Kings & Thieves (2012) - ein Review von Rock'n'Roll Gipsy

Geoff Tate: Kings & Thieves - Cover
2
Reviews
3
Ratings
3.83
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Hardrock, Heavy Metal


Rock'n'Roll Gipsy Avatar
19.03.2015 16:36

So, das war's. Dieses Album bekommt bei mir keine Chance mehr. Drei Punkte ist eigentlich fast zu viel, aber weniger vergebe ich nicht gern.

Es hat gut angefangen, rockiger als seine erste Solo-Scheibe, mit besseren Musikern und einer anständigen Produktion. Die Melodien sind tragbar, aber das war es dann auch. Tate hat hier ein chaotisches Gebastel von Effekten erzeugt, das weit über das Ziel hinaus schiesst. Keine Feinheiten, wenige Variationen, die Stimme ölig und langweilig. Bei manchen Songs frage ich mich, wie die wohl vor dreissig Jahren ausgefallen wären, denn ein schwacher Abdruck von Queensryche lässt sich erahnen. Allerdings werden diese kleinen Hoffnungsschimmer jeweils innert wenigen Sekunden wieder durch Geheul, knirschende Sounds oder unnötige Änderungsmanöver zerstört.

Tates erste Solo-Scheibe mag weniger rockig und insgesamt langsamer sein, aber sie bietet wenigstens anständige Songs. Und gute Texte, was man von dieser hier nicht unbedingt behaupten kann. Einfallslose Politisierungen, selbstmitleidiges Gejammer oder - und das hat mir jede Lust auf weitere Hördurchgänge und längerfristige Beurteilung verdorben - frauenverachtend und sexistisch. Was ist nur in den zehn Jahren seit der ersten passiert? Und noch schlimmer: Was ist in den dreissig-fünfundzwanzig Jahren seit Queensryche passiert? Das weiss wohl nur er selbst, aber ich weiss sehr wohl, was ich von dieser Entwicklung halte. Nämlich gar nichts. Es braucht viel, bis mich jemand vergrault, aber Frauenverachtung von jemanden, den ich bislang für einen gewissen Anstand diesbezüglich bewundert habe, tut es.

Ich gehe dann mal Ryche hören. Fans seien übrigens gewarnt, behaltet lieber die Erinnerung an damals. (Oder die Illusionen, falls man keine entsprechende Erinnerung hat). ;-)

Punkte: 3 / 10


Login
×