Long Beach 1971 (2015) - ein Review von kurare

Deep Purple: Long Beach 1971 - Cover
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Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Live
Genre(s): Rock Hardrock


kurare Avatar
28.02.2015 15:18

Langsam aber sicher kommt "jedes" Konzert der lautesten Rockband der damaligen Zeit auf den Markt.
Nun liegt also "Long Beach" vom 30.07.1971 auf dem Plattenteller und dreht seine Kreise munter vor sich hin.

Die Musik sollte weitestgehends bekannt sein, deshalb gehe ich darauf nicht großartig ein.
Deep Purple war zu dieser Zeit auf ihrem absoluten Höhepunkt was Liveauftritte und auch Studioarbeit anging. Das wird bei diesem Livemitschnitt auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Improvisationen bis zum Abwinken, was auch bei dieser Doppel LP zelebriert wird. 4 LP Seiten, 4 Stücke ... fertig.
Hervorzuheben ist noch das im Mittelteil bei "Mandrake Root" der Mittelteil von "Fools" ausgiebig zelebriert wird. Im September des gleichen Jahres erschien dann die LP "Fireball" mit eben diesem "Fools".

Was mir überhaupt nicht gefällt ist die Abmischung der Scheibe.
Bei "Child In Time" z.B. hat man das Gefühl das Ian Gillan bei den bekannten Schreien förmlich im Gehirn explodiert (Kopfhörer), aber alle Instrumente irgendwie undifferenziert im Hintergrund "vor sich hinspielen". Die Stimme ist einfach zu dominant. Wenn dann ein Solo angesagt ist (Jon Lord oder Ritchie Blackmore) wird dieses Instrument plötzlich extrem in den Vordergrund geschoben.
Bei "Mandrake Root" kommt dann noch dazu das die Gitarre innerhalb einer Sekunde vom linken Kanal in die Mitte, und dann wieder nach links "wandert". Wie soll das bei einer Liveaufnahme gehen? Außerdem gibt es noch teilweise extreme Lautstärkeunterschiede bei ein und dem selben Instrument. Mal ist Ian Paice's Schlagzeugspiel wunderbar herauszuhören (klasse Bassdrumspiel!!), und dann auf einmal wieder nur im Hintergrund zu "erahnen".
Von Goger Glover ist nur sehr selten das Basspiel gut und differenziert zu hören.

Mir fallen jetzt drei Möglichkeiten ein woran das liegen könnte:
1. Es ist so gewollt (eher unwahrscheinlich)
2. Martin Pullan (Remastered) hat keine Ahnung oder schlechte Ohren, bzw. erliegt auch diesem unsäglichen Loudness War (am ehesten)
3. Das Ausgangsmaterial gibt nicht mehr her (aber woher kommt dann die springende Gitarre?)

Das Grundrauschen der Aufnahme ist normal, die Pressung einigermaßen o.K., aber nicht sehr gut. Die LPs waren (mal wieder) ungeschützt in der Papierinnenhülle untergebracht!! WARUM machen die das?

10 Punkte für die reine Musik
6 Punkte für alles andere
8 Punkte insgesamt

Punkte: 8 / 10


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Tracklist:

  1. Speed King
  2. Strange Kind Of Woman
  3. Child In Time
  4. Mandrake Root

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