Wrath Of Durga (2012) - ein Review von woifal

Kali-Yuga: Wrath Of Durga - Cover
1
Review
2
Ratings
9.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


22.02.2013 22:00

Durga ist im Hinduismus die Göttin der Vollkommenheit, die es in mehreren Erscheinungsformen gibt. Sie ist gütig wie strafend, verkörpert Weisheit, Kraft und Wissen. Den Geschichten zufolge ist sie aber auch stark im Kampf und wird als die schwer zu Begreifende oder schwer Zugängliche bezeichnet. Na wenn das mal kein Stoff ist, um dem Albumtitel gerecht zu werden? Die Mannen von der 2006 gegründeten Gruppe "Kali Yuga" wollen uns mit dem vorliegenden Werk auf jeden Fall beweisen, dass sie es können. Die Platte stellt nach der 2009er EP und dem Album "Slaves To The Subliminal" aus 2011 die dritte Veröffentlichung der Band dar und verspricht schon rein optisch ein kleines Highlight zu werden.

So ruhig "Wrath Of Durga" mit der circa 50 Sekunden langen Einleitung auch beginnt – die warme Atmosphäre von "Dawn" hält nicht lange. Vom ersten Ton des Tracks "Desecration" an kommen einem die Musiker mit der vollen Death Metal-Wand entgegen. Klassisch und räudig ist es aber nicht, was uns "Kali Yuga" auf ihrem zweiten Longplayer präsentieren. Vielmehr liefern sie soundtechnisch sauberen Todesmetall ab, wie man ihn von jüngeren Veröffentlichungen von etablierten Bands wie Peter Tätgräns "Hypocrisy" kennt. Mit einem melodischen Einschlag und auch sanfteren Passagen, die durch Akustik-Gitarren geleitet werden und etwas Ruhe vor dem neuerlichen Sturm gönnen, beweist die deutsche Truppe den geschickten Umgang mit Instrumenten und Stilistik. Kein Track auf "Wrath Of Durga" ist langweilig, alle sind wohl durchdacht komponiert und spannend aufgebaut. Das knackige, präzise Schlagzeug weißt den drückenden, scharfen Saitern den Weg durch die gesamte Spiellänge von beinahe 43 Minuten. Weggefährte Grützer begleitet bösartig keifend den brachialen Zug an schwerem Todesmetall bis zum Ziel und verleiht dem erdrückenden Gesamtpaket an Metal noch mal eine feine Portion Abwechslung.
Damit es auf Dauer nicht zu langweilig wird, wurde über die komplette Platte schön zwischen rasanten Parts und langsameren Riffs gewechselt. Die Anlehnungen an "Hypocrisy" sind tatsächlich jene, dir mir am häufigsten aufgefallen sind, aber auch kleine Ausflüge in Richtung "In Flames", jedoch ohne Klargesang, sind zu vernehmen. Das einleitende Riff von "The Black Wall" kann mit seinem modernen Black Metal-Charakter aber auch die Augen von Freunden dieser Stilrichtung aufleuchten lassen. Mit der Genauigkeit eines Hochleistungsroboters sind die von all den verschiedenen Einflüssen geprägten Tonspuren eingespielt worden und bescheren dadurch fehlerfreies Hörvergnügen. Das Können der Musiker wird der grundlegenden Stilistik auf jeden Fall gerecht und wirkt sich auch sehr positiv auf das Gesamtpaket aus.

Den Zorn der hinduistischen Göttin Durga kann man mehr als deutlich hören, doch so unnahbar sie laut der Überlieferung auch sein mag, ist es das Album "Wrath Of Durga" in seiner stilistischen Einreihung leider nicht. Wenn man den Melodic Death Metal schon nicht liebt, so kennt man ihn zumindest, und das nicht nur von ein, zwei Platten, sondern von verdammt vielen. Als Liebhaber dieser Stilistik wurden meine Geschmacksnerven allerdings im vorliegenden Fall nicht nur getroffen, sondern auch blank gelegt, denn ich bin von diesem Werk wahrlich begeistert. Auch wenn es nichts Neues ist, was "Kali Yuga" hier zelebrieren, können sie mit dieser Darlegung vor allem dank des ausgeklügelten Songwritings und der richtig guten Umsetzung ohne weiteres bei den ganz großen mitspielen – da habe ich keine Zweifel. Melodic Death Metal-Fans sollten auf alle Fälle mal hineinhören und sich "Wrath Of Durga" nicht entgehen lassen!

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 9 / 10


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Tracklist:

  1. Dawn (Intro)
  2. Desecration
  3. Oblivion
  4. Odium
  5. Scene Of A Murderer
  6. Suffocating
  7. The Agony
  8. The Black Wall
  9. Wrath Of Durga
  10. As We Speak
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