Circle Of The Oath (2012) - ein Review von silentforce81

Axel Rudi Pell: Circle Of The Oath - Cover
4
Reviews
25
Ratings
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Hardrock, Heavy Metal


silentforce81 Avatar
21.03.2012 14:43

Meine Frau ist ja der Meinung, AXEL RUDI PELL hätte nur drei Songs: das Schnelle, das Epische und die Ballade. Völlig oberflächlich betrachtet mag da der ein oder andere vielleicht sogar zustimmen, auf der anderen Seite weiß man als Fan aber, dass da, wo AXEL RUDI PELL drauf steht, auch zu hundert Prozent AXEL RUDI PELL drin ist. Dennoch ist es gerade der einzigartige Stil und die zuverlässige Konstante, auf die man sich hier schlicht und einfach immer blind verlassen kann.

So ist auch die neue Scheibe "Circle Of The Oath" auf den ersten Blick keine große Überraschung und bietet natürlich alles, was das Fanherz höher schlagen lässt. Und so bin ich nach den ersten Durchläufen einfach nur begeistert, denn ARP hat es wieder einmal geschafft, sich mit den altbekannten Zutaten ein erstklassiges Album aus den Rippen zu schneiden. Los geht's nach einem Intro mit einer typischen ARP-Doublebass-Nummer ("das Schnelle") namens 'Ghost In The Black', welches mit fetten Riffs, einem erstklassigen Gesang und viel Melodie mit Ohrwurmcharakter genau die richtige Einstimmung auf das Album darstellt. Dieser Song hätte vom Gesamtbild her auch wunderbar auf "The Masquerade Ball" gepasst. Axel und Keyboarder Ferdy Doernberg duellieren sich hier in gekonnter Weise, so wie man es auch live immer wieder begeistert bewundern kann. Drummer Mike Terrana lässt mit seiner hervorragenden Arbeit ebenfalls stark aufhorchen; vor allem die perfekt eingesetzten Beckenschläge haben es mir hier angetan. Auch das folgende 'Run With The Wind' würde man ohne Zweifel sofort als ARP-Track erkennen. Der Song ist im Midtempo-Bereich angesiedelt, besticht aber ebenfalls durch die markanten Riffs und durch Eingängigkeit, ebenso wie das anschliessende, fett rockende 'Before I Die'. Danach folgt mit dem Titelstück 'Circle Of The Oath' das erste Highlight der Scheibe, denn wie man schon an der Spielzeit von über 9 Minuten erkennen kann, muss es sich hier um "das Epische" handeln. Der Beginn des Stückes ist zunächst tatsächlich doch mal eine kleine Überraschung, denn es fängt ungewohnt mit akustischen Gitarren und einer ersten Strophe an, die man so erst mal nicht erwartet hätte und die eher nach amerikanischem Singer/Songwriter-Stoff klingt, aber auch ein wenig an LED ZEPPELIN denken lässt. Doch diese Ruhe währt natürlich nicht lange - nach zweieinhalb Minuten bricht endlich der Bombast heraus, Sänger Johnny Gioeli liefert einmal mehr eine wahre, Gänsehaut bereitende Meisterleistung ab, und die orientalisch anmutenden Gitarren und Keyboards sind eine wahre Pracht. Genau so stellt man sich einen Titelsong von ARP vor: episch, melodiös ohne Ende, mit viel Keyboard-Atmosphäre und natürlich einem typischen Solo des Meisters selbst! Große Klasse!!

'Fortunes Of War' ist danach ein kräftig treibender Banger, ausgestattet mit einem verdammt geilen Mega-Chorus, der blitzschnell im Kopf hängen bleibt und einem erstklassigen Solo, bei welchem es auch nochmal ganz kurz orientalisch klingt. 'Bridges To Nowhere' kommt danach etwas schleppend und dennoch episch daher, bevor es mit 'Lived Our Lives Before' die obligatorische, erstklassige Ballade gibt. Hier muss ich unweigerlich immer wieder an 'The End Of Our Time' vom "The Crest"-Album und an 'No Chance To Live' von "Mystica" denken, denn irgendwie findet man von diesen Songs hier etwas wieder. Hochmelodisch wird es dann auch bei 'Hold On To Your Dreams', bevor 'World Of Confusion (The Masquerade Ball Pt.II)' den Abschluss bildet. Hierbei handelt es sich nochmals um "das Epische" - Gänsehaut garantiert! Der Song beginnt ruhig, steigert sich aber im Verlauf zu einem echten Monster voller Epik, Dramatik und Atmosphäre. Wie der Titel schon verrät, wird hier das Hauptthema von 'The Masquerade Ball' aufgegriffen, ähnlich wie es auf "The Crest" bei 'Dark Waves Of The Sea (Oceans Of Time Pt. II; The Dark Side)' geschehen ist. Wirklich geil gemacht, absolut gelungen.

Unter'm Strich bleibt mir nichts anderes übrig, als die Höchstnote zu zücken und volle zehn Punkte zu vergeben. Kein Fan von AXEL RUDI PELL wird hier enttäuscht sein, da bin ich mir sicher. Eher wird ARP sich damit wieder neue Fans erspielen, denn so wie in den letzten Jahren wird auch mit diesem Album die Fan-Schar weiter wachsen. Kritiker (oder Frauen, s.o.) werden weiter motzen und behaupten, dass es immer die gleichen Songs sind - aber wen interessiert das, wenn die Songs dafür so eine geile Qualität haben und einfach Spaß machen?


http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=4087

Mein Interview mit Axel gibt es ebenfalls auf dieser Seite!

Punkte: 10 / 10


Axel Rudi Pell: Circle of the Oath

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Tracklist:

  1. THE GUILLOTINE SUITE (INTRO)
  2. GHOST IN THE BLACK
  3. RUN WITH THE WIND
  4. BEFORE I DIE
  5. CIRCLE OF THE OATH
  6. FORTUNES OF WAR
  7. BRIDGES TO NOWHERE
  8. LIVED OUR LIVES BEFORE
  9. HOLD ON TO YOUR DREAMS
  10. WORLD OF CONFUSION (THE MASQUERADE BALL PT. II)

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