1184 (2001) - ein Review von metal lounge

Windir: 1184 - Cover
1
Review
14
Ratings
9.32
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Pagan/Viking Metal


19.08.2015 08:27

Ein rasantes Viking Metal-Epos kredenzen uns WINDIR auf "1184".

Und dann gibt es da noch diese völlig unfassbaren Minuten, wenn ......
Gleich mehr dazu.

Zunächst einmal gehören zu WINDIRs Musik ne Menge Synthesizer, hymnische Gitarren, und auch Akkordeon, das, vom Chefdenker Valfar gespielt, besonders den auf norwegisch vorgetragenen Stücken einen folkloristischen Anstrich verleiht. Besonders heroisch wird es, wenn der als Gastsänger genannte Cosmocrator seine klare Stimme erschallen lässt. Das Gekeife Valfars hingegen möchte ich mal als etwas eintönig bezeichnen, es passt fraglos zu der nordisch kalten Atmosphäre des Albums, ist aber ganz bestimmt nicht überragend. Keinesfalls haben wir es hier mit Musik zu tun, die in ihrer Garstigkeit abschrecken will.
Und auch das geschmackvoll ausgewählte Coverbild aus der Hand des norwegischen romantischen Landschaftsmalers Johan Christian Clausen Dahl deutet mit seiner leichten Schneedecke dezent an, dass hier keine frostig klirrendenden Eisreiche wie bei Immortal besungen werden.

WINDIR bieten eine ausgewogene Mischung aus Raserei und Melodie, und aller Erhabenheit zum Trotz, so endgültig zu fesseln und in Bann zu schlagen vermag "1184" mich nicht.


Dann aber gibt es da noch diese völlig unfassbaren Minuten, wenn in der abschließenden, hochpathetischen (Klargesänge von Cosmocrator, ganz wichtig) Viking-Hymne "[My] Journey To The End" nach ca. 3:40 Minuten plötzlich ein kompletter Bruch stattfindet: Für die restlichen Minuten beherrschen nur noch Synthesizer und Schlagzeug Alles, wirklich Alles. Nicht enden wollende Tonkaskaden perlen über einem sphärischen Rauschen, dazu industrienähmaschinenartiges Schlagzeug (toll auch das Hi-Hat-Spiel). Als ich das zum ersten mal gehört habe, war ich trotz aller Irritation (Viking Metal?!?) regelrecht fasziniert von diesem Albumende, und diese Faszination ist bis heute da. Dabei ist es ganz gleich, ob sich hier Steingrim an den Drums abarbeitet oder ob hier nicht doch ein Drumcomputer rattert (Valfar ist ja schließlich auch für programming zuständig...). Man lauscht gebannt mit Gänsehaut oder fühlt sich geradezu genötigt, Luftschlagzeug zu spielen. Im Vergleich zum restlichen Album hab ich diesen Teil wirklich schon unzählige Male gehört, und es ist immer noch toll! Keine Abnutzung. Völlig abgefahren! Für diese paar Minuten quasi elektronischer Musik volle zehn Punkte.

So also stellte sich Meister Valfar seine Reise in eine andere Welt klanglich vor. Tatsächlich soll der Mann ja vor einigen Jahren erfroren sein, und ganz ehrlich, wenn er als Letztes diese Klänge im Ohr gehabt haben sollte......: Famos. Willkommen in Walhalla. Nein, halt, da kommen ja nur in der Schlacht gefallene Krieger hin... Oder sonst wo eben, zwischen den Sternen der nördlichen Hemisphäre.

Als ich, aber das ist jetzt eine andere Geschichte, diesen Teil standartmäßig in meinem DJ-Programm hatte - Heavy Metal Instrumentals für Menschen, die Heavy Metal gar nicht mögen, gemischt mit Instrumentalstücken anderer Genres; am liebsten als Hintergrundmusik in Kneipen: die Metal Lounge -, hat eigentlich immer jemand gefragt, wer das denn sei.
WINDIR, eine norwegische Black-/Viking Metal Band, die klingen sonst anders....
Oh.

Punkte: 8.5 / 10


Windir: 1184

Audio CD

für 17,75 €
Amazon icon Kaufen bei amazon.de - Mehr Angebote

Tracklist:

  1. Todeswalzer
  2. 1184
  3. Dance Of Mortal Lust
  4. The Spiritlord
  5. Heidra
  6. Destroy
  7. Black New Age
  8. Journey To The End
Login
×