The Calm Hunter (2014) - ein Review von Metal Steam

Isole: Calm Hunter, The - Cover
1
Review
4
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Doom Metal


Metal Steam Avatar
11.06.2015 17:31

Da ich bereits Reviews von Saturnus und Candlemass geschrieben habe, fehlt noch die
schwedische Band Isole, um eine weitere Doom-Götter-Band zu huldigen. Da trifft es
sich gut, dass ein neues Album namens 'The Calm Hunter' von 2014 zur Verfügung steht.

Was mir sofort auffällt ist das dunkle und schlichte Cover, was einen antiquierten
Touch suggeriert. Sonst wurde man immer mit farblichen Cover-Motiven auf die Reise
geschickt. Was für mich auf eine eventuelle Kurskorrektur hindeutet, die im Verlauf
der musikalischen Offenbarung immer konkretere Formen annimmt.

Und in der Tat, was einem auf 'The Calm Hunter' erwartet, kann man am besten mit
Isole meets Candlemass (zu Robert Lowe Zeiten) vergleichen. Das Songwriting wurde
mehr auf doomige Heavyness getrimmt, wo sonst kathedralische Erhabenheit die Musik
von Isole ausgemacht hat. Diese Erhabenheit gibt es leider nur noch rudimentär und
kommt meistens nur noch vom Background-Gesang.

Im ersten Augenblick eher eine Enttäuschung, da es eigentlich ein Rückschritt zu
vorherigen Götteralben von Isole darstellt.

ABER:
Nach sehr vielen Durchgängen muss man den Schweden bescheinigen, ihren bisherigen
musikalischen Weg minimal erweitert zuhaben. Man zeigt eine Facette mehr (die true
doomige Heavyness aus den 80/90er) und wird dadurch variabler.

Am besten zeigt sich dies im letzten Song 'My Regret'.

Ein Meisterwerk musikalischer Tonkunst, oder in Bildern zu sprechen der perfekte
Song, um den Auszug aus der mondänen Kathedrale (wie die Vorgänger-Alben) hinein
in die altehrwürdige Kirche (dieses Album) zu dokumentieren. Alleine die Einleitung
mit der Gitarre ist Erhabenheit pur. Sie steigert sich immer mehr zusammen mit dem
Schlagzeug und der Hammondorgel im Hintergrund. Wenn der majestätische Gesang von
D. Bryntse beginnt, gleichzeitig die ersten Solos zelebriert werden und das Schlagzeug
richtig in Fahrt kommt, dann ist man mitten auf der Reise. Der Song hat im mittleren
Teil einen ruhigen Part, der dann die Ankunft zelebriert mit intensiven melancholischen
Doomriffs, wie man dies nur von Isole kennt. Auch der mehrstimmige Backgroundgesang
ist hier zuhören. Bildlich gesehen hat man mit dem Covermotiv (im Vergleich zu den Vor-
gängern) somit eine Parallele.

Natürlich gibt es auch auf 'The Calm Hunter' keine Kritikpunkte bezüglich Sound
zufinden. Bassparts sind wunderbar rauszuhören, alles wirkt natürlich warm und
kristallklar, der Gesang wird wie immer perfekt in Szene gesetzt.

---

Auch mit diesem Album schafft es die Band, sich verdient ihre Höchstnote abzuholen.

M.S.

Punkte: 10 / 10


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