Spiritual Healing (1990) - ein Review von Bakefish

Death: Spiritual Healing - Cover
1
Review
87
Ratings
9.12
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal
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Bakefish Avatar
04.06.2017 08:54

Nach "Leprosy" und einigen ausgedehnten Touren gab es mal wieder einen Wechsel in der Bandkonstellation von Death. Gitarrist Rozz wurde gefeuert und kurzweilig durch Paul Masvidal ersetzt, bevor dann James Murphy hinzustieß. Wir kennen diesen Gitarrenzauberer vor allem von Bands wie Obituary, Testament, Cancer und noch einigen weiteren. Mit ihm sowie Terry Butler am Bass und Bill Andrews sollte nun das dritte Album "Spiritual Healing" folgen. Auch hier stellt sich bis heute die Frage, wer genau die Bassspuren aufnahm, denn Schuldiner behauptete bis zum Ende, dies selbst getan zu haben, da Butler zu große Probleme damit hatte.
Das Album selbst stellt eine elementare Weiterentwicklung des Stils der Band dar. Musikalisch ist es eine ganze Spur melodischer mit wesentlich längeren Soli und interessanten Bridges. Das Schlagzeug klingt ein wenig verspielter und vielseitiger, Andrews hat sich in den eineinhalb Jahren also entsprechend entwickelt. Sehr wichtig ist auch, dass das Tempo auf diesem Album ein ganzes Stück heruntergedreht wurde. Größtenteils befinden sich die Songs nun im Midtempo, gelegentlich gehts auch mal in hohe Bereiche. Was auf "Leprosy" mit solchen Abrissbirnen wie "Pull the plug" noch die Ausnahme darstellte, ist hier nun die Regel.
Interessant sind auch die Texte. Schuldiner hat sich mit "Spiritual Healing" von den Horror- und Schlächterszenarieren der beiden Vorgängeralben verabschiedet und beschäftigt sich mit vielen sozialen Problemen. Mal geht es um Abtreibung ("Altering the future"), gentische Entwicklung ("Genetic reconstruction") oder um Televanbgelismus (Titelsong).
Das alles ist nicht schlecht und macht viel Spaß beim Hören. Die Riffs sind knüppelhart, der Bass fetzt, das Schlagzeug setzt feine Akzente und die Soli sind größtenteils einfach der Hammer. Der Einfluss von James Murphy hat sich an dieser Stelle wirklich bezahlt gemacht und die technische Entwicklung der Band klingt damit einfach grandios. Dennoch finde ich, dass das Album nicht ganz so gut geraten ist wie seine Vorgänger. Einerseits sind sich viele Songs vom Aufbau her sehr, sehr ähnlich. Intro, Strophe, Bridge, Refarian, Solo, Strophe, Refrain. Das klingt gut, aber wenn es auf fast alle Songs zutrifft, ermüdet es etwas, vor allem, wenn man das ganze Album durchhören möchte. Auch wirken einige Songs etwas in die Länge gezogen, die Riffs sind teilweise etwas zu lang gespielt. Und die Texte sind, wenn auch lyrisch in Ordnung, manchmal mit meinen Ansichten nicht wirklich vereinbar. Chuck geht mit manchen Menschen auf diesem Album sehr hart ins Gericht. Teilweise etwas zu hart.
Schlussendlich macht das Album dennoch viel Spaß. Melodisch, technisch entwickelt, eingängig (wenn auch manchmal zu sehr), das ist Death Metal, wie ich ihn mir wünsche. Das Album mag nicht das Deaths bestes sein, ist aber zweifelsohne eines der wichtigsten, denn es ist der Sczhlüssel zur progressiven Entwicklung, wie sie mit dem Nachfolgealbum endgültig eingeleitet wurde.

Punkte: 8.5 / 10


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