The Damned Grave Disorder (2001) - ein Review von davevanian

The Damned: Grave Disorder - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Punk
Werbung


davevanian Avatar
30.10.2008 21:18

15 Jahre nach dem letzten eigentlichen Damned - Album „Anything“ melden sich die UK-Punker der ersten Stunde eindrucksvoll zurück. Das sicher nicht schlechte, aber doch sehr rockorientierte, für Damned-Ohren gewöhnungsbedürftige „Jack & The Beanstalk“, die von Sensible dominierte „Fun Factory“ – Single, und die unendlichen Auswürfe von Compilations und Wiederveröffentlichungen hatten selbst die treuesten Fans am sinnvollen Fortleben der Band zweifeln lassen.

Grave Disorder bietet eine Reihe recht eingängiger Melodien. Vorgetragen werden sie mit einer Intensität, die die Sehnsucht nach ihren Anfangstagen förmlich herausschreit. Es ist als wollten sie uns sagen: „OK Jungs genug experimentiert, wir sind wieder da“. Wer nun meint, uns wird das übliche Revivalpunkgeschrammel vorgesetzt, liegt völlig daneben. Es ist weder das Festhalten an den Ursprüngen, noch das krampfhafte Suchen nach einer neuen Linie, was viele Bands heute stilllegt, wie die Damned selber wohl auch für einige Jahre.

Die Ausflüge der Band in verschiedenste Richtungen in allen Ehren – ich höre alle neun Alben der Damned mit Begeisterung – Grave Disorder kommt mit einer Spielfreude rüber, die mich vermuten lässt: Das ist das was ihr eigentlich immer spielen wolltet und das hab ich zuletzt auf euerm „Black Album“ so wahrgenommen. Der Vergleich zu diesem Album liegt nicht fern, setzt sich doch auch „Grave Disorder“ aus eingängigen, teils chartfähigen Punkpopsongs (Democracy?, Song.Com), (Goth-) Balladen (‚Til the end of time, Beauty of the Beast) und Psychedelicanleihen (Thrill Kill, Absinthe) zusammen. Das punkige Lookin for Action baut schließlich noch die Brücke zu den Anfangswerken.

Dave Vanian, der einzige der immer dabei war, läuft zudem zu Höchstform auf und bringt seine ohne Frage außergewöhnlichen Stimmqualitäten endlich wieder richtig locker ein und hat enormen Anteil am positiven Bild dieses Albums. Es drängt sich schon der Eindruck auf, dass er auch die Richtung bestimmt hat – zurecht.

Die CD kommt als lila - schwarzes Digipack incl. 12seitigem Booklet mit Texten und Fotos mit zum Titel passendem Trashcomic als Frontcover, das nur als Frage an die Spartenfetischisten verstanden werden kann, was denn nun eigentlich Horrorpunk bedeutet und wer sie da reingepackt hat.

Dieses Album ist mir eine 10 wert, weil ein eindrucksvolleres ehrlicheres Comeback 25 Jahre nach der ersten Punksingle ever made seinesgleichen sucht.

Punkte: 10 / 10


Werbung