Militant (2015) - ein Review von Akhanarit

Turbocharged: Militant - Cover
1
Review
2
Ratings
6.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal, Death Metal


Akhanarit Avatar
27.09.2016 16:26

TURBOCHARGED fristeten in den letzten Jahren eher ein Schattendasein und selbst jetzt, da sie ihr nunmehr fünftes Studioalbum "Militant" von der Leine lassen, ist der Bandname nur wenigen ein Begriff. Das ist in diesem Fall ein wenig ungewöhnlich, denn seit ihrer Gründung im Jahre 2000 ist Ronnie "Ripper" Olson, welcher manchen von euch bereits von seiner Arbeit mit VOMITORY oder GEHENNAH bekannt sein dürfte, als Bassist und Frontmann quasi das Aushängeschild der Schweden. Die Drums werden von Freddie Fister (ex-HELLWAR, ex-DRAGNAGL) bedient, während sich Old Nick um die Gitarrenarbeit kümmert. TURBOCHARGED vereinen Stilrichtungen wie Death Metal, Thrash Metal und Punk. Herausgekommen ist eine Mixtur, die man gewissermaßen auch zum Death 'n' Roll-Genre zählen kann. Damit ist für "Militant" ja schon der Rahmen gesteckt. Hier kommt es weniger auf technische Ausgefeiltheit und mitsummbare Melodien an, als viel mehr dem groben, beinahe jugendlichen Charme, welcher auch heute noch vielen vom Punk beeinflussten Bands anhaftet. Geschwindigkeitsausbrüche und Rekordversuche sind hier selbstredend fehl am Platze und man kann sich das Ganze tatsächlich ein bisschen wie "VOMITORY rocken das Haus" vorstellen.

Wie auch schon in der Vergangenheit schießen die Schweden wieder gegen das Christentum bzw. Religion im Allgemeinen und "Militant" bildet da keine Ausnahme. Mit trockenen und knarzenden Gitarren nimmt 'Dark Era' nach einem kurzen Spoken Word-Intro Fahrt auf und klingt dabei zweifelsohne zu 100% schwedisch. Auch Songs wie 'Aura Of Flies', 'Massive World Armageddon' und der Titeltrack erinnern herrlich an die Frühphasen der ganzen alten Recken (UNLEASHED, GRAVE, DISMEMBER), wenn auch mit genrebedingter Zurückhaltung. Das ist auch alles ganz nett und ich muss sagen, dass ich vorher noch nie von der Band gehört habe, doch "Militant" vermag es nicht, die Lücke zu schließen, die VOMITORY durch ihre Auflösung hinterlassen haben. Und auch wenn dieses Album gefällt, spüre ich in keinster Weise das Verlangen, das Album zu kaufen oder die Karriere von TURBOCHARGED mit Argusaugen zu verfolgen. Dazu erscheinen einfach zu viele Alben, die einen wirklich von den Beinen fegen (zumindest für eine kurze Zeitspanne, bis die nächste der 838845994050303959 Bands da draußen den nächsten Knaller veröffentlicht). Originell, und das will ich hier trotz allem noch anmerken, ist das Wortspiel des Rausschmeißers 'Left Hand Psychopath'. All hail ENTOMBED... and stuff!

http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=7092

Punkte: 7 / 10


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