Dracula - Swing Of Death (2015) - ein Review von Rock'n'Roll Gipsy

Jorn Lande & Trond Holter: Dracula - Swing Of Death - Cover
1
Review
4
Ratings
9.12
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Hardrock, Heavy Metal, Melodic Metal


Rock'n'Roll Gipsy Avatar
18.02.2015 17:10

Ein Album unter den Namen „Jorn Lande & Trond Holter“, was soll denn das nun schon wieder werden? Ist das ein Marketing-Gag? Ist es einfach eine weitere Jorn-Scheibe (und wollte Holter vielleicht mehr Anteile am Gewinn)? Machen sie tatsächlich ausnahmsweise mal etwas völlig Neues? Antwort: Ja, es ist etwas Neues. Nein, es ist keine Jorn-Scheibe. Aber es ist typisch Lande.

Der norwegische Sänger und sein Landsmann haben sich hier wirklich etwas einfallen lassen. Das Konzept ist simpel: Die Liebesgeschichte zwischen Dracula und seiner Angebeteten, Mina, neu vertont. Das alles wird in eine Art musikalisches Theaterstück verpackt, das sowohl altbekannte wie auch völlig neue Facetten zelebriert.

So ist der Opener „Hands Of Your Gods“ ein klassischer Jorn-Midtempo-Rocker, während der darauf folgende Kracher „Walking On Water“ stark an gute, alte „Worldchanger“-Zeiten erinnert und somit eines der Highlights auf dem Album darstellt. Das war es dann aber auch schon mit Selbst-Recycling, ab „Swing Of Death“ wurde die Experimentier-Kiste geöffnet. Ob witzige Stummfilm-Musik in ebendiesem Song, eingängig poppige Ohrwürmer à la „River Of Tears“ oder „Into The Dark“ oder symphonische Elemente, Lande und Holter ziehen alle Register. Besonders letzterer beweist, dass er auch durchaus überzeugende Soli spielen kann. Selbst ein Instrumental-Stück, mit dem etwas sperrigen Titel „True Love Through Blood“ ist vorhanden und der fulminanten Abschluss „Under The Gun“ lässt sofort an Meat Loafs beste Zeiten (sprich „Bat Out Of Hell I + II“) denken.

Über Landes Gesangsleistung muss man nicht viele Worte verlieren, wie immer ist es weniger das Spektrum als vielmehr die Power, mit der er einmal mehr überzeugt. Gastsängerin Lena Fløitmoen klingt derweil wie eine bessere Alternative zu Elise Ryd und verstärkt damit das leichte Symphonic-Feeling. Die Texte sind teilweise etwas eigenwillig, aber wie bei Jorn gilt – und das ist tatsächlich die grösste Parallele – darum geht es schliesslich nicht! :-)

Punkte: 9 / 10


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