Planet Fucked Dead (2011) - ein Review von Ulai

Blackrout: Planet Fucked Dead - Cover
1
Review
1
Rating
9.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Thrash Metal


Ulai Avatar
24.05.2014 18:19

Blackrout aus Bochum sind zwar noch nicht lange im Geschäft, haben es aber geschafft, sich bis dato einen guten Namen zu erspielen. Mit „Planet Fucked Dead“ liegt nun ihre zweite EP vor, der Vorgänger „Deslaved“ erschien im Jahre 2009. Seit dem hat sich viel getan, von der Gründungsbesetzung ist nur noch Sänger, Gitarrist und Songwriter Ouzi übrig. Und auch musikalisch kann sich der neuste Output mehr als nur hören lassen!

Gleich die ersten Takte des Openers „Bloodwar“ machen klar, wohin der Zug hier fährt: Mit Vollgas geradeaus! Starker straight-forward-Thrash, erinnert mich sofort an Legion of the Damned, nur ungleich abwechslungsreicher. Die Gitarren hauen ein Riff nach dem anderen raus, das Schlagzeug bolzt wie ein Uhrwerk durchs Unterholz, die Becken krachen, zwischendurch ein kleiner Breakdown à la Sepultura, alles was das Herz begehrt!

Auch mit „Deepwater Whorizon“ denken die die vier nichtmal daran, auch nur einen Gang zurückzuschalten. Rifftechnisch geht es hier weniger ausgefeilt zu Werke als zuvor, dafür grooved es gleich doppelt so viel. Immer wieder aufgelockert mit leckeren Leadgitarren! Großes Kino!

„Hellborn“ beginnt dann mit einem kleinen Stück auf der Akustikgitarre, ein kurzes aufatmen, bevor es dann mit dem markanten Satz „Wir alle sind Massenmörder!“ wieder zurück in die Gefilde des groovenden Thrashmetals geht. Stilistisch bietet „Hellborn“ zwar keinen großen Unterschied zum vorherigen Song, setzt diesen aber konsequent fort. Zu keiner Sekunde langweilig.

Mit „Secuciety“ wird es dann etwas melodischer, es bolzt weniger, dafür mehr Leadgitarren. Insgesamt ein durchaus starker Song, besonders textlich wird hier einiges geboten. Die gegeneinander verstimmten Gitarren an einigen Stellen sind zwar ein interessanter Effekt, wollen mir jedoch nicht so ganz schmecken.

Weiter geht’s mit „In this Kingdom“ und erneut lassen Sepultura grüßen. Erst ein kurzer Midetempopart mit grandiosem Spiel des Trommlers Maik, dann ein Highspeed-Solo, anschließend schwere Breakdowns, sehr abwechslungsreich die Nummer. Dürfte vor allem Live gut ankommen, hier ist für jeden was dabei.

Zuletzt stehen mit „Dead Head Passion“ einige abgesägte Köpfe auf der Speisekarte. Warum sie diesen Song als Bonustrack verkaufen erschließt sich mir nicht ganz, denn hinter den anderen Songs muss sich dieser ganz sicher nicht verstecken. Vielleicht weil er textlich arg vom Rest abweicht. Er ist nämlich der offizielle Song zum blutigen Thriller „Vernissage“ des Autors Dirk Radtke. Weitere Worte zu diesem Song spare ich mir, das Video zum Song gibt es hier unten auf dieser Seite!

Insgesamt liefern Blackrout mit „Planet Fucked Dead“ ein brutales, technisch versiertes und überraschend eigenständiges Werk ab. Das Songwriting ist durchdacht und stimmig und auch textlich haben die Jungs einiges auf dem Kasten! Kein banales Klicheereiten, sondern brutale und ehrliche Beobachtungen der Probleme unserer Zeit, passt perfekt zur Musik. Hut ab!

Der Sound ist nicht nur für eine EP außerordentlich gut, alles klar und differenziert, trotzdem mit ordentlich Druck unter der Motorhaube!

Kurzum: Ich habe in diesem Sektor schon lange keine so gute Platte mehr gehört und hoffe auf ein vollständiges Album in nicht allzu ferner Zukunft!

(geschrieben von Boern Olgardson für Undergrounded.de)
(Quelle: http://undergrounded.de/index.php/reviews/album-reviews/item/100-blackrout-planet-fucked-dead-ep-review)

Punkte: 9 / 10


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