Univer Seasons (2012) - ein Review von Akhanarit

Solisia: Univer Seasons - Cover
1
Review
3
Ratings
8.33
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Progressive Metal


Akhanarit Avatar
24.03.2013 00:05

Und wieder eine Symphonic Metal Band. Diesmal wieder aus dem Herzen Italiens (Rom). Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das zweite Album der Band von Simone Mularoni in den Domination Studios. Auffällig ist zuallererst, dass es sich die Band gestattet, auch mal richtig in die Vollen zu gehen, was direkt zu Beginn des Albums sogleich demonstriert wird (Titelsong). Der symphonische Charakter ist auf "UniverSeasons" zwar allgegenwärtig, aber nicht überpräsent. Passagenweise werden die Sympho-Elemente von der druckvollen Gitarrenarbeit bis an den Rand der Belanglosigkeit gedrückt, was aber nicht zwingend als schlecht zu interpretieren ist. Schade ist da eher die matschige Produktion, die den Songs nicht genug Raum lässt, sich vollends und gebührend zu entfalten. Eine Sensation ist "UniverSeasons" nicht geworden und auch Innovation wird hier nicht gerade groß geschrieben, aber das scheint auch nicht das Ziel von SOLISIA zu sein. Neuzugang am Mikrophon, Elie Syrelia, schafft es immer wieder, in mir einen Zwiespalt hervorzurufen. Ich konnte auch erst nicht genau sagen, was mich an den Vocals störte, bis mir gesagt wurde, die Dame klinge wie eine Mischung aus Gwen Stefani (NO DOUBT) und... PINK! Ja, genau das ist es! Ich habe lieber eine ganze Nacht Brechdurchfall, als auch nur eine Minute lang diese Möchtegern-Rocker-Braut auf dem Ohr. Ganz so schlimm ist es bei SOLISIA zwar dann doch nicht, doch so ganz bekomme ich diese Assoziation nicht mehr aus dem Kopf.

Zum Glück hat die Band auch musikalisch einiges zu bieten, die viel verlorenen Boden wieder gut machen kann. Besonders der Mittelteil (die Songs vier bis sieben) kann sich definitiv hören lassen. 'All I Want' bedient sich zwar auch mal schon in ähnlicher Form verwendeter Riffs (ich sage nur RAGE's 'From The Cradle To The Grave'), kann aber sonst absolut überzeugen. 'Betrayed By Faith' mutiert zu einer wirklich hörenswerten Powerballade (bietet in den ganz hohen Stimmlagen sogar einen leicht souligen Touch) und 'Dirty Feeling' haut in Sachen Härte voll ins Mett. Sowas bei einer Symphonic Metal Band? Cool! Ein wenig seltsam setzt die Frontfrau ihre Stimme bei 'Mind Killer' ein. Fast wird die Grenze zum "Ziegengemecker" erreicht, soll wohl aber eher leicht fies und düster rüberkommen. Das ist zwar in keinster Weise gelungen, die kleine Gruseleinlage verhilft dem Stück aber zu einem enormen Wiedererkennungswert. So seltsam es auch klingen mag, aber hier übt das Unperfekte einen nicht zu unterschätzenden Reiz aus.

Die größte Schwachstelle ist der Song 'The Queen's Crown' geworden, der offenbar darauf abzielt, auch in Clubs mit Tanzgelegenheit zum Einsatz zu kommen. In gewisser Weise mag dies zwar auch auf das finale Stück 'I Loose Myself' zutreffen, hier verhilft der Balladencharakter der Komposition jedoch, nicht formvollendet ins Fettnäpfchen zu treten.

SOLISIA haben ein Album mit Höhen und Tiefen abgeliefert, das zwar nicht auf ganzer Linie überzeugen kann, aber dennoch weit davon entfernt ist, als langweilig abgetan zu werden. Dazu passiert hier letzten Endes doch zu viel.

http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=4703

Punkte: 7 / 10


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