II: Black Armoured Death (2013) - ein Review von vegetariancannibal

Death Wolf: II: Black Armoured Death - Cover
1
Review
2
Ratings
5.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal


vegetariancannibal Avatar
15.05.2013 19:54

Von allem etwas, aber nichts so ganz, das spielen sich hier Death Wolf, formerly known unter dem alten Bandnamen Devils Whorehouse (einstmals als eine Misfits-Coverband gegründet), auf ihrer 2. Langrille, "II: Black Armoured Death" zusammen. Das muss man schon mehrfach hören, um daraus schlau zu werden (oder auch nicht). Dass hier Morgan, Gitarrist bei Marduk, den Bass bedient, tut nichts zur Sache, das heißt, wer die "Panzerdivision" erwartet, der wird sie bis zum Ende des Albums nicht finden. Death Wolf sind doch ein enormes Stück entfernt von Marduk, das mal vorweg.
Es fängt punkig an, der 2. Song, "World Serpent" (Marduk-Fans bemerken, welch origineller Titel, einfach mal "World Funeral" mit "Serpent Sermon" gemischt?), ist rauer, geiler Metalpunk, warum denn nicht einfach so weiter? Nein, "Lord Of Putrefaction" danach klingt wie Doom meets Danzig, und Danzig leider in schlecht. Gewollt, aber nicht gekonnt. Kann halt nicht jeder so singen wie der "Evil Elvis" (und warum sollte man es versuchen, einer davon reicht doch schon.) "Darkness Of Hel" bleibt bei dieser Melodieführung. nur versucht es "Sänger" Maelstorm hier wieder mit punkigen, fast Hardcore-artigen Shouts. Mal was anderes, ok, man muss einfach Dinge lieben, die so garnicht zusammenpassen, um dieses Album einigermaßen gut zu finden. Zwischendurch sind ohne Zweifel echte Knaller dabei. Immer, wenn Death Wolf auf's Gaspedal treten, und ohne dass sich doch recht erfolglos an Klargesang versucht wird, wird es richtig geil, für die, die wie ich rumpeligen old school "Metalpunk" mögen, wo hin und wieder die Geschwindigkeit in Richtung Doom gedrosselt wird. Das hat Potential. Davon hätte ich gerne mehr gehört. Doch Death Wolf schrauben das Niveau immer wieder ein Stückchen runter, wenn Maelstorm versucht, wie sein offenbares Vorbild Glenn Danzig zu trällern. Da hab ich mir oft gedacht, "Meine Güte, jetzt lass es doch bitte, Junge!"
Ebenso lassen sollten Death Wolf meiner Ansicht nach in Zukunft Coversongs. Vor allem von meiner Lieblingsband. Was hier mit "Little Black Angel" von Death In June gemacht wird, kann ich kaum in Worte fassen, und die Band hat es damit geschafft, meinen persönlichen Award für den schlechtesten Coversong aller Zeiten (!) zu erhalten. Death In June-Hasser, von denen es ja auch hier sicher einige gibt, und das meine ich jetzt ganz unironisch, greift zu, ihr werdet eure helle Freude daran haben, wie der "kleine schwarze Engel" hier durch den Fleischwurf gedreht wird. Und ich dachte, ich hätte bereits einiges an schlechten Covern gehört, aber das hier zeigt, dass es beileibe doch schlimmer geht, als ich jemals zuvor angenommen habe. Bevor jemand was falsches denkt, generell habe ich nichts dagegen, wenn meine Lieblingscombo gecovert wird-dass das auch in grandios geht, haben zuletzt die Norweger Arabrot auf "Maesscr" bewiesen. Aber "Little Black Angel" in der Death Wolf-Version ist schlimmer als ein Zahnarztbohrer. Das haben bestimmt schon viele mal zu Songs gesagt, die sie nicht mögen, aber, glaubt mir, ich meine das wortwörtlich, der Song hat mir in der Tat Zahn- sowie Kopfweh bereitet! Wenn es noch grausamer als das geht, was ich bezweifele, höre ich auf, Musik zu hören!
Immerhin, der Titeltrack, "World Serpent", Sudden Bloodletter" und sogar das doomige "Death Wolf March" haben gut reingeknallt. Nen Zusatzpunkt gibt es noch für das falsch geschriebene "Rothenburg" am Schluß. Wenn man schon vom Kannibalen von Rotenburg singt, sollte man zumindest wissen, wo Armin Meiwes gewütet hat-nämlich in Rotenburg an der Fulda und nicht in Rothenburg ob der Tauber. Macht aber nix, denn Maelstorm spricht es eh so aus, dass es sich nach "Rotten Burgh" anhört-und das war so unfreiwillig komisch, dass es mir schon wieder gefallen hat-desweiteren ist auch dieser Song musikalisch nicht übel! Richtig verreißen kann ich das hier nicht, denn die Jungs haben offenbar den gleichen Musikgeschmack wie ich, denn sowohl Death In June als auch Danzig sind absolute Favoriten von mir. Das macht die Combo für mich trotz allem (leider) extrem sympathisch. Mit einem anderen Sänger geht's vielleicht, enttweder das, oder Death Wolf bleiben einfach mal bei dem, was sie können, nämlich einen guten Mix aus Black, Punk N' Doom ohne Experimente zu spielen.
Ich bin wirklich zwigespalten; irgendwie ist das trashig (nicht thrashig, sondern trashig!) und B-Klasse, aber auf der anderen Seite doch wieder so kultig, dass sogar der der Erstauflage beiliegende Patch trotz allem auf meine Kutte wandert. Mit (mindestens!) einem Kasten Bier dabei ist es vielleicht sogar obercool. Punkte würde ich am liebsten hier weglassen, aber 6 ein halb (mit ganz viel gutem Willen) trifft es vielleicht. Anspruchsvolle Musikhörer, sowie Danzig- und Death In June-Fans, die im Gegensatz zu mir keinen Spaß verstehen, sollten den Todeswolf tunlichst meiden. Alle anderen, die jetzt noch interressiert sind, sollten auf jeden Fall vorher reinhören. 6.5/10

Punkte: 6.5 / 10


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Tracklist:

  1. Noche de Brujas
  2. World Serpent
  3. Lord of Putrefaction
  4. Darkness of Hel
  5. Sudden Bloodletter
  6. Malice Striker
  7. Night Stalker
  8. Luciferian Blood Covenant
  9. Black Armoured Death
  10. Death Wolf March
  11. Little Black Angel
  12. Snake Mountain
  13. Rothenburg
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