Ablaze (2011) - ein Review von woifal

Perversity: Ablaze - Cover
1
Review
2
Ratings
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


10.04.2012 17:47

"Ablaze" – so wurde das 2011 veröffentlichte Werk der Todesmetaller von "Perversity" getauft. Die Aufmachung ist auf jeden Fall schon mal nicht schlecht, denn das Cover gefällt mir. Es wirkt in seiner Totalität sehr chaotisch und hektisch, was mich auch entsprechende Kompositionen erwarten lässt. "Perversity" klingt ja auch schon sehr nach brutalem Death Metal, wie ich finde. Aber ob sich hinter dem für das Genre rech treffend gewählten Bandnamen auch gute Musik versteckt, wird sich erst weisen.

Insgesamt fährt das Album mit nicht ganz 35 Minuten Spielzeit auf. Begonnen wird mit einem angenehmen Klavier-Intro, das nach einer halben Minute aber leider schon wieder vorbei ist. Hätte man gerne ausbauen können, da es in seiner Schlichtheit wirklich sehr fein klingt! Wem es gefällt, der darf auch schon auf den Titel "Necrophiliac Beast" gespannt sein, da dieser ebenso durch ein Tasten-Intro eingeleitet wird.
So richtig durchgestartet wird aber erst mit dem zweiten Track auf dieser Scheibe, der sich unter dem Banner "Behind The Diabolical" versteckt. Fast schon groovig startet eine reine Bassmelodie und gibt den Auftakt für die Death Metal-typisch klingenden Gitarren. Aus Sicht des Sounds darf man sich nichts Ausgefallenes erwarten. Es klingt einfach so, wie Death Metal nun mal klingt. Für meinen Geschmack hätte "Ablaze" stellenweise eine Spur mehr Druck vertragen können, was aber mitunter auch daran liegt, dass der Bass in den Kompositionen seine ganz eigenen Passagen und Melodien hat, die auch mal etwas in die Höhe gehen. In Anbetracht dieser Tatsache verkrafte ich das leicht(!) fehlende Dröhnen hinter dem Werk, denn – wie schon in einigen Reviews erwähnt – sollte auch der Tiefsaiter die Möglichkeit haben, zum Hörer durchzudringen, und nicht nur im Hintergrund agieren dürfen.

Nächster Punkt: Die Technik. Spielerisch gibt es nichts zu bemängeln. Alles sitzt und ist in seiner perversen, hektischen, dubiosen Death Metal-Unart sauber verarbeitet. Nun gut, "Perversity" haben ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel – da würde es mich sehr wundern, bei diesem Punkt grobe Fehler zu finden. Alle Musiker, den Sänger mit eingeschlossen, sorgen stilgetreu für ausreichend Abwechslung, damit es beim Hören nicht langweilig wird.
Die Songs selbst sind aber, wie auch das Klanggewand, relativ "bekannt" gehalten. Mit der Innovation wurde ein bisschen gespart, dafür bedient man sich der altbekannten, funktionierenden Mittel, um die Songs zu komponieren. So findet man auf dieser Scheibe sowohl sehr rasante und hektische Passagen, als auch relativ langsame, drückende Abschnitte und chaotische Taktwechsel beziehungsweise Umbrüche inmitten der Tracks. Keine große Überraschung, denn irgendwie gehört das ja auch dazu.

Da Einfallsreichtum und Innovation in der Musik aber in meinen Augen einen sehr wichtigen Faktor darstellen, sehe ich mich jedoch gezwungen, für das Fehlen eben dieser einen Punkt in Abzug zu bringen. Was aber übrig bleibt, ist eine solide Silberplatte mit ausreichend Hörvergnügen, um sie mehr als nur ein Mal in den Player einzulegen. Dass letzten Endes der Titelsong nur aus einem knapp 70 Sekunden langen Instrumental-Stück (nicht Akustik, Instrumental!) besteht, verwundert mich dann aber ein bisschen. Der Track, der namensgebend für ein komplettes Album ist, sollte doch etwas mehr bieten können. Nichtsdestotrotz, Freunden des simplen Death Metals kann ich die Scheibe durchaus empfehlen. Selbst, wenn sie aufgrund der unspektakulären Kompositionen nicht sonderlich aus der groben Masse des Genres heraussticht.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 7 / 10


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