Emergence (2014) - ein Review von Metal Steam

Shylmagoghnar: Emergence - Cover
1
Review
4
Ratings
9.62
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal, Melodic Death Metal


Metal Steam Avatar
18.06.2014 06:52

Mein nächstes Review huldigt ein Debüt, was bereits ein wenig Staub aufgewirbt hat.

Das Duo nennt sich 'Shylmagoghnar' und kommt aus den Niederlanden. Die beiden
Künstler, ein gewisser Nimblkorg und Skirge, haben dabei eine hervorragende CD
mit dem Titel 'Emergence' (2014) veröffentlicht. Musikalisch gehts in die Richtung
melodischer Black Metal, mit etlichen Verweisen Richtung Melodic Death Metal aus
den 90er und ein wenig progressivem Flair.

Die CD beinhaltet 9 Songs mit einer Spielzeit von über 51 Minuten.

Das Besondere an dieser Platte ist eigentlich schon am Anfang. Der erste Song ist
nicht nur der längste, sondern auch noch ein Instrumental-Song. Dieser nennt sich
'I Am The Abyss', dauert fast 9 Minuten, hat eine super melodische Lead-Gitarre am
Anfang, wo ich gleich an Bands wie 'Gates Of Ishtar' denke. Extrem prägnate Melodie
geparrt mit einem nicht zu schnellen Rhythmus-Tempo, der schon beim ersten Hören
im Kopf bleibt. Im späteren Verlauf eine leichte Keyboardmelodie, die etwas verträumt
wirkt.

Ein absolutes Meisterwerk ... gehört zu den 10 besten Instrumental-Songs im harten
Metal-Sektor. Dieser Song ist auch der Grund, warum diese CD geordert wurde. Dabei
bleibt es aber nicht.

Song #2 ist er Titeltrack 'Emergence'. Typischer Melodic Death Metal Song, jetzt
mit Vocals, die ganz harmonisch dargeboten werden. Nicht nervend metalcore-like,
sondern singend growlend. Wirkt zusammen mit der Gitarrenmelodie wie aus einem
Guss, und zum Ende eines Satzes werden die Vocals noch einen Tacken brutaler
betont. Auch ein sehr guter Song.

Ich nehme is schon einmal vorweg, neben dem grandiosen 'I Am The Abyss' ist der
Song 'Eden In Ashes' mein persönliches Highlight auf dieser Platte. Hier wirkt das
Songwriting schon deutlich Black Metal-lastiger und auch die Vocals sind deutlich
mehr in Richtung alte Dimmu Borgir. Das Tempo ist deutlich brachialer (besonders
bei den Drums) und stellenweise erinnert mich dieser Song an das Götteralbum
'Nexus Polaris' (1998) von der Band 'Covenant'. Gibt schon einige vergleichbare
Trademarks, sei es beim Gitarrensound oder den Vocals. Ebenfalls ein Meisterwerk.

Der kürzeste Song nennt sich 'This World Shall Fall' und ist ein eher ruhig gehaltener
Song, der auch mit einigen Keyboadparts ala Dimmu Borgir und Co. aus den Boxen
qualmt. Ganz gut, aber nicht mehr.

Song #5 nennt sich 'Squandered Paradise' und ist eine Mischung zwischen Black und
Death Metal. Während die Vocals noch im Black Metal hängen (also mehr fauchend
als growlend) ist das Spieltempo eher im mittleren Sektor. Der Song hat auch eine aus-
geprägte dunkle Grundstimmung, was besonders durch die Keyboards erzeugt wird.
Dieser Song überzeugt ebenfalls.

Der Song 'Eternal Forest' ist der zweite Instrumental-Song auf diesem Album. Auch
hier überzeugt das variable Gitarrenspiel mit einigen grandiosen Melodien, die man
von alten schwedischen Melodic Death Metal Bands kennt. Positiv auffallen tun die
ruhigen Gitarrenparts und das Timing des Schlagzeugs. Ein weiteres Highlight.

'The Cosmic Tide' ist ebenfalls ein Instrumental-Song und erinnert vielleicht am ehesten
an frühe Vintersorg. Hier gibt es minimale progressive Keyboards und auch Gitarrenparts
zuhören, ansonsten erinnert auch hier vieles an Bands wie alte 'In Flames' und Co.

Endlich wieder Vocals bei Song #8 'A New Dawn'. Mehrstimmige Vocals (sogar clean)
gibt es hier zu lauschen. Wieder ein sehr gutes Songwriting mit passenden Tempowechsel
und leicht erhabenen Gitarrenmelodien. Sehr toll die leichte Soundkulisse und gespielten
Keyboardparts im Hintergrund, die absolut songdienlich wirken. Somit ein weiteres Highlight.

Zum Schluss ein Instrumental-Song, was wie ein Outro wirkt. Liegt wohl daran, dass hier
nur ein Tasteninstrument mit Soundkulisse zuhören ist. Einnert vielleicht an 'Dissection'.

Ich muss schon sagen, für ein Duo ist diese musikalische Tonkunst schon eine meister-
liche Leistung. Es gibt nur wenige Stellen, wo ich mir 2 bzw. 4 Hände mehr wünsche.

Da wäre zum Beispiel das Schlagzeug. Dieses könnte noch mehr Akzente setzen, in
dem es eben mehr als nur puren Takt angeben würde. Auch bei den Sologitarren-Parts
könnte man doch noch mehr rausholen mit einem Musiker mehr. Man merkt einfach an
einigen Stellen, dass die musikalischen Ideen mehr Input vertragen können.

Ansonsten überzeugt die CD durch viele tolle Melodien, ordentlichen Härtegrad, gute
Mischung zwischen wenigen langsameren und vielen schnelleren Songs. Die meisten
Songs sind sofort nachvollziehbar, es gibt so gut wie kein musikalisches Gefrickel,
kein neumodisches Core-Gedöns oder andere Spielerein. Die Vocals sind auch positiv
zu nennen.

Die Produktion ist ausserordentlich gut geworden, vorallem dass die ganzen Keyboard-
parts mehr im Hintergrund agieren ist sehr positiv und nimmt den Songs nichts von deren
metalischen Härte.

Ansonsten hat man sich auch zum passenden Cover, beim Booklet und verwendeter
Schriftart Gedanken gemacht und alles wirkt sehr professionell.

Kann die CD somit nur empfehlen und vergebe 9.5 Punkte!

Euer
M.S.

Punkte: 9.5 / 10


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