Live At The Orpheum (2015) - ein Review von marty-party

King Crimson: Live At The Orpheum - Cover
1
Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Live
Genre(s): Rock Progressive Rock


marty-party Avatar
22.01.2015 00:25

Hmmmm....
Das ist es, was dieses Album beim geneigten Hörer auslöst. Für eine Rezension ist das allerdings zu wenig - deshalb:

Das Ding ist KURZ! Das ist es, was netzauf, netzab über "Live at the Orpheum" bisher zu lesen ist. Und das ist unbedingt richtig. 41 Minuten Spielzeit? Bei einer Band wie King Crimson? Die im Orpheum seinerzeit nicht nur auch "Larks' Tongues in Aspic" gespielt haben, sondern auch eine - angeblich - umarrangierte Version von "Red", die den Einsatz von DREI (!) Schlagzeugern mal so richtig gerechtfertigt habe?

Wo ist das ganze Zeug?!?!

Nicht auf dieser CD und DAS ist der große Makel.

Ansonsten ist das, was hierauf zu hören ist, eigentlich - fast - über jeden Zweifel erhaben. "One More Red Nightmare", "Sailor's Tale", "The Letters", "The ConstruKction of Light" und natürlich das unglaublich schöne und vor allem ausgespielte "Starless". Das verdient hier mal ein paar Ausrufezeichen. Aber hallo!!!!! Das klingt alles sehr gut. Der Sound dieser Aufnahme ist exzellent. Und die Band ist phantastisch. Es handelt sich ja schließlich um eine weitere King Crimson-Inkanation. MIT Fripp!
Allerdings stellt sich schon die Frage: Warum drei Drummer? Einen Mehrwert kann ich hier kaum erkennen. (Vielleicht ja bei "Red"; das ist aber ja nicht drauf!) Hier und da mögen die drei Herren für außergewöhnliche Dynamik sorgen. Ich hätte da schon mehr erwartet, was das angeht.

Aber: die hier dargebotenen Stücke strotzen von Originaltreue; was im Fall von "Starless" eine wahre Freude ist. (Auch wenn ich glaube, dass Mel Collins einmal seinen Einsatz verpatzt und zu früh lospustet. Find ich aber schön, auch mal derlei als gottgleich verehrte Musiker daneben hauen zu hören.) Auch die Song-Auswahl ist m.E. meghr als gelungen. Hier sind einige meiner Lieblingsstücke versammelt.

Ein weiterer gerne hergenommener Kritikpunkt ist der Gesang des Herrn Jakko. Der singt echt schön. Gerade bei "Starless" überzeugt er, keine Frage. "One More Red Nightmare" indes hat er versaut. Meine Meinung!

So, und für alle, die sich jetzt Fragen: Findet er's nun gut, oder nicht?
Ja! "Live at the Orpheum" ist toll. Ein Lebenszeichen von King Crimson mit Robert Fripp nach über zehn Jahren. Wow!
Aber: VIEL zu kurz! Es ist Vieles weggelassen worden. Und dazu wird der Hörer genötigt, eine vermeintlich teure CD/DVD-Audio zu kaufen. Warum dann nicht gleich ein Doppelalbum mit "Larks' Tongues" und dem ganzen anderen Rest?

Es lässt einem eben mit dem eingangs erwähnten "Hmmmm" zurück. Nicht wirklich enttäuschend, aber auch zu wenig, für uneingeschränktes Entzücken.

Mögicherweise ist diese CD auch *nur* ein Teaser (Vgl. "VROOOM", "Level Five" und "Happy with what you have to be happy with") auf das, was an Großem noch kommen wird. Ein neues KC-Album? Oder das ganze Set von den Los Angeles-Gigs? (Dann beiß ich mir allerdings in den Arsch!)

Zur Wertung: 10 Punkte, für das, was wir hier bekommen. Und zwei Punkte Abzug für das, was fehlt!

Punkte: 8 / 10


Login
×