Panzer Clash - Official Soundtrack (2012) - ein Review von Mosa93

Panzer Clash - Official Soundtrack - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Sampler
Genre(s): Metal Heavy Metal, Power Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal


19.08.2012 13:30

--> http://www.rottinghill.at/infusions/review_panel/review.php?&reviewid=758

Panzer Clash ist ein Kartenspiel, welches sich thematisch um Panzer-Gefechte des Zweiten Weltkrieges dreht. Dazu liegt mir nun der dazugehörige, 16 Songs starke Soundtrack vor. Um möglichst genau auf jeden musikalischen Beitrag eingehen zu können, versuche ich mich dieses Mal an einem Track-by-Track-Review. Und los geht's!

Den Anfang machen die Österreicher "NightForest" mit dem Stück "Warfield", welches davor auf noch keiner Veröffentlichung der Schwarzmetaller zu finden war. Serviert bekommt man hier rasend schnellen Black Metal im Stile von "Marduk", "Infernal War" und Konsorten, was eigentlich gar nicht zu der aus der Steiermark stammenden Band passt. Wie auch immer, die Nummer gefällt mir sehr gut und ist damit gleich ein erstes Highlight des Samplers.

Schwarzmetallisch geht es gleich mit den nächsten Österreichern weiter: "Rigor Mortis". Einziges Mitglied Lord Abaddon präsentiert uns hiermit sein Stück "Cold War", welches mir jedoch weniger gut gefällt, als "Warfield" der steirischen Kollegen. Grundsätzlich wäre der Song ganz nett anzuhören, wäre da nicht dieser schreckliche Konserven-Drum-Sound. Weg damit, dann wäre das Ganze sicherlich um Vieles besser ausgefallen, denn so bleibt nur ein typisches Skiptasten-Stück übrig.

Wir fliegen über den großen Teich nach Chicago. Die Ami-Black Metaller von "Kommandant" legen mit dem Titeltrack ihres Debütalbums "Stormlegion" kräftig nach. Lieder bin ich auch hier mit dem Sound etwas unzufrieden, da dieser sehr dumpf und steril ausgefallen ist. Aber immerhin klingt das Stück als Ganzes besser als der Vorgänger-Track und kann mich so dennoch in gewisser Art und Weise überzeugen. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass die Truppe gelungenere Stücke in petto hätte, welche man wählen hätte können.

"Panzer Division Marduk"! Muss ich zu dem Lied eigentlich noch etwas sagen? Ich denke nicht. Wer diesen "Marduk"-Klassiker nicht kennt, ist selbst schuld. Basta!

Ab ins Vereinigte Königreich. Von dort stammen "Eastern Front", von welchen nun der Titelsong ihres ersten Albums "Blood On Snow" folgt. Im Gegensatz zu den vorherigen Tracks dröhnt hier eine ziemlich fette, klare Produktion aus den Lautsprechern. Rumpelsound-Fetischisten werden die Augen verdrehen. Wer aber dennoch etwas mit glasklarem Black mit einer gesunden Beimischung von Death Metal anfangen kann, dürfte hier seine Freude haben, denn die mehr als acht-minütige Darbietung, welche damit den längsten Beitrag des Soundtracks darstellt, kann auf ganzer Linie überzeugen.

Iblis hat sicherlich einen wirklich großartigen Job bei "Endstille" gemacht, keine Frage. Aber dennoch sollte man sich auch das aktuelle Album "Infektion 1813", der erste Release mit Sänger Zingultus (u.a. " Nagelfar" und "Graupel"), zu Ohren führen, denn unsere Nachbarn sind, zumindest für mich, auch heute noch eine der Größen im deutschen Black Metal, und das zu Recht. Starker Song, starkes Album. Passt so!

Weiter geht's mit den 2007 gegründeten Schleswig-Holsteinern von "BlackShore". Von deren Debüt gibt es nun den Titel "Stalinorgel Terrorbeast" zu hören. Warum man keinen Song vom aktuellen, 2011 erschienen Album "Legion" gewählt hat, weiß ich zwar nicht, ist mir aber mehr oder weniger auch egal. So können die Herren immerhin beweisen, dass sie auch anno 2008 auf "(Railway To) BlackShore" bereits ziemlich gute Arbeit geleistet haben, auch wenn sich das Lineup seitdem geringfügig verändert hat. Gute Leistung, gefällt mir ausgezeichnet!

Auch Spanien ist auf der Compilation vertreten. "Panzer Clash, Into Warfare" nennt sich das Stück von "HateHordes", welches nun durch die heimischen vier Wände schallt. Soweit ich weiß, ist auch dieses bisher auf keiner anderen Veröffentlichung erschienen. Sirenen-Intro, rumpeliger Black Metal mit schwachem Gesang und wohl blind hinzugefügten Kriegs-Samples. Musikalisch vielleicht ganz okay, aber sicher nicht mehr. Danke, Track neun bitte.

"Buer" aus Chespeake, Virginia sind nun am Start, welche mir durch eine Split-Veröffentlichung mit "Garden Of Grief" schon ein Begriff sind. Bereits auf dieser konnte mich das das Projekt von Alleinherrscher und Namensgeber Buer nicht überzeugen. Dies schafft er auch mit diesem zusammengewürfelt wirkenden Stück Musik nicht. Langweilig, einfach langweilig und uninspiriert.

So, weg vom Black Metal. Nun widmen wir uns den Ami-Thrashern "Warbringer". "Total War", den Startschuss ihrer Debüt-Scheibe "War Without End", gibt es nun zu hören. Gut, was soll ich zu "Warbringer" noch sagen? Sie machen seit Jahren verdammt guten Thrash Metal, verbinden dabei gekonnt die alte Schule mit modernen Elementen und sind damit ziemlich erfolgreich. Sehr, sehr gut! Danke, weitermachen!

Zurück in die 90er! 1992 wurde die zweite "Unleashed"-LP namens "Shadows In The Deep" auf die Menschheit losgelassen. Darauf befindet sich ein gewisses Lied mit dem Titel "Onward Into Countless Battles". Tja, und dieses ist nun an der Reihe. Anno 2012 kann man auch zu den Schweden nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Stilprägende Band, fetter Sound, gute Musik. Sehr schön.

Nun geht es kurzzeitig etwas weg vom extremen Metal. "Panzer Battalion" vom "Sabaton"-Debüt "Primo Victoria" ist im Anschluss an der Reihe. Hier bin ich sehr froh, dass ein Stück aus der Zeit gewählt wurde, als die Truppe noch etwas unbekannter und zudem weniger kitschig und nervig war. Ich war, bin und werde wohl nie ein Fan der Schweden, aber das Stück klingt zugegeben immerhin ganz gut, wobei es danach für mich persönlich auch wieder reicht.

"Jag Panzer", "Chain Of Command". Ich bin sehr froh, dass hier ein Stück mit Harry "Tyrant" Conklin am Mikrofon gewählt wurde, da dieser für mich einfach einer der besten, aber gleichzeitig unterbewertetsten Heavy Metal-Sänger aller Zeiten ist, wobei seine Leistung in den letzten Jahren alles davor toppen kann. Bisher war ich zwar nie der größte Freund der Band, aber das Stück macht schon Lust auf mehr. Der Sound ist zugegeben etwas kraftlos ausgefallen, gefällt mir jedoch, womöglich genau deshalb, richtig gut. '80er Heavy Metal-Feeling, sehr schön!

"HammerFall", auch eine Band, welche in ihren Anfangstagen deutlich besser war, wie ich finde. Hier wurde jedoch etwas Neueres gewählt, und zwar "Bring The Hammer Down" vom 2009er Output "No Sacrifice, No Victory". Ganz netter Heavy Metal, der für Zwischendurch wohl ganz nett zu hören ist, aber einfach nichts Besonderes bieten kann, was aus der Masse heraussticht. Immerhin können die Solo-Passagen gegen Ende gut überzeugen.

Italien schickt nun die Thrash Metaller von "Reaktor" in den Ring. Diese präsentieren "Possessed To Kill" von ihrem 2010er Demo "Madness Taking Form". Vor allem für eine (erste) Demo-Aufnahme klingt das Ganze ziemlich gut. Fetter Old School-Sound, starke Instrumentierung und passender Gesang dazu. Klingt gut und macht Lust auf mehr.

Gut, dass nun die deutschen Thrash-Götter "Sodom" zur Stelle sind und mit dem Titelsong ihres bis dato letzten Albums "In War And Pieces" nachhelfen. Ein mehr als fetter Abschluss, den das Trio hier abliefert. Zum Song oder zur Band selbst muss ich nun aber wohl keine weiteren Worte mehr verlieren.

Somit befinden sich großteils sehr gute Lieder auf diesem Sampler. Schade ist nur, dass die Anordnung etwas ungeschickt gewählt wurde. Zuerst knapp 40 Minuten ausschließlich Black Metal und danach eine bunte Mischung aus Death, Thrash und Heavy Metal. Dennoch bin ich im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Sampler.

Punkte: 7 / 10


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