Griefshire (2006) - ein Review von Rock'n'Roll Gipsy

Elis: Griefshire - Cover
1
Review
10
Ratings
8.35
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Gothic Metal


Rock'n'Roll Gipsy Avatar
25.09.2014 16:45

Das dritte Elis-Album – und meiner Meinung nach das einzige, das man wirklich braucht – bildet eine Art Vermächtnis, ist doch Sängerin Sabine Dünser während den Aufnahmen verstorben. Glücklicherweise waren die Vocals bereits eingespielt und so konnte das Album dennoch fertiggestellt werden. Danach ist mit ihrer charakteristischen Stimme auch ein wenig der Geist der Musik verloren gegangen, 2012 hat sich die Band schliesslich aufgelöst. „Griefshire“ zu kaufen dürfte sich aber auch anno 2014 nach wie vor lohnen.

Das Konzept behandelt die Geschichte von zwei Brüdern: Der eine ist verkrüppelt, jedoch gutherzig, während der andere zwar körperlich überlegen ist, jedoch im Verlaufe der Geschichte dem Wahnsinn anheimfällt und schliesslich das Dorf niederbrennt. Die klassische Eifersuchts-Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen. Die Geschichte ist gut gemacht, besitzt sie doch mit dem Opener „Tales From Heaven Or From Hell“ eine Art Prolog, in dem die Tochter des Krüppels sein Tagebuch öffnet und so die Geschichte des Dorfes erzählt bekommt.

„Die Stadt“ gibt uns einen Einblick in Atmosphäre und Handlungsort und zieht den Hörer auch sogleich in eine Art Strudel, der von da an mal stärker, mal schwächer zieht. Die darauf folgenden Titel, die das Aufwachsen und das anfängliche Verhältnis der Brüder zueinander behandeln, wirken hierauf fast etwas seicht, jedoch kommt spätestens bei „Remember The Promise“ wieder mächtig Spannung auf. Von da an geht es mit viel Power, Stimmgewalt und Enthusiasmus aufs Ende zu. Es ist rasant, dank den tempo-mindernden Balladen „How Long“ und „Forgotten Love“ bleibt jedoch genug Zeit, zwischendurch zu verschnaufen. Highlight bildet definitiv der Showdown mit „The Burning“, während der Ausklang oder Epilog – wie man es betrachtet – wieder sachte ausfällt, was jedoch nach all der geladenen Kraft sehr angenehm wirkt.

Die Instrumente spielen wunderbar zusammen, jeder Akzent ist am richtigen Ort gesetzt und das Timing der Songs ist bis auf ganz wenige Schwachpunkte (z.B. „Show Me The Way“) einfach perfekt. Dünsers Stimme deckt von hexenhaft-dreckig bis kindlich-lieblich alle Facetten ab. Dies alles kommt allerdings nur für denjenigen richtig zur Geltung, der auch bereit ist, sich mit den Lyrics und der Geschichte auseinanderzusetzen.

Fazit: Ein leider viel zu wenig erhörter Schatz von einer stark unterbewerteten Band. Für Fans des melodiösen, leicht epischen Symphonic-Metals mit hoher Frauenstimme definitiv eine Bereicherung.

Punkte: 8.5 / 10


Elis: Griefshire

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Tracklist:

  1. Tales From Heaven Or Hell
  2. Die Stadt
  3. Show Me The Way
  4. Brothers
  5. Seit Dem Anbeginn Der Zeit
  6. Remember The Promise
  7. Phoenix From The Ashes
  8. How Long
  9. Innocent Hearts
  10. Forgotten Love
  11. The Burning
  12. A New Decade
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