Bloodstone & Diamonds (2014) - ein Review von blackening

Machine Head: Bloodstone & Diamonds - Cover
1
Review
21
Ratings
8.10
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal


blackening Avatar
28.03.2015 18:20

Machine Head sind wieder da. Nach der für mich eher schwachen Locust stimmt hier wieder sehr vieles, ohne, dass sich die Band wiederholt. Wer keine lange Review lesen will, hier das Wichtigste: Das Ding klingt wieder nach Machine Head, bietet aber sehr viel Neues.
Beginnend mit Streichern, erwarte ich offen gesagt erstmal wirklich Schlechtes. Doch die Melodie wird derartig gut und episch in einen wirklich guten Stampfer vepackt, dass dieses Playback ( ich hasse sowas) tatsächlich den Song aufwertet. Dicke Riffs, dezentes Ulrich-Drumming in den Strophen, fantastische Soli ( wie ich gute Soli auf dem Vorgänger vermisst hab...),"Halo" artiges Gitarrenduell, hymnischer, aber nicht "cheesy" wirkender Chorus, absolute Gänsehaut im ruhigen Interlude...jap, trotz Playback ein wirklich fantastischer Song.
Der nächste Song, "Killers & Kings", klingt, als hätte man die ( für mich unterbewertete) "Supchercharger" Phase der Band mit ihrem aktuelleren Output gemischt. Vor Allem die dynamischen Strophenaufbauten wissen wirklich sehr zu überzeugen.Alles wirkt rund, die Übergänge sind sehr schlüssig.
"Ghosts Will Haunt My Bones" ist, kurzgefasst, der kleine Bruder von "Now I Lay Thy Down", nur statt Tool wird sich hier bei Rush bedient.Schönes Tapping-Intro ( Judas Priest anyone?), MEGAFETTES Stampfriff, wieder herrlich dynamische Strophe, Chorus ist wohl die Hymne seit " Halo". Das instrumentale, an Rush zu "Hemisphere" Zeiten erinnernde Zwischenspiel steigert sich erst in Solo, wird dann wieder zurückgenommen, um DANN endlich absolut heavy auszubrechen. Ganz genau so löst man Spannung auf, 1+.
"Night Of Long Knifes" hat bei mir eine Weile gedauert. Das Intro nervt mich einfach irgendwie. Der Rest des Songs ist ein absolut solider Banger, der Live viel Spaß machen dürfte, mit Catchy Refrain. Macht Spaß, die Band hat aber Besseres.
"Sail Into The Black" dagegen ist ein absolutes Highlight. Das ist ungefähr der Song, auf den ich nach " The Burning Red" gehofft hatte, übertragen auf den neuen Stil der Band. Nie war der Maschinenkopf atmosphärischer. Angefangen mit Mönchsgesang von Rob, wird der Song zu einer leisen, depressiven Akustiknummer, sehr zerbrechlich. Langsam, ganz langsam steigert es sich, aus der Depression wird erst Frust, dann Wut, explodieren tut der Song jedoch nie. Fantastischer Gesang, der Text quillt über vor Metaphern, Riffing zum Niederknien. Auch wenn er live sicher nur mit vielen Änderungen möglich ist, das hier ist das neue " Descend The Shades Of Night".
"Eyes Of The Dead" ist wieder ein sehr ordentlicher Banger, der bei mir wohl noch eien Weile brauchen wird. Er hat das " Leper Messiah"-Syndrom: ein guter Song geht auf einer Platte voller genialer Songs einfach unter...
"Beneath The Silt"...kennt hier jemand die Deftones? Stellt euch vor,Robb und seine Jungs würden einen Song von ihnen covern, dann habt ihr diese Nummer. Echt gutes Teil, mir nur einen Ticken zu wenig eigenständig.
"In Comes The Flood"...der Kritikpunkt ist hier: Streicher wirken übertrieben dick aufgetragen udn sind live nicht reproduzierbar. Ansonsten ist das hier eine wirklich gute Nummer, auch wenn mir der Refrain einen Ticken zu cheesy ist. Dennoch, andere Bands würden für solche Songs töten.
"Damage Inside" erinnert noch mehr an " Burning Red"...fast schon eine Solonummer für Robb...extrem zerbrechlich und bodenständig. Teilweise erinenrt es mich sogar an die " Kid A" Phase von Radiohead, was man als riesiges Kompliment werten kann. Der Song bietet den Ruhepol,den die Platte langsam etwas brauchte finde ich. Den Song ohne Gänsehaut hören finde ich derzeit unmöglich.
"Game Over" ist der Mittelfinger in Richtung Exbasser Adam Duce. Entsprechend wütet der Song um sich, was man bei dem Anfang ( 22 Acacia Avenue von Maiden stand hier Pate) nicht erwarten würde. Fantastische Soli, Rob in Bestform, den Refrain vergisst man den Rest der Woche nicht. Den bitte live!
"Imaginary Cells" ist ein Instrumental mit Spoken Words. Das Riffing ist sehr geil, was der Typ labert auch ziemlich interessant, aber irgendwie zu laut, ich hätte gerne die Riffs besser gehört. Insgesamt gut, aber hält die Platte finde ich unnötig auf.
"Take My Through The Fire" fängt mit As I Lay Dying Riffing an, wird aber weit besser. Wieder eine sehr gelungene Mischung aus Heavyness und Mitgröhlnummer, handwerklich wie immer auf Topniveau und mit massig Spaß in meinen Nackenwirbeln. So beendet man eine Platte.

Zum Allgemeinen: Der Sound ist wirklich absolut fantastisch, ich habe selten eine bessere moderne Metalproduktion gehört. Massiv wie Dino Cazares' Bauch, dabei aber sehr dynamisch und mit einem der besten Basssounds seit Langem. Die Gitarren braten bei Machine Head seit "Through The Ashes Of Empires" eh so, dass Hobbygitarristen wie ich ungläubig mit den Ohren schlackern.
Der neue Bassknecht verrichtet seien Arbeit gut und ist auch als Sänger sehr vorzeigbar.
Alle Songs atmen wieder dieses Machine Head-Feeling, welches dem Vorgänger finde ich fehlte. Dazu durchgängig geile Soli und der für mich beste Gesang seit jungem Hetfield anno 1989-1992.

Zum Gemecker auf hohem Niveau. Die Streicher, das Artwork.... die Band wird mir ein wenig ZU episch, ich vermisse etwas den Straßenflair des Debuts.Weniger ist manchmal mehr. Playback ist für mich ein Unding. Machine Head hatten schon immer sehr diverse Einflüsse, aber haben diese bisher immer livetauglich mit Drum Bass und 2 Gitarre umsetzen können statt durch externe Hilfe. Aber das ist bei Korn ja leider auch so geworden...
Das Album ist zu lang. Eyes OF The Dead, Beneath The Silt, In Comes The Flood und Imaginary Cells hätte man überarbeiten und für spätere Zwecke nutzen können, oder die guten Teile landen halt im Riffeimer. So fordert das Album einem zeitlich echt zu viel ab.

Zum Wichtigsten: Machine Head sind wieder ganz genau da, wo sie hingehören: knapp unter Metallicas Thron, diesen bereits ansägend. Welcome Back!

Anspieltipps: alles außer Eyes OF The Dead, Beneath The Silt, In Comes The Flood und Imaginary Cells

Punkte: 9 / 10


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Tracklist:

  1. Now We Die
  2. Killers & Kings
  3. Ghosts Will Haunt My Bones
  4. Night Of Long Knives
  5. Sail Into The Black
  6. Eyes Of The Dead
  7. Beneath The Silt
  8. In Comes The Flood
  9. Damage Inside
  10. Game Over
  11. Imaginal Cells
  12. Take Me Through The Fire

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