Stargazer (2012) - ein Review von Akhanarit

Black Majesty: Stargazer - Cover
1
Review
6
Ratings
8.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal


Akhanarit Avatar
07.08.2012 10:45

"Stargazer" ist bereits das fünfte Studioalbum der Melodic Power Metaller aus Melbourne, Australien. Das erste Mal fiel mir die Band mit ihrem Album "Silent Company" auf und hinterließ einen durchaus positiven ersten Eindruck. Klar, dass mir ein breites Grinsen im Gesicht stand, als mir der Review-Job für das neue Werk der Truppe zugeteilt wurde. Fangen wir mit ein paar Eckdaten an: An den Reglern saß ein Mann, dessen Name in der Metal-Szene bekannt sein dürfte wie Pasta in Italien, Roland Grapow (Ex-HELLOWEEN, MASTERPLAN). Dieser hat der Band einen transparenten Sound auf den Leib geschneidert, so dass man hier absolut nicht meckern kann. Für die Covergestaltung arbeitete man mit Dirk Illing (SCORPIONS, u.a.) zusammen, der das Maskottchen der Band, einen Ritter (wie heißt der eigentlich???) mit Lichtschwert - manche kommen auf Ideen - und seinen Sidekick, einen Löwen, recht imposant in Szene gesetzt hat. Ob das albern ist, darüber muss man gar nicht erst streiten (ist es nicht, haha) und am Ende zählt ja doch in erster Linie die Musik.

Mit dem Eröffnungssong 'Falling' legt die Band sogleich auch schon gut vor und Fans der Band können entspannt aufatmen. Weiterentwicklung (im Sinne von irritierenden Experimenten) hat nämlich nicht stattgefunden und BLACK MAJESTY präsentieren sich wie immer: melodischer Power Metal, leichte Kost, aber bedauerlicherweise auch nichts, dem man den Stempel "Tiefgang" aufdrücken könnte. Im Fahrwasser von HELLOWEEN, EDGUY und Co. schipperten schon hunderte vor BLACK MAJESTY und es werden auch hunderte nach ihnen tun. Der einzige Weg, hier heutzutage noch auf sich aufmerksam zu machen, wäre: a) Songs für die Ewigkeit zu schrieben oder b) etwas so Eigenes zu haben, dass man es bei kaum einer anderen Band findet. Beides glückt auf "Stargazer" leider nicht in vollem Umfang. Nachdem einem 'Voice Of Change' ein anerkennendes Nicken abgerungen hat, fällt man ein wenig in ein Loch der Bedeutungslosigkeit. Ein Album, zu dem man ganz prima einschlafen kann oder auch auf langen Autofahrten auflegen kann, nur damit irgendwas läuft das einen auch nicht beim Fahren stört. Woran liegt's? Diese Frage habe ich mir ein paar Durchläufe lang gestellt und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass es die Vocals sein müssen. Die Drums ballern solide, die Bassisten hört man in der Regel nicht und die Gitarrenduelle zwischen Steve Janevski und Hanny Mohamed sind Unterhaltung vom Feinsten. Ich muss dazu sagen, dass Frontmann John Cavaliere absolut kein schlechter Sänger ist, doch irgendwie vermisse ich bei seinen Gesangslinien immer das gewisse Etwas. Etwas, das sich in einem festsetzt und bei dem sich Power Metal-Fans stolz die Faust auf die Brust schlagen und die Texte (egal wie platt diese auch sein mögen) voller Leidenschaft pantomimisch mitsingen/grölen und dabei die Zeit ihres Lebens haben. Technisch adäquate Leistungen abzuliefern bedeutet also noch lange nicht, Ohrwürmer wie die Großen des Metiers schreiben zu können.

Plötzlich riss mich 'Symphony Of Death' aus meiner Lethargie und ich dachte mir: Ja, da sind wir auf dem richtigen Weg! 'Edge Of The World' und der anschließende Titelsong konnten dieses Niveau erfreulicherweise auch noch halten. Na also, geht doch.

Dann haben wir auch noch einen Bonus Track auf dem Album. Um genau zu sein, gibt es davon gleich drei. Je nachdem, welche Version man sich ins Regal stellen will. Die Japaner haben 'Lycan' bekommen, die Australier 'Ariel' und wir hier in Deutschland 'Shine'. Mir liegt hier Letzterer vor und so schade ich das persönlich auch finden mag: Die Beschreibung "Rohrkrepierer" trifft den Nagel hier auf den Kopf! Das Problem ist nicht die sanfte akustische Ausrichtung, sondern das spielerische Unvermögen, welches sich bei dieser Nummer auf einmal dem Hörer präsentiert. Ob es daran liegt, dass hier bestimmte Akkorde nicht sauber gegriffen werden oder ein Bundstäbchen an der Klampfe schon zu sehr runtergespielt wurde, vermag ich von hier aus nicht zu beurteilen. Jedenfalls schnarrt die hohe E-Saite beim Zupfen gewaltig und wird zudem auch noch unglücklich und mit Sicherheit unfreiwillig abgedämpft. Anstatt dies zu ändern wird die Kiste aber ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen, egal wie es klingt. In diesem Fall wäre kein Bonus Track die bessere Wahl gewesen, denn so beendet man das Album gar dilletantisch, woran auch das wunderschöne Lead-Solo nichts mehr ändern kann. Aua!

Erschienen auf: http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=4408

Punkte: 6.5 / 10


Black Majesty: Stargazer

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Tracklist:

  1. Falling
  2. Lost horizon
  3. Voice of change
  4. Killing hand
  5. Journey to the soul
  6. Holy killers
  7. Symphony of death
  8. Edge of the world
  9. Stargazer
  10. Shine
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