Haunting (2013) - ein Review von noiseagain

Understorey: Haunting - Cover
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Review
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Rating
9.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Rock Alternative Rock, Indie Rock


17.10.2013 21:15

Review auf www.powermetal.de vom 4.07.2013

Herzerfrischende, basische Rockmusik mit sagenhafter Sängerin!

Oh, ich bin echt scharf auf diese Berliner Newcomerband namens UNDERSTOREY. Nachdem diese in unserem Redaktionstool aufgetaucht ist, besuche ich - dem Hinweis "female-fronted" folgend - umgehend deren Homepage und höre mich durch die kurzen Songschnipsel. Und das sogar mehrmals. Wieso? Weil ich ob des Gehörten guter Hoffnung bin, hier könnte eine kleine, aber signifikante Lücke in meiner bunten Welt der Rockmusik endlich wieder geschlossen werden. Für den Beleg, dass es eine Lücke gibt, müssen wir die Uhr zurück drehen, und zwar in die frühen 2000er. Eine junge, frische Band namens LACONIC STAR und deren Sängerin erobert mit sehr eigenem, hochmelodischem und mit viel Herzblut vorgetragenem Alternative/Indie-Rock mein Herz im Sturm. In diesen Hoch-Zeiten von NO DOUBT, 4 NON BLONDES und SKUNK ANANSIE prophezeie ich der Truppe eine goldene Zukunft. Doch der einzige Beweis, dass es diese Band überhaupt einmal gab, ist eine einsame (aber umso tollere) Mini-CD, und wenn es fünfzig Haushalte gibt, in denen diese noch steht, wäre das viel.

So, jetzt ist die CD da und ich besuche erneut UNDERSTOREYs Homepage, krame dazu meine LACONIC STAR-Scheibe raus und versuche herauszufinden, ob das vielleicht dieselben Musiker sind. Die Mucke klingt sehr ähnlich, die Sängerin ist auch rothaarig und die Stimme hat dieselbe Farbe, wirkt aber insgesamt reifer. Könnte also alles passen. Aber das sind sie nicht. Das ist aber insofern egal, denn "Haunting" dreht nun schon dutzende Male seine Kreise im Auto, im heimischen- und Arbeits-Player und ich kann sagen: Die Lücke ist geschlossen! Der knackig rockende Opener 'Through The Night' mit seinem simplen, aber herrlich gesungenen, Refrain geht nimmer aus dem Ohr und dem Hirn raus, das gefühlvolle 'Haunting' brilliert durch eine warme Leadgitarre, feine Hooks und herzerwärmenden Gesang, 'Gonna Give Up' rockt dann wieder die Bude, ohne aufdringlich zu sein, 'Falling Down' ist die Ballade für die regnerischen Sommertage und 'For the Better' ist der fetzige Rausschmeisser. Im Zentrum bei UNDERSTOREY steht Sängerin Michelle, eine rothaarige Schönheit, die auch das Cover ziert. Ihre sehr weibliche sexy Stimme verleiht der Band die nötige Individualität und macht alle fünf Lieder zu etwas Besonderem. UNDERSTOREY hat also nahezu alles, was mir an Rockmusik gefällt und die Messlatte für ein hoffentlich kommendes, erstes Full-Length-Album ist nun hoch.

Eine ganzes Album auf diesem Niveau würde an der Höchstnote kratzen. Die kann ich leider für eine Mini-CD nicht zücken, doch die Botschaft sollte ankommen: Wer frischen, unverbrauchten und emotional vorgetragenen Indie-Rock mit Sex-Appeal hören will, ist hier goldrichtig.

Wer die Mini-CD erwerben möchte (7 € zzgl. Versandkosten von 1,60 €), wendet sich am besten an shop@understorey.de.

Punkte: 9 / 10


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