End Of Life (1993) - ein Review von Janeck

Strid: End Of Life - Cover
1
Review
2
Ratings
8.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


Janeck Avatar
24.11.2011 15:17

STRID kann man, wenn man so will, als die eigentliche Vorreiter-Band des heutigen DSBM ansehen.
Neben BURZUM hat wohl keine andere Band diesen Sound so geprägt und geformt wie STRID.
Ein alleiniges Stilmerkmal auf dem Demo von 1993 ist der voluminöse und hervorstechende Bass, der reduzierte Sound und die für Black Metal Verhältnisse ungewöhnlichen groovigen Songs.
Die drei Songs verlieren sich kaum in wilder Raserei, sondern bauen konsequent eine morbide schwarze Stimmung auf.
Kern- und Herzstück ist natürlich der 11 Minuten lange Titelsong mit seiner ergreifenden Stimmung die zwischen Wut, Hass und Trauer wie ein Sturm über einen hinwegfegt.
Tiefschwarz wird hier die Tür zur Hölle eingetreten, finster, bedrückend und nihilistisch wird hier ein 11 Minuten langer Leidensweg vertont, welcher auch heute noch zu den ehrfürchtigsten Black Metal Songs gehört, der jemals den Höllenschlund verlassen hat.
Treibendes Drumming, kernige, leicht melodische Riffs und pumpende Bassläufe, dazu diese triste Grundstimmung und der verzweifelte Gesang von Storm.
Ein Wechsel zwischen Blastbeats und Groove, zarter Melodien und nihilistischer Schwärze - beängstigend intensiv und quälend schön.
Das inbrünstige und kraftvolle Kreischen von Storm ist ein weiteres Highlight auf diesem Demo.
Kaum ein Black Metal Sänger hat so viel Ausdruck, Leiden, Qualen, Geisteskrankheit und Verzweiflung auf einem Tonträger verewigt wie Storm.
Technisch sind die 3 Songs nicht unbedingt spektakulär, die erzeugte Stimmung gehört aber immer noch zu dem Besten was die (skandinavische) Black Metal Szene zu bieten hat.
Dass die Band relativ unbekannt blieb, lag vielleicht auch an den fast schon unüberschaubaren Namenswechseln (MALFEITOR, dann BATTLE, dann STRID) und auch an „nur“ diesem einen Demo von 1993.
Bands wie EMPEROR, SATYRICON, ENSLAVED, IMMORTAL, DARKTHRONE oder auch GORGOROTH aber ganz besonders BURZUM entfachten einen Sturm, in dem STRID und auch ihr heute so bedeutendes und wertvolles Demo einfach untergingen.
Es fehlte vielleicht eine Album-Veröffentlichung um mit der Besessenheit und der (jugendlichen) Inbrunst solcher Alben wie “In The Nightside Eclipse“, “Pure Holocaust“, “Burzum“ oder “Vikingligr Veldi“ standzuhalten.
Musikalisch waren STRID besser als BURZUM auf ihrem Debüt, reifer als IMMORTAL und schwärzer als GORGOROTH.
Was bleibt, ist ein Demo-Klassiker des Black Metal, vielleicht sogar DER Demo-Klassiker, der bis heute einen riesigen Einfluss auf die Black Metal Szene ausübt und von unzähligen Bands zitiert wird.
Nihilismus, Depressionen und Weltschmerz wurden in der Black Metal Szene nie besser vertont!

Punkte: 8 / 10


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