 Jahre später) mit 'Not Dead Yet' (2000) & 'Wicked Is My Game' (2002)
eine musikalische Kurskorrektur in Richtung moderner blackiger Thrash Metal mit einem
hohen Groove Anteil. Knallharter Mid-Tempo war Trumpf statt Raserei. Und so entstanden
Meisterwerke wie: Dance With The Devil, Devilyn, Not Dead Yet, No Pulse, Soulcollector,
Hellborn, Wicked Is My Game, Deathrace, Devil May Care & The Destiny Deceiver.

Wer bei diesen Kalibern nicht wie ein beinharter Mosher abgeht, ist wohl schon mehr als
tot. Auch hier wurden die Alben über NB veröffentlicht.

Dann kehrte Ruhe ein, leider!

Anno 2006 veröffentlichte Raise Hell ein Album (dessen Name nicht genannt wird), wo ich
heute noch Brechreiz kriege. Eines der Gründe war der Besetzungswechsel am Mikro. Und
auch vom Songwriting waren die einzigartigen Höllenbestien soweit neben der Spur, dass
satanistische Flüche in dessen Richtung einfach im Fegefeuer untergingen.

Aktuelle Besetzung (bis auf das Schlagzeug tatsächlich die von 2006):

J. Fjällendahl (Vocals)

J. von Wowern (Gitarre) - Gründungsmitglied, ehem. Sins of Omission; sang auch auf den
ersten Alben

N. Sjöström (Bass) - Gründungsmitglied

S. Vormann (Schlagzeug) ehem. Destruction

Dieses Quartett öffnet 2015 über Black Lodge Records mit 'Written In Blood' die Hölle neu.

Auf dem Album gibt es 10 Songs mit einer Gesamtspielzeit von 46:40 Minuten zuhören.

Ich will jetzt nicht jeden Song einzeln bewerten, sondern mal eine Plus/Minus Liste
erstellen:

Pros:
Endlich ist der Sänger auch ein echtes Biest, dies dürfte die wichtigste Veränderung zu
2006 sein. Er growlt und schreit in (fast) typischer Raise Hell Tradition. Dies gibt ein
fettes Plus.

Gitarrenspiel ist Raise Hell typisch, Songwriting ausgewogen, Produktion sauber und modern.

Cons:
Erinnert phasenweise an aktuelle Kreator und Destruction, Zufall?
Nur eine Gitarre (man merkt im Vergleich zu früher, es gibt keine Gitarrenduelle etc.)
Songs sind zwar prägnant ... aber im Vergleich zu früher fehlt der zündene Funken.
Das Feuer lodert, aber fackelt nicht wirklich die Hütte ab.
Gitarrensound nicht 'melodisch schwedisch' genug.
Es hätte vom Spieltempo schneller sein dürfen, fast nur Mid-Tempo ist nicht genug.

Fazit:
Nach einigen Durchläufen darf man sagen, dass Raise Hell ein sehr ordentliches Comeback-
Album rausgefeuert haben. Kein schwacher Song dabei, erinnert aber nur seltenst an alte
Höllenschaften. Schade, dass die 100% Raise Hell kaum vorhanden sind und somit weitere
Meisterwerke wohl nicht hinzugefügt werden können.

Meine Anspieltipps: Opener 'Dr. Death', 'A Blackened Resurrection' (erinnert am meisten an
alte Raise Hell vom der Sound her) und 'Final Hour' (der wohl beste Song).

Anmerkung: Der Song 'In Cold Blood' verweisst auf den ehemaligen Bandnamen. Es gab auch
einen Song 'In Cold Blood' auf deren Demo 'Nailed' (1998). Ob dieser hier damit zutun hat, wäre
interessant zu wissen.

Ich zücke dann mal knappe 9 Punkte, sollte auch noch erwähnt werden. ]:)

Punkte: 9 / 10


Raise Hell: Written in Blood

Audio CD

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Tracklist:

  1. Dr. Death
  2. Six feet under
  3. Fallen domination
  4. Demon mind
  5. A blackened resurrection
  6. The bell of the reaper
  7. We arise
  8. Thank you God
  9. In cold blood
  10. Final hour
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