Autopsychosis (2013) - ein Review von Monolith

Katalepsy: Autopsychosis - Cover
1
Review
2
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


Monolith Avatar
16.08.2015 01:35

Was will man machen, wenn das Subgenre, in dem eine Band beheimatet ist, kaum Platz für Entwicklungen und Entfaltungen bietet? Tja, die Antwort ist schnell gefunden: man baut den Stil einfach auf weitere Subgenres aus.

Wer die Fleischwölfe aus Russland in ihrem bisherigen Werdegang betrachtet hat (die neben einem Split-Album aus 2004 unzählige Jahre später immerhin noch um 2 EPs und eine Demo erweitert wurde), der weiß, dass es sich bei Katalepsy bisher um eine simple Slam Death Metalband handelte, die produktionstechnisch eher leichter gebaut war, bei denen die Vocals das wohl einzig Interessante waren, und das auch nur die ersten 20 Sekunden der Tracks.

Auf "Autopsychosis", dem ersten Album der Band, das 10 Jahre nach Gründung veröffentlicht wurde, haben Katalepsy dann immerhin einige Überraschungen in Petto, die mich sehr verblüffen, und die Band dann für mich doch näher in's Rampenlicht führen, wenn es um extremen Death Metal geht.

Was als erstes in's Auge springt, ist die technische Entwicklung. Bereits die ersten Sekunden von "Lurking in the Depth" (dem 1. Track auf "Autopsychosis"), dürften die niedrigen Erwartungen eines jeden Bandkenners als Sprungbrett für einen Höhenflug verwendet haben. Verglichen mit dem Zeug auf "Musick brings Injuries" und "Triumph of Evilution" hat das hier das oberste Gütesiegel verdient. Es geht aber noch weiter. Die bisher monoten Slams wurden um Breaks, und kurzem Geshredde erweitert, was sich alles irgendwo zwischen Deathcore und technischem Death Metal wiederfindet.

Zudem hat auch der erneute Wechsel der Mikrokröte einige Innovationen mit sich gebracht. So bringt Igor Filimontsev erstmals durchgängig verständliche Vocals mit sich, die sich gut in das Gesamtbild einer erwachsen gewordenen Band einfügen.

Das Cover zeigt zum Schluss, dass die Band intensiv darauf hingearbeitet hat, in der Death Metal-Szene auch von anspruchsvolleren Hörern ernst genommen zu werden. Ausgeweidete nackte Frauen bzw. Leichenberge wichen nun erstmals einem immer noch morbiden, aber weniger perversen Cover, das ebenfalls noch an Gore und Horror erinnert, allerdings nicht so explizit ausfällt.

Ich bin durch und durch begeistert, was Katalepsy hier geschaffen haben. Somit kann ich mir einen Bonuspunkt auch nicht verkneifen. Der Band fehlen nur noch wenige Schliffe, um im Death Metal eine gewisse Relevanz zu erhalten.

Punkte: 8 / 10


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