Cvlt (2015) - ein Review von Metal Steam

To/Die/For: Cvlt - Cover
1
Review
1
Rating
9.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Gothic Metal


Metal Steam Avatar
26.06.2015 14:46

Mein erstes ausführliches Review hier war 2011 das Album 'Samsara' von To/Die/For.

2015 ist es wieder soweit, die Finnen bringen endlich ihr siebtes Album auf den Markt, was man kultigerweise 'Cvlt' benannt hat.

Da die CD mit knapp über 37 Minuten und acht Tracks der kürzeste Longplayer der Band sein sollte, werde ich auch hier wieder
einmal eine Track-by-Track Bewertung machen und später ein Fazit ziehen.

#1
Der erste Song nennt sich 'In Black' und startet typisch To/Die/For, vom Tempo und auch von den Instrumenten her. Eine etwas
flottere Nummer mit weniger Melancholie. Sehr genial finde ich die eingestreuten Keyboardparts, und irgendwie erinnerern mich
einige Gitarrenmelodien an alte In Flames / Dark Tranquillity? Klingt tatsächlich sehr schwedisch.

Sehr guter Song, auch gut gewählt als Opener.

#2
Der zweite Song nennt sich 'Screaming Birds' und dürfte einigen bereits als Vorab-Video bekannt sein. Und als CD-Song haut er
noch besser rein. Dieser Song ist eine typische Melancholie-Nummer von TDF. Tragend, verzweifelt, traurig - um doch der Wut
ihren Lauf zulassen. Die Gitarrensolos und der Chorus sind einfach grandios, und die letzten 30 Sekunden Gitarrengefrickel sind
Gothic Metal pur.

#3
Der nächste Song 'Unknown III' soll wohl die Fortführung von 'The Unknown II' sein, was auf einem früherem Album war. Fängt mit
einem kurzem Keyboardpart an und ist eine eher langsame rockige Nummer, wo das Keyboard immer wieder den Akzent setzt.
Auch darf hier die Frauenstimme nicht fehlen. Der längste Song und ein weiteres Highlight.

#4
Und dann kommt 'Mere Dream'. Ein kurzer, intromässiger Song, der von der Stimme Jarno und den Soundcollagen des Keyboards
getragen wird.

#5
Der fünfte Song 'You' ist wieder eine schnellere Nummer von TDF, schön mit Bratgitarren und kurzen Keyboardeinspielungen. Aber
der Hammer bei 2:30 ... was ein Gitarrensolo, ultra heavy und selten bis noch nie gehört. Auch kommt ein gewisser Alternative Touch
der rauen Sorte mit rein. Absoluter Hammer-Song.

#6
Und was wäre ein TDF-Album ohne Cover Song? Genau, nicht vollständig. Dieses Mal hat es den Song 'Straight Up' gesungen von
Paula Abdul erwischt. Wobei die Interpretationen von TDF immer perfekt in ihren Bandsound passen. So auch hier. Man hat sogar
diesen 80er Tastensound (der mich meist nur nervt) sogut modernisiert, dass der Sound irgendwie brachialer, fetter rüber kommt.
Und der Chorus zusammen mit der Dame am Mikro ist mal wieder grosses Kino.

#7
Der Song 'Let It Bleed' ist eine rockige, zügige Nummer, wo stellenweise das Spieltempo gedrosselt wird, um den melancholischen
Gesang von Jarno besser zum Tragen zubringen. Auch hier wird gezeigt, was die Gitarrenfraktion an Solos zu bieten hat. Auch sehr
gut.

Aber das beste kommt wohl zum Schluss.

#8
Mit dem Song 'End Of Tears' (super passender Song Titel), will TDF wohl andeuten, warum man dieses Album kaufen MUSS.
Dieser Song bietet zum ersten Mal eine leichte Doom-Atmo, was es so noch nie gab von To/Die/For. Elegisch, elektrisierend,
eine unglaubliche Tiefe im Keyboardpart, der immer heavyiger wird. Schlagzeug spielt schön schleppend, Jarnos Gesang ist
herzzerreissend (erinnert etwas an P. Steele). Das Ganze wird zum Ende hin immer dunkler. Absolutes Meisterwerk von den
Finnen. Schade, dieser Song hätte echt mal vorab promotet werden MÜSSEN!! Erinnert sich noch jemand an den Song 'With
Unseeing Eyes' von Face Down? Oder an den Song 'The Mind's Eye' von Dark Tranquillity? Das gleiche Feeling erzeugt nun
auch To/Die/For mit ihrem letzten Meisterwerk. Drama pur.

Das waren schon die acht Songs. Fangen wir mit der Kritik zuerst an: Spieldauer hätte gerne 1-2 Song länger sein dürfen.
Und mit dem Song 'Mere Dream' kann man (noch) leben.

Ansonsten gibt es nur Pluspunkte. Das Cover ist mal wieder oberhammer. Diese ganzen TDF-Herzchen im Kreis angeordnet ist ein
super Motiv. Farblich auch sehr schön mit dem Logo.

Die Produktion ist vom Sound her wieder 1a. Sie hat eine gewisse Kälte, aber ist immer glasklar, jeder Ton ist deutlich raus zuhören.
Der Gesang ist perfekt abgemischt. Schlagzeug drückt, wenn es soll. Perfekt!

Und auch das Label Massacre Records veröffentlicht wie es sich gehört AUCH als JewelCase, nicht nur als DigiPack (auf diesem ist
wohl ein Bonus Track bei).

Kommen wir zum Fazit:

Ich würde diese Platte einen Ticken höher stellen als den Vorgänger 'Samsara'. Und mit dem letzten Song hat TDF ihren wohl
prägnantesten Song eingespielt.

Deshalb gibt es von mir 9,5 Punkte.

Euer
M.S.

Punkte: 9.5 / 10


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