Noekk The Minstrel's Curse (2008) - ein Review von walzenstein

Noekk: Minstrel's Curse, The - Cover
1
Review
4
Ratings
8.62
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


walzenstein Avatar
05.04.2018 14:44

Puh … Was ist das für ein Genre? Progressive Metal? Progressive Rock? Ambient? Heavy Metal? Gothic? Klassik? Hmm… ich würde sagen, all die aufgezählten Richtungen miteinander vermischt, ergeben “The Minstrel’s Curse” von NOEKK. F.F. Yugoth und Funghus Baldachin gehen hier sehr experimentierfreudig zu Werke. Sei es die Opernstimme von Thomas Helm alias Yugoth oder die Gitarrenarbeit von Markus Stock. Dazu noch ab und an die markante Stimme von Allen B. Konstanz und ab geht der NOEKK.

Mal doomig, mal rasant, mal düster, mal enthusiastisch; NOEKK mixen hier sämtliche Stimmungen zu einem Guss. Dazu noch die ein oder andere coole Melodie und Pianoklänge und fertig ist die bizarre Welt von NOEKK. Aber so einfach darf man es sich hier auch nicht machen. Hier sind Könner am Werk und das hört man deutlich raus. Während der Titeltrack „The Ministrel’s Curse“ progressiver Rock mit tenor-ähnlichem Gesang und einem Hauch von Metal ist, ist „Song Of Durin“ schon eher Doom Metal. Aber hier hört man eindeutig klassische Metal-Einflüsse heraus. Und THE DOORS’sche Keybords geben dem Song noch einen nostalgischen Touch. „How Long is Ever“ beginnt mit Piano-Klängen, wie sie auch von GOETHES ERBEN sein könnten, bevor es dann zur Sache geht. Ja, hier wird’s schnell und heavy. Bizarres Keyboard im Background, leicht konfuses Riffing, ein wunderschönes Lead und man ist erneut in NOEKKs Welt. Ein Instrumentalstück. Der längste Song mit einer knappen Viertelstunde ist dann auch zugleich der letzte: „The Rumour And The Giantess“. Es ist auch das härteste Stück auf diesem Album. Dissonantes Gitarrenspiel in einem sehr sehr interessant aufgebauten Lied. Yugoth klingt hier sogar mal recht aggressiv. Dann ist plötzlich Ruhe. Aber Vorsicht! Nicht die CD stoppen, denn nach ca. drei Minuten melden sich NOEKK zurück. Ein Monolog in Form der charismatischen Stimme von Allen B. Konstanz, begleitet von einem düsteren Keyboard. Schöner Schluss, auch wenn ich die drei Minuten Stille etwas fragwürdig finde, da es dieses Album eh nur auf knapp 35 Minuten Spielzeit bringt. Aber egal.

„The Ministrel’s Curse“ können aufgeschlossene Metal-Fans ruhig mal antesten. Es ist ein eigenwilliges, aber facettenreiches Album geworden, das zu gefallen weiß. Nur vier Songs, aber niemals langweilig werdend. Aber das ist halt Markus Stock. Der weiß, wie man’s macht!

Punkte: 9 / 10