Thrênos (2012) - ein Review von Akhanarit

Teksuo: Thrênos - Cover
1
Review
1
Rating
4.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Metalcore


Akhanarit Avatar
16.01.2013 04:33

Mit "Jiang Shi" meldeten sich die Spanier TEKSUO 2010 mit ihrem ersten Album erstmals auf dem Musiksektor zu Wort und nun, zwei Jahre später, folgt mit "Thrênos" das nächste Full-Length via Coroner Records. Das Label ordnet die Band unter dem Modern Metal-Banner ein, was in den meisten Fällen eine Floskel ist, um das "Schimpfwort" Metalcore nicht gebrauchen zu müssen. Beim Hören ist die Bezeichnung zwar schnuppe, doch der Hörer bekommt genau das, was er nach dieser Einleitung bereits befürchtet hat. Zwölf Songs lang hagelt es Songs nach der typischen Bauanleitung. Growls beginnen die Chose, dann wird kurz gekeift, um die Chöre dann clean darzubieten, damit sie auch jenen gefallen, die sonst nur Mainstream-Pop verdauen können. Hierfür hat die Band extra den Frontmann gewechselt. Diego darf jetzt das Mikro halten. Übel ist der Mann auf keinen Fall, beliebig austauschbar allerdings sehr wohl...

"Thrênos" wurde von der Band selbst produziert, was der Truppe zumindest in Hinsicht der Drums schier das Genick bricht. Ich habe selten ein derart kraftloses Drumming gehört, und ständig drängt sich in mir die Assoziation von Umzugskartons vermöbelnden Fellgerbern auf. Sicherlich, die Melodien sind über weite Strecken irgendwie gefällig und spielen können die Jungs auch. Akzente kann man aber zu keinem Zeitpunkt setzen. Stellt euch mal vor, ihr würdet im CD-Laden eures Vertrauens an das Metalcore-Regal gehen und wahllos eine Scheibe irgendeiner Band herauspicken, von der ihr noch nie etwas gehört habt und die auch sonst kaum einer kennt. Schon habt ihr ein ziemlich exaktes Bild vom TEKSUO-Sound. Mehr Massenware geht fast nicht, was den Hörspaß doch erheblich drosselt.

Ein weiteres Manko ist dann in Punkto Lyrics zu verzeichnen. Sowohl in Aussprache als auch in Grammatik tun sich echte Abgründe auf. Vor allem Letztere sind sehr schön im Booklet nachzulesen. Selbst bei den Songtiteln findet man Murks. So wird aus 'Symmetry Of Chaos' mal eben 'Simmetry Of Chaos' (vermutlich Sims-Spieler???). Kann ja mal passieren. "The elements wants to show you..." (im selben Song) ist nur eines von etlichen weiteren Text-Fauxpas-Beispielen, die letztendlich verdeutlichen, dass die Band sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, die Texte von jemandem Korrektur lesen zu lassen, der der englischen Sprache mächtig ist, bevor der Mist dann fehlerhaft auf's Band gedudelt wird. Und sowas will man dann an den Mann bringen, der zum Glück die Wahl hat, für welche Perle dieser seine hart verdiente Kohle ausgeben möchte. Meiner Meinung nach besser nicht für das glatt-polierte "Thrênos", denn da geben sich andere Bands bei weitem mehr Mühe. Dabei ist die Gitarrenarbeit so vielversprechend gewesen...

Erschienen auf: http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=4837

Punkte: 4.5 / 10


Teksuo: Threnos

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Tracklist:

  1. Pillars of creation
  2. Toxic legacy
  3. Redshift
  4. Magnetic monster
  5. Pray for your remorse
  6. Hosting the sadness
  7. For you
  8. Cerion
  9. Simmetry of chaos
  10. Rising tide
  11. Alien syndrome
  12. The black door
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