The Sun Dogs (2013) - ein Review von President Fruitley

Rose Windows: Sun Dogs, The - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Psychedelic Rock, Folk Rock


President Fruitley Avatar
28.07.2013 16:44

Folgendes ereignete sich in dem Moment, als ich vor rund fünf Minuten The Sun Dogs hören wollte: eine apokalyptische Regenschauer ließ sich vom Himmel fallen und seitdem kann man durch meine Fenster sehen: nichts. Jetzt mag das kaum etwas Besonderes sein. Doch da Rose Windows zum einen das Wort Fenster in ihrem Namen tragen und zum anderen beinahe brachial in ihr beeindruckendes Album einsteigen, finden wir das erwähnenswert. Diese wabernden Gesänge, fast schon bedrohlich und dann eine Flöte und hysterische Streicher-Arrangements. Wenn man denkt, es könnte glatt so weitergehen, sind da die hämmernden Gitarren von Native Dreams, dem zweiten Stück auf The Sun Dogs. Und wenn man dann eben dieses plötzliche Wettergeschehen erlebt - wem dies auch jemals widerfahren wird, der weiß, wie das hier gemeint ist.

Jedenfalls: Rose Windows sind nicht - wie es auf den ersten Blick wirken mag - eine Hippietruppe, die mit unorigineller Musik durch die Lande zieht. Ganz im Gegenteil! Die Damen und Herren verpacken einfach das, was sie an Musik aufgesogen haben in etwas, das ihnen wohl selbst gefallen könnte. Tradition wird hier groß geschrieben und doch ist es keinesfall langweilig. Jeder Akkord, jede noch so mystische Textzeile machen hier einfach sind. Musikalische Revolutionen können gerne andere ausrufen und dann doch verpuffen. Rose Windows machen Musik, die dich ganz tief in dir drin packt. Mag kitschig klingen, ist aber so. Denn wenn es nicht gerade die Stimme der zu verehrenden Rabia Shaheen Qazi (eine Perönlichkeit, wie sie da durch das Video zu Wartime Lovers stolziert und man sich niemals trauen würde, nach einem Autogramm zu fragen. Egal wie sehr man heimlich in sie verliebt sein mag) ist, dann ist da dieses Gemenge aus dumpfen Gitarren, einem dumpfen Schlagzeug und diesen epischen, manchmal nun eben auch bedrohlich wirkenden Melodien. Es ist sofort klar, dass wenn man die Möglichkeit hat, diese Band live zu sehen, jedes einzelne Lied durch Mark und Bein gehen. Wartime Lovers mag das vielleicht eingängigste Lied auf The Sun Dogs sein und es lässt dich nun einmal schnell zu einem Blumenkind werden. Doch das Album hat so viel Wundervolles zu bieten, das man bei jedem Mal neu entdeckt, wenn man es hört.

Man möchte The Mamas & The Papas danken, dass sie existierten. Nicht nur, weil sie selbst wundervolle Lieder fabrizierten, sondern auch solche Bands wie die Rose Windows beeinflussten. Ja, wir wollen glauben, dass auch heute noch möglich ist, sich hippiesk zu verhalten und das ehrlich zu meinen. Rose Windows glauben wir das. Und wenn man dann die gepflückten Blumen aus dem Haar verliert, weil man den Kopf zu Liedern wie Walkin With A Woman oder Heavenly Days zu heftig geschüttelt hat, dann geht das Herz auf - weil Rockmusik so wunderbar ehrlich sein kann.

Höchstwahrscheinlich hätte man noch viel komplexere Gedanken zu diesem wirklich beeindruckenden Debütalbum loswerden können. Dazu sind wir aber gerade nicht in der Lage - Rose Windows und The Sun Dogs haben uns nämlich gerade an einen viel schöneren Ort mitgenommen und da möchten wir jetzt erst einmal bleiben. Was trotzdem noch gesagt werden muss: das Albumcover ist großartig. Bitte mal genauer anschauen!

P.S. Draußen scheint jetzt plötzlich die Sonne. Oder ist das doch nur Einbildung?

Erstveröffentlichung: http://www.tantepop.de/2013/07/rose-windows.html

Punkte: 10 / 10


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Tracklist:

  1. The Sun Dogs I: Spirit Modules
  2. Native Dreams
  3. Heavenly Days
  4. Walkin' With A Woman
  5. Season Of Serpents
  6. Wartime Lovers
  7. Indian Summer
  8. This Shroud
  9. The Sun Dogs II: Coda
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