Die Without Hope (2014) - ein Review von blackening

Carnifex: Without Hope, Die - Cover
2
Reviews
3
Ratings
9.67
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Metalcore, Melodic Death Metal


blackening Avatar
29.03.2014 09:56

Cannibal Corpse, Suffocation, Nile,Vader und Konsorten: zieht euch warm an.Diese Band rüttelt heftig an eurem Thron.
Ich geb zu: es ist bereits mein Album des Jahres.Es müsste echt was Riesiges kommen, um das noch zu toppen.
Geboten wird moderner Death Metal. Dieser wird um Einflüsse aus Black Metal, Mathmetal/Djent, Melodeath, Brutal Death,Thrash, Deathcore und sogar Doom Metal und Klassik erweitertet. Das Ganze wird beeindruckend homogen zu einem gleichermaßen harten wie atmosphärischen Mix verwoben.
Ich habe bei Alben, vermutlich, weil ich selbst Musik mache, ganz selten einen " das hätte ich jetzt ganz genauso gemacht. Diese Stelle ist perfekt!" Moment, aber dieses Album ist voll davon.Das Album wird dabei, musikalisch wie auch textlich,seinem Namen absolut gerecht, es klingt hoffnungslos, nihilistisch,zynisch,fast schon suizidial. Ich weiß nicht, was Sänger Scott Lewis für Probleme in sich trägt, aber gesund klingt, was er singt, wirklich nicht mehr. Teilweise ist jedenfalls selbst DSBM fröhlicher als diese Lyrics.
Zum Stil: Die Songs durchlaufen wie gesagt ein breites stilistisches Spektrum. Auf Black Metal Blast folgt ein stampfender Doom-Part, eine Melodeath/Thrash-Passage geht fließend in einen Slam über,Meshuggah-artige Schrägparts wechseln sich mit sinfonischer Epik ab.Häufig bietet der Chorus eine fast schon hymnenhafte blackmetallische Erhabenheit,was den doch sehr komplexen Songs sofortigen Wiedererkennungswert gibt. Die Songs sind nicht nach Schema F aufgebaut und bieten noch nach wochenlanger Dauerrotation in meiner Anlage immer wieder Neues. Als grobe Einflüsse lassen sich Cannibal Corpse, Dissection, At The Gates, Dark Funeral, Meshuggah,Whitechapel und Behemoth ausmachen.

Beispielsweise der Opener " Salvation Is Dead".Nach, an "Condemned" von Beneath The Massacre erinnernden Tech-Beginn, geht der Song in einen fiesen Slam über, wie ich ihn seit dem 2. Album der Band etwas vermisst habe. Dann folgt ein Blastbeat,diverse Highspeed-Stellen wechseln sich mit doomigen Überleitungen ab, bis der Chorus stark nach Dark Funeral klingt. Danach kommt ein Meshuggah-Schrägpart, bevor dann ein wunderschönes, gefühlvolles Solo eine kurze Verschnaufpause bietet.

Generell ist die Entwicklung der Band beeindruckend. Von der 1000sten Whitechapel-Kopie zu einer der eigenwilligsten Stilmischungen, die ich seit Jahren gehört habe. Die Klischee-Deathcore Band ist erwachsen geworden und hat mit diesem Stil nur noch am Rande zu tun. Dinge wie Breakdowns werden nur noch vereinzelt eingesetzt,viel mehr wird sich um Eigenständigkeit bemüht. Und das mit Erfolg.
Der Gesang ist überragend. Scott Lewis hat die krankeste Stimme seit Langem, sie deckt Black Metal-Schreie, nordischen Death Metal Gesang bis hin zu ultratiefem Gutturalgesang amerikanischer Schule ein breites Spektrum ab.Die Gitarrenarbeit ist abwechslungsreich, gleichsam melodisch wie hart, technisch anspruchsvoll, aber an den richtigen Stellen gefühlvoll un ruhig. Die Leads, welche zwar leider auch oft in Sweepingangeberei ausarten, sind durchweg gut bis sehr gut und sind eine sehr gute Ergänzung zum bisherigen Stil der Band.im kurzen Instrumental wird dies besonders deutlich. der Bass ist gut hörbar und spielt eigenständig, statt nur der Gitarre zu folgen. Die Drums sind sehr beeindruckend und verbinden , technisch brilliant, die verschiedenen Einflüsse der Band zu einm schlüssigen Ganzen.

Wer auf modernen Death Metal steht,Abwechslung liebt, und sich nicht davon abschrecken lässt, dass die Jungs mal Deathcore gemacht haben, bekommt das, wie ich finde, beste Death Metal Album seit ganz Langem.Die Konkurenz hat jedenfalls dagegen kaum was vorzuweisen.

Anspieltipps: Salvation Is Dead, Dark Days,Condemned To Decay, Die Without Hope,Dragged Into The Grave,Where The Light Dies

Punkte: 10 / 10


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