Legends, Rites And Witchcraft (2014) - ein Review von DarthWerder

Witchfyre: Legends, Rites And Witchcraft - Cover
1
Review
2
Ratings
7.25
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal


04.10.2015 11:57

2011 im galizischen Vigo gegründet, hat sich WITCHFYRE dem traditionellen metallischen Erbe der 1980er verschrieben. Besungen wird ein bunter Querschnitt von Okkultismus und Fantastischem, Klischees wollen ja schließlich bedient werden. Vielversprechend sind diesbezüglich auch die Pseudonyme; Namen wie G.G. Andrews und L. O'Witchfield (jeweils Gitarre) oder P.G. War (Bass) sprechen mit lauter Stimme für sich. Dabei entspricht die Besetzung mit Ausnahme von Sänger Emi Metal in Ungefähr der der mir nicht weiter bekannten Melodic Death-Band Dantalion.

Nach der 2013 bei DiscosMeCagoEnDios veröffentlichten 7''-Single The Banshee liegt mit der EP Legends, Rites and Witchcraft (2014 bei Infernö Records, Frankreich, unter Einbeziehung der schon von der Single bekannten Songs erschienen) ein starkes und kompetent dargebotenes Stück traditionell angehauchten Metals vor. Das energiegeladene, bisweilen hektische Material steht, wie bei so mancher anderer jüngeren Band, eindeutig unter dem Einfluss der NWOBHM; die ersten beiden Alben Iron Maidens sowie das Schaffen von Judas Priest waren wohl die wichtigsten Inspirationsquellen. Verfeinert wird der Sound der Spanier durch eine Prise Mittachtziger-Euro Metal.

Den fünf Stücken wird das Intro "Beware of the Witch!" vorangestellt, jedoch legt die Band direkt mit Vollgas los, die 43 Sekunden sind viel mehr ein Teil des eigentlichen Openers "Salem". Der Song, energisch und beinahe hektisch, erinnert stark an Maidens Frühwerk, Sänger Emi Metal erkundet das Okkulte in den höchsten Tonlagen. In eine ähnliche Richtung geht auch das nächste Stück „Necronomicon“, wenngleich es den Anfangstagen des Speed Metals näher steht als der NWOBHM. In jenes Terrain kehrt die Band mit dem dritten Song „Sacrifice“ zurück, der verglichen mit dem Vorangegangenen mehr Judas Priest-Einflüsse aufweist, wobei Iron Maiden der Haupteinfluss bleibt. Wenig überraschend ist auch das fünfte Lied „Banshee“ im Uptempo angesiedelt, nach einem Auftakt, der schon wieder an eine Londoner Legende erinnert, klingen WITCHFYRE erstaunlicherweise mehr nach neueren Bands wie Enforcer als nach den Vorbildern aus den 80ern. „Banshee“ ist dabei das vielleicht abwechslungsreichste Stück der EP.
Das abschließende „The Spell“ ist angeblich ein Bonustrack, was etwas albern ist, da er bei beiden Formaten, CD und Kassette, enthalten ist und man ihm das zweifelhafte Dasein als nur halb dazugehörende Dreingabe in keinem Moment anhört; das Lied beginnt dezent episch, wird jedoch im weiteren Verlauf schneller und kann sich eines wunderbaren poppig/priestigen Riffs rühmen.

Die 27 Minuten der EP vergehen dementsprechend wie im Flug. Äußerst kurzweilig und abwechslungsreicher, als meine Beschreibung der Lieder klingen mag, macht Legends, Rites and Witchcraft Spaß und Lust auf einiges mehr. Wer etwas mit dem Aufleben traditionellen Erbes durch Bands wie Enforcer anfangen kann, wird auch WITCHFYRE mögen. Die junge Band aus Spanien hat definitiv das Potenzial dazu, mehr als nur eine beliebige Retro-Metal-Band zu sein.

Punkte: 8.5 / 10


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