Wiedergänger (2012) - ein Review von iwill zähnchen

Macbeth: Wiedergänger - Cover
2
Reviews
18
Ratings
9.22
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Thrash Metal


iwill zähnchen Avatar
08.10.2012 15:32

Zur tragischen Bandgeschichte äußere ich mich nicht, weil das mittlerweile jeder macht und daher irgendwann langweilig wird. Zudem hat die Band das genauso wenig nötig wie den Aukleber auf der Digipackversion:
"Following Eisregen and Die Apokaliptischen Reiter the next big metal hopefuls..."
Die Band gibt`s ja bekanntlich schon etwas länger als die oben erwähnten, aber eine entscheidene Tatsache (neben der Herkunft) haben alle drei Bands gemein: Sie klingen eigenständig!
Macbeth spielen Thrash Metal der härteren und düsteren Art mit hypnotisierenden Gitarrenläufen, einer Rythmussektion die alles erbarmungslos wegballert und haben mit Olli Hippauf einen charismatisch betörenden Sänger am Mikro, der durch seine Aura eine Ausnahmeerscheinung darstellt.Man fühlt sich manchmal an die Szenegrößen erinnert, geringe Death und Black Metal Einflüsse sind in den Gitarren auszumachen, aber mit welcher Band soll man das Vergleichen? Geht nicht gibt`s doch, denn kein Vergleich würde Macbeth gerecht werden! (für Fans niveauvoller harter Mucke sollte es Pflicht sein, die Band zumindest mal anzuchecken)
Das langte bei`m Vorgänger GOTTESKRIEGER immerhin für etwas Beachtung, jedoch nicht für den Durchbruch. Bei WIEDERGÄNGER könnte sich das ändern, was der Band zu wünschen wäre, denn man hat hier neben einer weiteren großen Steigerung in Sachen Songwriting zudem mit der detailierten Aufmachung der Limiterten Erstauflage ein kleines Kunstwerk geschaffen.

Schon beim Opener KAMIKAZE wird der Hörer an die Wand gedrückt, die Gitarren sind schnell und präzise, die Drums ballern gnadenlos.
Die Vertonung der Geschichte von FRITZ H. ist auch sehr gelungen, da sie nicht Rammstein-mäßig platt erzählt wird, wie es bei manch`anderer Band der Fall gewesen wäre. Zudem ist das Riff genauso schnittig wie das hier besungene Beil. Ein absoluter Nackenbrecher!
Als dann BEGRABEN läuft, spielen sich in meinem Kopf die Bilder passend zum Text ab. Die Musik fesselt einen, der Gesang hypnotisiert und beim Refrain ( " Ich will hier raus! Holt mich hier raus! " ) verspüre ich ein beklemmdes Gefühl der Enge! Grandios!!!
Bei FLEISCH behandelt man wohl den aktuellen Organspendeskandal, textlich behält man das eher untypische Markenzeichen bei: keine Plattitüden. Musikalisch ist der Song genauso wie ausnahmslos alle anderen auf diesem Album: düster, eindringlich, Thrash Metal Champions League.
WIEDERGÄNGER und GLADIATOR sind zwei der besten Songs, die ich jemals gehört habe, was insbesondere bei GLADIATOR am Song an sich liegt, der ein Meisterwerk darstellt!
Apropos Meisterwerk: Schon mal irgendwann einen Song über die unsinnige Schlacht gehört, der dem Thema auch gerecht wird? Ich bis vor kurzem nicht, nach dem Genuss der STALINGRADTRILOGIE auf dem Album hat sich das aber geändert. Im Refrain von KANONONENFUTTER ( " Wir sind nur Futter für die Kanonen, und der Tod ist unser Lohn..." ) erfährt man die Verzweiflung eines Frontsoldaten hautnah, die Melancholie im Kampf gegen eine nahende Niederlage, wie sie in UNTERGANG beschrieben und musikalisch perfekt umgesetzt wird, ist einfach nur der Hammer.
DAS KREUZ , der halbballadeske Ausklang steht dem in nichts nach und beschreibt die Trauer des Verlustes.
Die Bonüsse (Neueinspielungen alter Songs sind) liefern Neulingen eine gute Übersicht über den musikalischen Werdegang einer Ausnahmeband, die noch lange nicht auf der Spitze ihres Schaffens zu sein scheint.Beim ersten hören war ich baff, beim zehnten bin ich das immer noch, und damit ich für`s nächste Album bei der Bewertung noch ein wenig Spielraum habe, gibt es nur 9,5 Punkte

Punkte: 9.5 / 10


Macbeth: Wiedergänger

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Tracklist:

  1. Kamikaze
  2. Fritz H.
  3. Begraben
  4. Fleisch
  5. Stück Für Stück
  6. Gladiator
  7. Wiedergänger
  8. Stalingrad - Kanonenfutter
  9. Stalingrad - Untergang
  10. Stalingrad - Das Kreuz
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