Saturn In Ascension (2012) - ein Review von Metal Steam

Saturnus: Saturn In Ascension - Cover
1
Review
9
Ratings
8.61
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Doom Metal


Metal Steam Avatar
20.01.2013 15:52

Die dänische Band Saturnus gehört mit ihren musikalischen Meisterwerken
'Paradise Belongs To You' (1996) und 'Martyre' (1999) zu den Pionieren des
melancholischen Doom Metals. Bisher hat nur die Band Isole aus Schweden
ähnlichen Status erreichen können.

Mit 'Saturn in Ascension' (2012) versucht das Flagschiff, wieder an diese
glorreichen Heldentaten anzuknüpfen. Im Vergleich zum direkten Vorgänger
'Veronika Decides to Die' (2006) schifft man tatsächlich wieder etwas zurück
in die melancholische Doom Metal Passage. Schon das deutlich vielsagendere
Cover deutet darauf hin.

Und Danke an das Label, das man dieses wichtige Stück Musik auch als
Jewel-Case veröffentlicht hat. War doch der Bonustrack auf dem Digipack
mehr als nur absolut verzichtbar, eigentlich schon ein Ärgernis.

Kommen war aber jetzt zu den acht Songs, die in der Spielzeit von knapp
68 Minuten zuhören sind:

#1 - Litany Of Rain
Der Song fängt mit einem kirchlichen Background-Chor an, und man gleitet
sanft in die alten Doom Metal Tugenden von Saturnus, wie man Sie kennt.
Schleppende Gitarenriffs hin zu melancholischen mit einem deathigen Growler,
der perfekt eingebettet jede tieftraurige Gitarrenzupferei beklagt. Nach einer
schleppenden Schlagzeugpassage darf wieder der Background-Chor vernommen
werden. Absolut fantastisch in Kombination mit dem Gitarrensound, der weh-
leidiger nicht sein kann. Hinzu kommt der typische klare Sprechgesang der
Band, was sofort an ihr erstes Album 'Paradise Belongs To You' (1996) verweist.
Dieser Song atmet Saturnus, bekleidet Saturnus, steht für Saturnus musikalisches
Schaffenswerk. Alleine diese 10 Minuten rechtfertigen den Kauf dieser CD.

#2 - Wind Torn
Hier wird gleich an an den ersten Song angeknüpft und mit dem Verweis auf
'Paradise Belongs To You' (1996) weitergemacht. Hier sticht die Leadgiterren-
melodie heraus. Ein weiterer herausragender Song.

#3 - A Lonely Passage
Der Titel lässt es vermuten, Akustikgitarre und Keyboard sind hier im Vorder-
grund. Zusammen mit dem klaren Sprechgesang und der Backgroundstimme
wirkt der Song tatsächlich einsam. Sowas in dieser Spielweise hat es bei
Saturnus noch nicht gegeben. Wirkt mehr atmosphärisch statt melancholisch
und man muss leider zugestehen, das dieser Song nicht wirklich das ist, was
man bei Saturnus hören will.

#4 - A Fathers Providence
Ein Keyboard-Sound, der krass an Paradise Lost zu 'Draconian Times' erinnert.
Und auch das Songwriting hätte von Paradise Lost stammen können. Zum
Glück gibt es ruhige Passagen, die diesen Gedanken nicht permanent im Kopf
schwirren lassen und hier gibt es schön harte Doom Riffs zu vernehmen. Die
Growls sind hier auf dem Song mit am besten und wechseln sich perfekt mit
den klaren Sprechgesang abwechslungsreich ab.

#5 - Mourning Sun
Dieser Song erinnert mich an die Band Mourning Beloveth. Schleppender
atmospärisch düsteres Doom Riff gepaart mit einem deathigen Geröchel
passen nur bedingt zu Saturnus. Hier wirkt irgendwie alles nicht aus einem
Guss, da der rote Melodiefaden fehlt, für den Saturnus steht.

#6 - Call of the Raven Moon
Akustikgitarre zusammen mit einem grandios melancholischen Keyboard.
Mit dem Sprechgesang erinnert man an den Song 'The Fall of Nakkiel',
Sehr atmospärisch, passt perfekt zum Mondruf. Aber auch hier leider
keine Bratzgitarren.

#7 - Forest of Insomnia
Atmosphäre vom Keyboard im Background, bratzige Gitarren für die Doomer,
melancholische Melodie für Saturnus-Anbeter. Hier geht es stetig bergab mit
der Hoffnung, da die Melodie dem Finale entgegen geht. Hier gibt es endlich
mal ein richtig gutes fast endloses Gitarren-Solo zuhören. Auch zarte Back-
ground-Stimmen sind zuhören. Nur warum müssen die Vocals hier so
untypisch gerollt gegrowlt werden. Da hätte was anderes besser gepasst.

#8 - Between
Wieder düster atmospärisch, schleppend wie immer und ein wenig Schlagzeug
vordergründig. War doch dieses Instrument ein wenig zu sehr im Hintergrund.
Hier passen die Vocals auch wieder besser zu dem ganzen Song. Im Mittelteil
gibt es eine richtig gute ruhige Keyboardpassage mit Streichinstrumenten, die
mit Sprechgesang untermalt wird. Auch sowas gab es bisher nicht bei Saturnus.
Danach wird wieder härtemässig nachgelegt, um dann mit sämtlichen Saturnus-
Trademarks zum Ende zukommen. Ist dieser Song doch auch der längste.

---

Es braucht doch ein paar Durchläufe mehr, um dieses musikalische Meisterwerk
einzuordnen. Sicher ist, das man mit dem Vorgänger nicht mehr viel zutun haben
will und deshalb die Band sich an ihr erstes Album orientiert hat. Könnte 'Saturn
in Ascension' (2012) doch glatt für das Bindeglied zwischen ihrem ersten und
zweiten Album stehen.

Leider gibt es auch ein wenig Kritik auf sehr hohen Niveau, aber Saturnus
ist nunmal eine Band, was locker zehn Punkte Alben schaffen kann. Da
wären als erstes die stellenweise unverständlichen Growls, die zum Glück
nur phasenweise auf diesem Album vorkommen. Gefallen mir überhaupt nicht
und passen nicht ins Saturnusgefüge. Und wo sind die richtigen tieftraurigen
Gitarrenmelodie-Bögen, die einst 'Martyr' ausmachten. Auch die Gitarren-
ausblendungen zugunsten des Bass sind nicht vorhanden. Auch vermisst
man die melancholische klare Singstimme, die komplett auf dem Album
fehlt. Man könnte auch glatt zum Schluss kommen, man hat in letzter Zeit
zuviel Spass gehabt und man muss sich die Melancholie wieder erspielen.

Nach drei Durchgängen ist aber auch für 'Saturn in Ascension' (2012) eine
passende Wertung gefunden:

Schliesslich bewertet man nicht nur die musikalische Sache, sondern auch
das Drumherum. Da war die Entscheidung des Labels, dieses Album als
Jewel-Case doch noch zu veröffentlichen. Ist heute nicht mehr selbstverständlich
und verdient daher Extralob. Auch ist das Cover im Vergleich zum Vorgänger für
Saturnus passender gewählt und stimmt auf die musikalische Reise ein. Und
endlich kann ich in einem Booklet die Texte wieder mal lesen. Schön gross,
nicht kryptisch und farblich abgesetzt. Verdammt Cyclone Empire, ihr habt alles
richtig gemacht. Und die Spielzeit ist doch tatsächlich die bis dato längste.
An den Reglern sass übrigens F. Rasmussen, die Produktion ist somit auch
wieder mal perfekt klar und detailreich bis in den Hintergrund geworden.

Auch wenn die Kritikpunkte nicht unerheblich erscheinen, kann diesem Album
nur eine Note gegeben werden, gerade wenn man die ganzen bisherigen Werke
gegenüber stellt:

Es ist wertungstechnisch eben kein 'Martyre' (1999), kein 'Paradise Belongs
To You' (1996), die 10 Punkte bekommen haben. Auch muss man sich einer
Götterband wie Isole stellen, und auch die haben mit ihren Alben nur Höchst-
noten anzubieten und mit 'Throne Of Void' (2006) ein Meisterwerk im epischen
melancholischen Doom Metal als Paradebeispiel. Im Vergleich kann da 'Saturn
in Ascension' (2012) nicht ganz mithalten.

---

Aber wenn man alles summiert, kommt man doch auf eine Punktlandung von
genau 9,5 Punkten.

---

Anspieltip ist der Opener 'Litany Of Rain'. Hier macht die Band alles bis aufs
Detail perfekt. Bis demnächst.

Euer
M.S.

Punkte: 9.5 / 10


Saturnus: Saturn In Ascension

Audio CD

für 20,99 €
Amazon icon Kaufen bei amazon.de - Mehr Angebote

Tracklist:

  1. Litany Of Rain
  2. Wind Torn
  3. A Lonely Passage
  4. A Fathers Providence
  5. Mourning Sun
  6. Call Of The Raven Moon
  7. Forest Of Insomnia
  8. Between
Login
×