Arcane Flame (2011) - ein Review von woifal

Dark Sin: Arcane Flame - Cover
1
Review
1
Rating
5.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Pagan/Viking Metal


02.12.2012 18:46

Erneut hat ein Musikprojekt der Pagan Metal-Schiene das Licht der Welt erblickt. "Dark Sin" aus unserer schönen Heimat Österreich machten 2011 mit ihrer selbstproduzierten Demo-CD "Arcane Flame" das erste Mal auf sich aufmerksam. Die Burschen (und die Dame) nehmen sich dabei einem Genre an, welches ja nun nicht unbedingt als untersättigt bezeichnet werden kann. Hier Fuß zu fassen bedarf einer durchsetzungsfähigen Präsenz und/oder besonders heraus stechender musikalischer Umsetzung des gewünschten Stils.

Ich wollte es zu Beginn ja gar nicht so recht glauben, aber was diese nach einem Windows '95 PC-Spiel aussehende CD beinhaltet, ist doch relativ anständige Musik! Allerdings sei gleich gesagt: Wer Pagen Metal sucht, wird hier Pagan Metal finden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Man erinnert sich beim Hören sofort zurück an Veröffentlichungen wie... von Bands wie... Na ja, genau hier liegt das Problem, denn "Dark Sin" ähneln dem, was man aus dieser Sparte bereits kennt, einfach zu sehr. So sehr sich die junge Band daran versucht hat, durch Breaks, diverse Wechsel und natürlich die Songstrukturen an sich ein möglichst hohes Maß an Abwechslung einzuflechten, wird relativ rasch bemerkbar, dass die Titel auf "Arcane Flame" doch sehr bekannt klingen. Jedoch will dieser Umstand nicht heißen, dass die Truppe hier gänzlich danebengegriffen hat, denn die gute Absicht und die Mühe hinter dieser Demo-CD ist hör- und spürbar, und obschon nicht immer alles hundertprozentig dort sitzt, wo es – zumindest nach meinem Ermessen – eigentlich hin gehört hätte, ist das Endergebnis für die erste Eigenproduktion einer sehr jungen Gruppe doch schon ganz anständig geworden.
Was die Produktion selbst betrifft, so lässt sich sagen, dass der Sound zwar nichts Weltbewegendes darstellt, aber absolut in Ordnung ist, selbst wenn er etwas trocken aus den Boxen pustet. Gehobenere Synthesizer-Klänge und ein etwas dynamischeres Abmischen würden das Demo schon in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Es macht dafür den Anschein, dass jeder Einzelne sein Instrument beherrscht. Zwar könnte man da, mit etwas mehr Fingerspitzengefühl und genauerem Einspielen, mit Sicherheit mehr herausholen, aber es sei ihnen ob ihres ersten Werkes verziehen. Kleines Lob zwischendurch: Der Track "Freiheit" ist mein persönlicher Favorit auf dieser Scheibe, nicht zu letzt, weil hier das Zusammenspiel der Instrumente am besten funktioniert hat. Nur die Growls sind eine Spur zu laut, aber wie gesagt, wir sehen's heute nicht ganz so streng.
Das hier greifende Welpen-Prinzip ausgenommen, ist das Potenzial aber vorhanden und es gibt natürlich noch einiges an Raum nach oben, wo sich "Dark Sin" bei künftigem Schaffen austoben und vor allem entwickeln können. Wichtig ist immer, was man daraus macht – so zumindest sehe ich die Sache. Wo sich die junge österreichische Pagan Metal-Gruppe mit ihrem ersten kleinen Werk noch in den mittelmäßigen Standard einreihen lassen muss, kann das bei der nächsten oder übernächsten Scheibe schon ganz anders aussehen. Das Grundgerüst steht.

"Arcane Flame" ist keine enttäuschende Pagan Metal-Scheibe. Wer allerdings auf gehobene Klänge à la "Falkenbach" und Co. steht, wird vermutlich nicht allzu viel Freude mit dem vorliegenden Demo haben. Das Können ist hörbar – insofern liegt es jetzt nur noch an dem, was die Band in weiterer Zukunft daraus macht. In der heutigen Sitzung drücke ich ein Auge zu und runde bei der Bewertung auf. Beim nächsten Mal würde ich mir aber doch etwas mehr Eigenständigkeit und Genauigkeit wünschen. Ach ja… Die Burschen und das Mädel möchten mir meinen anfänglichen Kommentar das Cover betreffend bitte verzeihen, aber der Wikinger ist einfach zu süß!

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 5 / 10


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